Pordenone: Collegium Reel Emergencies

Am Nachmittag war ich nochmal auf einem Collegium-Gespräch, Thema war diesmal Reel Emergencies: The Thomson Foundation and FIAF Projects

Séverine Wemaere von der Thomson Foundation for Film & TV Heritage berichtete von einem Projekt in Kambodscha um dortige Filme zu erhalten. Kambodscha ist ein Land ohne Geschichte, Geschichtsbübcher, sofern überhaupt vorhanden, enden vielfach im 15Jh, manchmal reichen sie bis in die Kolonial/Nachkolonialzeit. Aber die letzten 35 Jahre fehlen in der kambodschanischen Geschichtsschreibung. Das Projekt versucht Filmmaterial aus dieser Zeit zu erhalten und für spätere Auswertungen zu archivieren.

Ein weiteres Projekt aus Indien, das jungen Filmemachern die Grundlagen der Filmkonservierung beibringen soll, konnte Sie nur kurz anreissen. Für die Vorstellung weiterer Projekte fand sich leider keine Zeit, da noch auf FIAF-Projekt eingegangen wurde. Aber sie konnte darstellen, das die Reel Emergencies: The Thomson Foundation and FIAF Projects ”

Die FIAF (Fédération Internationale des Archives du Film) war ebenfalls vertreten und stellte ihr Projekt one reel per archive vor.

Grundidee ist, Archive die können, sollen ein Reel eines bedrohten Filmes restaurieren und so für den Erhalt eines Filmes aus einem Archiv sorgen, das dazu selbst nict in der Lage ist. Als Beispiel wurde ein peruanische Stummfilm genannt. Insgesamt sei das Projekt aber nicht erfolgreich. Projekte seien da, Geld eigentlich auch, aber solange die Archive kein eigenes Interesse haben, wird auch nichts übernommen. Ein Gegenbeispiel sei ein argentinischer Film, mit einem Reisebericht von Argentinien in die USA mit einem Auto. Deutschland hatte interesse (es waren deutschstämmige Filmer beteiligt) und die USA hatten als Transamerikanische Projekt ebenfalls Interesse.

Insgesamt fand ich die Diskussion unbefriedigend. Séverine Wemaere war gut vorbereitet und berichtete engagiert und interessant, leider kam ihr immer wieder die Diskussionsleitung dazwischen, um auf die FIAF-Aktivitäten zu kommen, die aber schlecht und chaotisch (sorry) vorbereitet waren. Eine Trennung auf zwei Termine wäre besser gewesen.

Einig waren sich die Diskuttanten, das die größten Notfälle (Reael Emergencies) sich in Afrika, Südamerika und Süd-Ost-Asien befinden. Dort werden Filme in unzumutbaren Zuständen gelagert und es fehlen die Möglichkeiten die Bestände zu sichern.


Tags: , , , , , , ,

Einen Kommentar schreiben