Analoge und digitale Filmrestaurierung im Collegium
Am nachmittag geht es zu meinem zweiten Collegium-Besuch, diesmal zum Thema Analog and Digital Film Preservation in the “Age of Access”. Es wurden zwei Restaurierungsprojekte vorgestellt, einmal analog, einmal digital. Auf die Frage warum mal eine analoge, mal eine digitale Restaurierung verwendet wurde, kam als Hauptgrund das Ursprungsmaterial hervor. Als besondere Gründe für eine digitale Restaurierung wurde eine notwendige Satbilisierung des Bildes und eine andlung von 28mm auf 35mm genannt, die bei einer analogen Restaurierung nicht oder nur sehr schwer möglich gewesen wäre.
Danach ging es spannend weiter. Martin Koerber betonte nochmal, das die Diskussion analog versus digital sich überlebt hat. Es gibt kein entweder-oder, sondern nur noch die Überlegung, welches Verfahren für das vorhandene Material besser ist. Und es kann gut sein, das für eine Restaurierung beide Varianten verwendet werden.
Er wies insbesondere darauf hin, das man zwischen Restaurierung (restore) und Erhalt (preservation) unterscheiden muß. So kann man nach einer digitalen Restaurierung durchaus wieder eine analoge Kopie erzeugt werden, die in einem Archiv gesichert werden kann. Koerber selbst empfiehlt beides zu behalten. Auf jeden Fall sollte man aber das Ursprungsmateriel erhalten sofern dies möglich ist. (scheinbar ist das nicht selbstverständlich. Es gab und gibt Archive, die nach dem Erzeugen einer restaurierten Kopie das Original vernichten). Mit fortschreitender Entwicklung kann man evtl. neue bessere Restaurierungen durchführen.
Aber Koerber geht davon aus, das man in Zukunft mehr digital sichern muß. Die Industrie geht klar in die Richtung des digitalen Kinos und über kurz oder lang wird die Technik fehlen um weiter analoge Kopien zu machen oder Kinos zu finden, die die Filme noch zeigen können. Ebenso wie in der Vergangenheit alles auf 35mm kopiert wurde, weil für exotische Formate wie 28mm schlicht die Projektoren fehlen. Archive sollten sich darauf einstellen, das sie umdenken müssen.
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