Archiv für April 2008

Metropolis mit Antonio Bras im Pavillon in Sindelfingen

Freitag, 18. April 2008

Wie ich bereits schrieb war ich vergangengene Samstag im Pavillon in Sindelfingen und durfte mir Metropolis mit einer Live-Vertonung von Antonio Bras ansehen.

Das Pavillon wird von der IG Kultur Sindelfingen / Böblingen e.V. betrieben und liegt am Rande Sindelfingens, ca. 500m vom Busbahnhof entfernt. Nachdem ich das Pavillon fand, was nicht wirklich ein Problem war, fühlte ich mich gleich heimisch – eine klassisches KuKoZe (Kultur- und Kommunikationszentrum), vor circa 20 Jahren gegründet. Man wird an einer provisorischen Kasse nett begrüßt und kommt in einen Vor­raum mit Bar an dem man von vermutlich ehrenamtlichen Theken­personal etwas zu Trinken und knabbern erhalten kann. Nachdem der Saal geöffnet wird kommt man in einen Raum an dessen einer Wand eine Leinwand aufgestellt wurde, davor in Reihen angeordnete Stühle, am Rand ein Mischpult für Antonio Bras. Gut war die Idee, die Vorführung von der Bühne weg zu machen, so konnte man Stühle auf die erhöhte Bühne stellen und hatte so von hinten eine bessere Sicht zur Leinwand.

Im Vorfeld war ich der Vorführung kritisch eingestellt – ich mag kein Tech­no und laute Musik eigentlich auch nicht. Als der Film startete war ich aber positiv überrascht. Die Musik – eher elek­tro­nische Musik als Techno – fügte sich hervor­ragend in die Filmszenen ein. Anfangs war ich noch etwas irritiert – ist das Metropolis wie ich es in Erinnerung habe? Oder ist das ein moderner Vor­spann für die Vorführung? Aber es ist Metropolis, und ich entdecke in dem Klassiker Elemente die man aus modernen Videoclips auch kennt.

Antonio Bras setzt bei seiner Live-Performance eine Kombination unterschiedlicher Musiktechniken ein. Musik verschiedener Stile werden angespielt, verfremdet und mit elektronischen Klängen und Kom­po­si­tionen überlagert. Es gibt Klang­teppiche, die pointiert Betonungen zum Film setzen. Insgesamt war ich begeistert, insbesonders vom Anfang. Gegen Ende war ich entweder von der Musik gesättigt (die wie gesagt nicht ganz mein Geschmack ist) oder die Stühle zeigten Wirkung und ich hoffte auf ein Ende. Die Pause war jedenfalls notwendig zur Erholung des Sitzfleisches. Etwas ärgerlich war die Videoprojektion, insbesonders der Pixelfehler im rechten oberen Abschnitt, der mir den ganzen Film ins Auge fiel.

Die Vorstellung ist der Beginn einer Tournee von Antonio Bras, nähere Informationen und Tourneedaten finden sich demnächst unter metropolis-live.de.

Stummfilm der Woche 16/2008: Berlin – Die Sinfonie der Großstadt

Sonntag, 13. April 2008

Eigentlich wäre es naheliegend, das Metropolis mein Stummfilm der Woche wird. Nachdem ich gerade gestern in Sindelfingen Metropolis sah (Bericht folgt noch) und plane den Film diesen Freitag in Kirchheim/Teck im Club Bastion anzusehen. Aber das wäre ja zu naheliegend.

Stattdessen wähle ich Berlin – Die Sinfonie der Großstadt als Stummfilm der Woche. Dort besteht kommende Woche ebenfalls die Möglichkeit zwei Begleitungen zu vergleichen – auch wenn sie etwas weiter auseinander liegen.

Am Mittwoch, dem 16. April 2008 wird der Film um 20:00 in der Tonhalle Düsseldorf gezeigt, am 18. April 2008 wird der Film im KulturLaden Westend in München gezeigt.
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Gehörgang ins Auge

Sonntag, 13. April 2008

Das Stuttgarter Ensemble ascolta hat ein Stummfilmprogramm unter dem Titel Gehörgang ins Auge.

In dem Programm werden Kurzfilme von Meistern des frühen experimentellen bzw. dadaistischen Films (Hans Richter, Oskar Fischinger, Viking Eggeling und Walter Ruttmann) mit einer Musik begleitet, die explizit nicht als Begleitung erscheinen soll. Vielmehr sollen gleichwertige und ergänzende musikalische Gegengewichte geschaffen werden. Visuelles und Akustisches treten in einen Dialog oder gar Wettstreit.

Auf ihrer Internetseite hat es auch ein paar kurze Videosequenzen der gezeigten Filme mit denen man sich einen kurzen Eindruck verschaffen kann.

Vor wenigen Tagen wurde das Programm in Mainz gezeigt, Leipzig folgt am 4. Juli, in Dresden wird das Programm am 3. Oktober gezeigt.

Gaumont le cinema premier – Frühe Regisseurinen

Montag, 07. April 2008

dvdbiblog präsentiert in zwei aktuellen Berichten über Stummfilme.

Zum einen hat es einen Bericht über drei DVD First Ladies – Early Women Filmmakers, zum anderen wird im Artikel Gaumont le cinema premier über die erste Box der Reihe Le Cinéma Premier mit frühen Stummfilmen, hier aus der Zeit von 1897 bis 1913.

Stummfilm der Woche 15/2008: Johanna

Sonntag, 06. April 2008

Mein Stummfilm (oder besser meine Stummfilme) dieser Woche führen mal wieder nach Berlin. Im Zeughauskino wird am 11. April 2008 um 21:00 Joan the Woman und am 13. April 2008 um 19:00 La Passion de Jeanne d’Arc. Es handelt sich dabei um zwei frühe Verfilmungen der Geschichte von Johanna von Orléans die jeweils am Klavier von Peter Gotthardt und Eunice Martins begleitet werden.

Grund meiner Wahl dieses Doppelfeatures ist die Möglichkeit in kurzer Folge zwei Filme zum gleichen Thema zu vergleichen – und wenn man möchte könnte man auch ein paar Tonfilme zum gleichen Thema ansehen.

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Stummfilm als Protest?

Donnerstag, 03. April 2008

Protest im AugartenIm Augarten in Wien findet morgen ab 14 Uhr eine neue Form der Demonstration, die in die Geschichte des 21. Jahrhunderts eingehen werde. Dabei lädt das “Josefinische Er­lustigungs­komitee” und andere Ak­tivis­ten­gruppen ab 14.00 Uhr zu Wein, Musik und Stummfilmen ein.

Grund der Aktion ist ein Protest gegen den Bau eines Konzertsaales für die Wiener Sän­ger­knaben im Augarten und den damit in Verbindung stehenden Abriss eines barocken Gesindehauses. Mehr Informationen zum Protest hat es bei www.baustopp.at.

Ich bin neugierig, ob sich die Protestform mit Stummfilm bewährt. Vorstellen kann ich es mir gut. Protestfeste gibt es ja häufiger und warum nicht mit Stummfilmen?

Arte-KurzSchluss: Porträt – Serge Bromberg

Donnerstag, 03. April 2008

Gerade habe ich zufällig auf ARTE in das Kurzfilm-Magazin “KurzSchluss – Das Magazin #373” gezappt und das Ende eines Porträt von Serge Bromberg gesehen – Ich habe wohl was verpasst. Aus der Ankündigung von Arte:

Serge Bromberg ist zusammen mit Eric Lang Gründer von Lobster Films, einem französischen Privatarchiv, das inzwischen eine der bedeutendsten Stummfilmsammlungen Europas beherbergt. Besonderes Augenmerk legt man bei Lobster Films auf die Erhaltung und Restaurierung des Nitrofilmerbes. Hier ist es Bromberg gelungen, teilweise spektakuläre Funde – etwa zu Filmen von Georges Méliès – auf Flohmärkten und bei privaten Sammlern zu tätigen. Seine DVD-Reihe “Retour de flammes”, die Kurzfilme aus den ersten Jahrzehnten des Kinos vereint, ist gerade 15 Jahre alt geworden. “KurzSchluss – Das Magazin” nimmt dieses schöne Jubiläum als Anlass, Serge Bromberg nach den 15 wichtigsten Gründen zu fragen, die seine Leidenschaft am Leben halten.

Selbst mit dem kleinen Ausschnitt den ich sehen konnte, war es eine Freude Serge Bromberg zu sehen und seine Begeisterung für Stummfilm zu spüren.

Leider gibt es keine Wiederholungen, im Archiv von Arte hat es auch noch nichts. Vielleicht bekomme ich ja noch Gelegenheit die Sendung im Internet zu sehen.