Archiv für Januar 2008

Der müde Tod in Stuttgart

Sonntag, 13. Januar 2008

Wie angekündigt lief vergangenen Sonntag in Stuttgart Der müde Tod. Jetzt die versprochene Bericht.

Zum Ort Markuskirche StuttgartDer Film wurde in der Markuskirche gezeigt. Der Kirchenraum ist in einem Tonnengewölbe, die Projektionsfläche ist vor dem Altar aufgezogen. Im hinteren Bereich steht der Projektor, was zumindest für meinen Sitzplatz bedeutete, während des Films immer die Projektorgeräusche zu hören.Projektor (Selber schuld, wäre ich früher gekommen, hätte ich mir einen besseren Platz suchen können).

Zur Veranstaltung Die Veranstaltung startet mit einer kleinen Einführung zu der Veranstaltung im Rahmen des Jubliäumsprogramm 2006/2008 – 100 Jahre Markuskirche Stuttgart. Der Kirchenbau dauerte von 1906-1908, somit wurde das Jubiläum auch zwei Jahre gefeiert. Eigentlich wollte man einen Stummfilm aus diesen Jahren zeigen, fand aber keinen geeigneten abendfüllenden Film. Statt dessen wurde Der müde Tod von 1921 gezeigt. Da die Veranstaltung zum einen teuer, zugleich für die Besucher aber kostenlos ist, wird angekündigt, das am Ende um eine Spende gebeten wird. Es wird der Wunsch geäußert es möge viel rascheln. Für die aus technischen Gründen notwendige Pause wird ein kleines Buffet im Hinterraum angekündigt.

Die Aufführung Im Vorfeld wurde mitgeteilt, das die Projektionisten den ganzen Tag versuchten die Leinwand optimal und vollständig für den Film zu nutzen. Leider mißlang es etwas, der linke Rand des Films ist leider abgeschnitten, von einzelnen Zwischentiteln fehlen links bis zu drei Buchstaben. Erfreulich ist der gute Besuch, die Kirche ist gut gefüllt. Die Reihen sind gefüllt ohne überfüllt zu sein.

Zum Film Ich habe den Film schon einmal gesehen und hatte ihn vage als eher schlecht in Erinnerung. Aber es scheint sich damals eher der falsche Ort für diesen Film gewesen zu sein, für Open Air und laue Sommernächte scheint der Film weniger geeignet. In einer Kirche und zu Orgelmusik passt er deutlich besser, ich war vom Film positiv überrascht. Die Rahmenhandlung des Films handelte in einem Ort, in dem ein Fremder neben dem Friedhof ein Grundstück kaufte. Es zeigt sich, das es der Tod ist, der dort seine Arbeit erledigt. Alse er den Verlobten einer Frau zu sich nimmt, versucht diese ihn zu retten, weil Liebe stärker als der Tod ist. Der Tod versucht sie davon zu überzeugen, das es unmöglich ist, gibt ihr aber eine Chance. In drei Episoden bekommt sie die Gelegenheit ein Leben zu retten, scheitert aber jedesmal. Bei diesen drei Episoden bekommt man den Eindruch, sie entstanden unter der Aufgabenstellung Wie kriegen wir möglichst unterschiedliche Kulissen und Kostüme in einem Film unter?. So wird man ins Italien (Venedig?) der Renaissance, nach Arabien und nach China geführt. Am Ende scheitert die Frau, wird aber im Tod doch mit ihrem Bräutigam vereint.

Einige der Szenen kamen mir bekannt vor, es scheint mir, das der Film Die Abenteuer des Prinzen Achmed diesem Film einige Anlehnungen genommen hat.

Zur Musik Als der Film startet bin ich erst mal etwas erstaunt, die Orgel von vorne zu hören, aber das ist eine der Besonderheiten der Markuskirche: Die Orgel ist hinter dem Altar.

Der Organist kann an dem Film den Abwechslungsreichtum seines Instruments zeigen, die verschiedenen Episoden bieten eine gute Gelegenheit verschiedene Musikstile zu verwenden. Insgesamt war es solide gespielte und zum Film passende Musik. Streckenweise hätte ich etwas mehr experementierfreude gewünscht, aber mir gefiel es auch so.

Neues Stummfilm-Forum: NitrateVille.com

Freitag, 11. Januar 2008

Es gibt einige Quellen im Internet, in denen man Informationen zu Stummfilmen bekommt.

Jetzt gibt es eine Neue. Unter der URL nitrateville.com gibt es ein neues Forum, das schon ganz interessant aussieht – ‘leider’ auf englisch und bislang ohne Feed.

Nur der Vollständigkeit halber und falls es jemand noch nicht kennt: In Deutsch gibt es schon länger das Stummfilm-Forum.

Wie im Youtube-Zeitalter Filme verloren gehen

Dienstag, 08. Januar 2008

Bei Welt.de gibt es einen aktuellen Artikel Von Hanns-Georg Rodek mit dem Titel Wie im Youtube-Zeitalter Filme verloren gehen. Der Artikel befasst sich mit der Pflicht bei Büchern eine Kopie an die Deutsche Bibliothek zu liefern und dem Fehlen dieser Pflicht bei Filmen. Es wird dabei auch auf die Konsequenzen dieser fehlenden Pflicht eingegangen, die man als Stummfilmfan ja leider häufiger mitbekommt.

Hoffen wir mal, das es in Zukunft auch für Filme eine Archivpflicht gibt. Für die Stummfilme ist es ja vielfach zu spät, aber unsere Enkel werden es uns vielleicht danken, wenn wir Ihnen ein gut sortiertes Archiv unserer Film hinterlassen. Wobei es in Zukunft wohl eine fortschreitende Digitalisierung und damit immer weniger Filmkopien geben wird. Und gerade diese Digitalisierung birgt viele Risiken. Kann man das Dateiformat auch in Zukunft lesen? Gibt es technische Hürden, z.B. Einschränkungen aufgrund einer digitalen Rechteverwaltung, oder hat es sogar eingebaute Verfallszeiten? Über Probleme der digitalen Langzeitarchivierung informiert u.a. das deutsche Kompetenznetzwerk zur digitalen Langzeitarchivierung.

Wenn Archivpflicht, dann bitte auch für digital gespeicherte Filme und das bitte in einem offenen Format, bei der man auch in Zukunft hoffen kann, das man es noch lesen kann.

Stummfilm der Woche 2/2008: Der Kameramann in Essen

Sonntag, 06. Januar 2008

Für den Stummfilm der Woche gibt es diesmal wieder einige Auswahl. In Karlsruhe sind diese Woche die 6. Karlsruher Stummfilmtage mit interessanten Filmen, im Berliner Kino Arsenal liefen Die seltsamen Abenteuer des Mr. West im Land der Bolschewiki die ich schon lange mal sehen wollte und bisher noch keine Gelegenheit hatte.

Aber ich glaube mein Stummfilm der Woche wird Der Kameramann am kommenden Sonntag im Eulenspiegel Filmtheater in Essen. Nachdem ich gerade Der müde Tod mit Orgelbegleitung sah (Bericht folgt), wäre jetzt eine Komödie mit Buster Keaton mit einer Wurlitzer-Kinoorgel-Begleitung (Dominik Gerhard) die richtige Abwechslung.

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Berlinale 2008 mit Stummfilmprogramm

Donnerstag, 03. Januar 2008

Auf der Berlinale 2008 vom 7.-17- Februar 2008 werden wieder einige Stummfilme gezeigt.

Darunter gleich viermal Buñuels Un chien andalou (Ein andalusischer Hund, Frankreich 1929). Jedesmal mit einer anderen Stummfilmnegleitung.

Am 9.2.2008 wird der Film zusammen mit einem weiteren Meisterwerk des surrealistischen Films, Jean Epsteins La chute de la maison Usher (Der Untergang des Hauses Usher, Frankreich 1928) gezeigt, bei dem Buñuel als Regieassistent mitarbeitete. Beide Filme werden von den niederländischen Musikern Maud Nelissen, Merima Kljuco und Frido ter Beek begleitet.

Am 17.2.2008 begleitet die spanische Grup Instrumental BCN216 gleich dreimal nacheinander Buñuels Debütfilm, jedesmal mit einer anderen Filmbegleitung:

  • Clonic Mutations des katalanischen Musikers Sergio López, eine klangliche „Entmystifizierung“ von Buñuels Klassiker voll schwarzem Humor,
  • Szénario von Mauricio Kagel, eine Filmkomposition von 1981/82,
  • Las siete vidas de un gato von Martín Matalón, eine freie Assoziation von Bild und Klang.

Neben dem andalusischen Hund gibt es noch weitere Stummfilme.

Aus der Pressemitteilung der Berlinale:

Die Retrospektive stellt außerhalb des Buñuel-Programms vier neu restaurierte Stummfilme als Specials vor: Carl Theodor Dreyers Die Gezeichneten (Deutschland 1921) zeigt eindringlich antisemitische Pogrome und revolutionäre Bewegungen im Russland des frühen 20. Jahrhunderts (Restaurierung Danish Film Institute). Für Robert Reinerts Nerven (Deutschland 1919) findet der Kameramann Helmar Lerski beklemmende Bilder für die vom Ersten Weltkrieg traumatisierten Protagonisten (Restaurierung Filmmuseum München). Die Restaurierung von Schatten der Weltstadt (Willi Wolff, Deutschland 1925) durch die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung macht einen der wenigen erhaltenen Filme mit Ellen Richter, Star des deutschen Sensations- und Abenteuerkinos und Produzentin, wieder zugänglich. Ein weiterer fast vergessener Stummfilmstar, Betty Compson, hat einen großen Auftritt als Belle of Broadway (Harry O. Hoyt, USA 1926) in einem von Sony/Columbia aufwändig restaurierten Film. Maud Nelissen und Joachim Bärenz begleiten die Filme am Klavier.

Nach der Berlinale geht das Programm auf Reisen: Kooperationspartner sind das Österreichische Filmmuseum Wien, das sie im Anschluss präsentiert, und das Filmmuseum München, das die Filme ab März 2008 zeigt. Im Fernsehen begleitet 3sat die Retrospektive ab dem 7. Februar mit der Filmreihe „Der Zauber des Surrealen. Luis Buñuel und die Folgen“.

Neue Festivalinformationen

Donnerstag, 03. Januar 2008

Kaum habe ich den Festivalkalender für 2008 angekündigt, schon wird er aktualisiert. Neu sind die Termine für:

Stummfilm-Pianist Willy Sommerfeld gestorben

Mittwoch, 02. Januar 2008

Ein trauriger Jahresbeginn für Stummfilmliebhaber: Wie u.a. der Spiegel berichtet verstarb der Stummfilm-Pianist Willy Sommerfeld am 19. Dezember im Alter von 103 Jahren.

Stummfilm der Woche 1/2008: Der müde Tod in Stuttgart

Dienstag, 01. Januar 2008

Nicht nur, daß ich zum Jahresende nicht mehr dazu kam, den Stummfilm der Woche zu küren, starte ich das neue Jahr auch etwas verspätet.

Mein Stummfilm der Woche ist diesmal Der müde Tod in der Markuskirche in Stuttgart. Grund: Ich habe die starke Hoffnung, daß ich am 6. Januar Zeit finde und selbst die Veranstaltung besuchen kann. Das wäre dann der erste Stummfilm in einer Kirche und mit Orgelbegleitung.

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Ein Gutes Neues 2008!

Dienstag, 01. Januar 2008

Ich wünsche allen Lesern des Stummfilmblogs viel Glück, Gesundheit und reichlich Kindersegen (natürlich nur für die, die es wollen ;) )

Stummfilm.info ist bereits auf das neue Jahr umgestellt. Die Terminübersicht für 2008 ist schon länger vorhanden, seit gestern stimmt auch die Zählung der Kalenderwochen (hoffentlich!). Die Festivals 2008 sind auch aktualisiert und auch auf englisch verfügbar. Sobald mir neue Termine bekannt werden, werden diese selbstverständlich aktualisiert.

Wie bisher gibt es die Stummfilmtermine auch als VCS-Datei zum Einfügen in eigene Terminkalender. Neu gibt es jetzt eine eigene VCS-Datei für Stummfilmfestivals. Wie bisher gibt es für die Festivals auch einen Kalender als PDF-Datei.

Und wie geht es weiter mit Stummfilm.info und dem Stummfilm-Blog? Neben einem Fortführen der Termin- und Musikerinformationen plane ich für den Blog eine kleine Reihe zu im Internet verfügbaren Stummfilmen, des weiteren bin ich am überlegen, ob ich nicht einen englischsprachigen Partnerblog starten soll. Ansonsten habe ich noch keinen größeren Pläne.