Archiv für Mai 2009

Presseschau

Dienstag, 19. Mai 2009

Der Asterix vom Teuto
(Elmar Ries, Borkener Zeitung, 27.03.2009)

Bericht über den 1922 gedrehten Film „Die Hermannschlacht“ das
vom Medienzentrum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe
neu reaturiert wurde.

Dabei ist die jüngere Geschichte des Filmes fast spannender als die seiner Entstehung. Anfang der 1990er Jahre hatte sich zufällig ein Kontakt zwischen Hobby-Filmern aus Detmold und dem nationalen Film-Archiv in Moskau ergeben. Wie es dazu kam, weiß letztlich niemand mehr. Jedenfalls waren die Archivare in Russland damals verrückt auf Hollywood-Filme. „So boten sie den Detmoldern im Tausch die ,Hermannschlacht an“, sagt Jakob. Irgendwie war eine Originalkopie in den Wirren des Zweiten Weltkrieges in russische Hände gelangt.

Das Medienzentrum hat viel Mühe darauf verwandt, den 55 Minuten langen Film wieder möglichst nah am Original zu rekonstruieren und seine Genese zu erforschen. So wurden die für Streifen aus dieser Zeit üblichen Texttafeln, die im Stummfilm die Sprache ersetzen, erneuert und die Szenen neu mit Musik unterlegt.

Immer mitten in die Pfütze
(Uwe Schmitt, 02.05.2009)

Über die in den USA neu erschienenen DVD
mit allen Streichen der “Kleinen Strolche”.

Es ist nur billig, dass die “Library of Congress” diesen Kurzfilm in der Regie von Robert F. McGowan und produziert von Hal Roach als “kulturell wertvoll” gezeichnet hat. Er ist einer der Meisterstücke unter den 221 Kinderfilmen, die zwischen 1922 und 1944 unter dem Signum “Our Gang” entstanden. Die ersten 88 waren Stummfilme; als Hal Roach 1929 seine Studio auf Tonaufnahmen umstellte, folgten bis zum Verkauf der Marke “Our Gang” 1938 weitere 80 Tonfilme.

Ruhige Nacht im Museum
(badische-zeitung.de, 11.05.2009)

Rund 250 Gäste kamen am Freitag zur fünften Museumsnacht und tauchten ein in die Welt der Wende vom 19. aufs 20. Jahrhundert.
[...]
Günter A. Buchwald aus Freiburg griff energisch in die Tasten und begleitete Stummfilme am Klavier und an der Geige. Die Zuschauer erfuhren, dass am 25. Dezember 1895 der erste Streifen in Paris gezeigt wurde, dass Filme von vier Minuten Länge bereits als extrem lang galten und dass die Kinobetreiber je mehr Steuern zu zahlen hatten, desto breiter der Saal war.

Kino im Elefantenhaus: Dramatischer Stummfilm aus der Wildnis
(echo-muenster.de, 11.05.2009)

Ankündigung eines Stummfilms im Allwetterzoo Münster.

Erste Oscar-Verleihung im Jahr 1929 war unspektakulär
(AP, 12.05.2009)

Über die Anfänge der Oscar-Verleihung.

Erfurt: “Carmina Burana” auf den Domstufen
(thueringer-allgemeine.de, 14.05.2009)

Aus Kostengründen voraussichtlich zum letzten Mal wird es in diesem Jahr ein Filmkonzert geben. Zu sehen sein wird die Filmkomödie «Ein italienischer Strohhut» von René Clair.

[Rückblick Buddenbrooks - Stummfilm mit Volker Linhardt am Klavier]
(Katjana Zunft, Unser-Luebeck.de, 15.05.2009)

Über die Stummfilmreihe in Lübeck und den Pianisten Volker Linhardt.

Die Musik improvisiert Volker Linhardt überwiegend, ab und an zitiert er bekannte Stücke, wie z.B. “das Lübecklied” als Thomas Buddenbrook zum Bürgermeister vereidigt wird. Zur Vorbereitung eines Films schaut er sich diesen vier bis fünf mal an und schreibt sich ein Skript – wann ist es traurig, wann dramatisch, wann leicht und wann ist er gänzlich still – das legt er vorher fest. Dann spielt er drauf los und lässt seine Musik von dem Geschehen auf der Leinwand tragen. Das ist ihm sehr gelungen!

Wiederholung Panzerkreuzer Potemkin

Samstag, 16. Mai 2009


Wer am Montag, den 27.04 den FIlmklassiker Panzerkreuzer Potemkin auf ARTE verpasst hat bekommt heute Nacht nochmal eine Chance den Film zu sehen oder aufzunehmen:

Um 3.00 Uhr wird der Film auf Arte wiederholt.

Veranstaltungstipp: ‘Chang’ im Elefantenhaus

Mittwoch, 13. Mai 2009

Am kommenden Freitag (15. Mai) zeigt „Die Linse“ im Elefantenhaus des Allwetterzoo Münster den halbdokumentarischer Abenteuerfilm
Chang, a Drama of the Wilderness“.

Die Aufnahmen für die Geschichte wurden 1927 von Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack im Dschungel von Nord-Siam (heute Thailand) gedreht. Dramatischer Höhepunkt ist die Stampede einer Elefantenherde mitten durch ein Dorf im Dschungel.

Ein spannender Film und durch die Wahl sicherlich auch ein schönes Event. Ob die Elefanten mitschauen dürfen?

Mehr zum Film und der Veranstaltung gibts bei www.echo-muenster.de.

TV-Tipp: Die Verliebten von Pont Mac Donald auf Arte

Dienstag, 12. Mai 2009

Kommenden Freitag, 15. Mai 2009 zeigt Arte um 00.35 Uhr den Kurzfilm Die Verliebten von Pont Mac Donald (Frankreich, 1961, 5mn).

Aus der Ankündigung:

Mit aufgesetzter dunkler Brille sieht ein junger Mann das Leben ziemlich schwarz. Sobald er die Gläser abnimmt, erstrahlt die Welt für ihn und seine Liebste wieder in neuem Licht … Burlesker Stummfilm von Agnès Varda mit Jean-Luc Godard in der Hauptrolle.
[...]
Die Musik zu Agnès Vardas dreiminütigem Stummfilm stammt vom renommierten Filmkomponisten Michel Legrand (geboren 1932), der für seine Musik unter anderem mit drei Oscars ausgezeichnet wurde.

Nosferatu in Würzburger Kellergewölbe

Montag, 11. Mai 2009

Nach langer Pause vermeldet Werner Küspert wieder einmal eine Stummfilm-Aufführung in Würzburg. Am Dienstag, 26. Mai 2009 wird um 20.30 Uhr im Kellergewölbe der Zehntscheune des Juliusspital, Würzburg Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens gezeigt.


Aus der Ankündigung:

Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens
nach dem Vampir-Roman „Dracula“ begründet das Genre der Vampir-Filme und gilt als einer der Höhepunkte des deutschen Stummfilms. Der Regisseur Murnau verwischt meisterhaft die Grenzen zwischen (Alp-)Traum und Wirklichkeit. Die Atmosphäre des Grauens beruht nicht – wie bei modernen Horrorfilmen – auf Schockeffekten, sondern auf der Art der Darstellung. Küspert & Kollegen untermalen dieses Meisterwerk akustisch mit eigens zum Film komponierten LiveJazz der Extraklasse. Begleiten Sie zusammen mit den Musikern die Darsteller des Films auf ein einsames Schloss in Transsylvanien und erleben Sie einen unheimlichen und faszinierenden Abend im Kellergewölbe des Juliusspitals.

Begleitet wird der Film von:

  • Werner Küspert – Gitarre
  • Hubert Winter – Saxophon & Klarinetten
  • Rudi Engel – Kontrabass
  • Bill Elgart – Schlagzeug

Sicherlich ein tolles Ereignis, der Film wirkt sicherlich toll im Gewölbekeller – und dann noch mit Jazz – hmmm, mal schauen ob ich alte Bekannte in Würzburg besuchen kann…

Presseschau

Mittwoch, 06. Mai 2009

Aufgrund des Frühlings etwas kurz, verspätet und garantiert lückenhaft: Eine kleine Presseschau zum Thema Stummfilm.

Der Kuss der russischen Lehrerin
(sueddeutsche.de, 24.03.2009)

Das Münchner Filmmuseum zeigt eine neue Reihe sowjetischer Stummfilme

Kulturspiegel: Sechs Jahrzehnte der Jugoslawischen Kinotheke
(Milena Gluvacevic, Radio Serbia, 03.04.2009)

Mit einem reichen und vielfältigen Programm wird die Jugoslawische Kinotheke, eines der größten Filmarchive der Welt, in diesem Jahr sechs Jahrzehnte des Bestehens feiern. Das Jubiläum wird am 6. Juni feierlich begangen – am Tag der ersten Filmprojektion in Belgrad und auf dem Balkan.

Die Jugoslawische Kinotheke nimmt den ersten Platz in der Welt ein, wenn vom Prozentsatz der aufbewahrten Filme bis 1914 die Rede ist, die 70% ausmachen. In anderen Ländern beträgt dieser Satz nur etwa 10%. Im Jubiläumsjahr wird die Kinotheke auch einige DVD-Ausgaben veröffentlichen, mit Werken, die die serbische Kinematografiegeschichte gekennzeichnet haben. Präsentationen der Kinotheke anlässlich des 60. Jahrestags werden auch bei den größten Festivals des stummen Films in Pordenone und Bologna gezeigt.

Sichtbares Zeichen des Aufbruchs für Filmkultur
(Frankfurt.live, 04.04.2009)

Bericht zur Eröffnung des Deutschen Filmhauses und des Murnau-Filmtheaters und
der Ausstellung „Schätze deutscher Filmgeschichte“ bis zum 31. Mai.

9. Darmstädter Residenzfestspiele
(da-imnetz.de, 01.05.2009)

Die Eröffnungsveranstaltung am 24. Juli wird vom Berliner Stummfilm-Pianisten Stephan-Carsten Graf von Bothmer gestaltet, der zum Klassiker „Faust – Eine deutsche Volkssage“ von Friedrich Wilhelm Murnau exklusiv für Darmstadt eine neue Musik komponiert hat

Rückkehr aus der Gruft
(Marianne Kierspel, Kölner Stadtanzeiger, 04.05.2009)

Über einen Filmabend in der Pauluskirche:
Ein Erzähler und vier Musiker umrahmten Jean Epsteins Stummfilm „Untergang des Hauses Usher“.

Auf der Empore unterlegten vier Spieler dem Film Klänge zwischen Musik und Geräusch. Becker (Orgel, Cembalo), Ulrike Leydel (Flöte), Matthias Hudelmayer (Cello) und Volkmar Müller (Sounds) schienen spontan zu Bildern von Sturm und Schrecken zu improvisieren. Auch machten sie Reales hörbar, Schritte, das Ticken der Uhr, Pferdegetrappel. Am Altar trat Jens Zimmer als Erzähler mit Zylinder auf. Er las kurze Abschnitte aus der Poe-Übersetzung von Arno Schmitt (Schmitt schreibt „Ascher“).

Der Film packt, auch wenn er frei mit Poes fantastischen Motiven umgeht. Nachher dankte ein Besucher für den Filmabend und befand: „Ihre Musik hat die Bilder vertieft.“ Das zu überprüfen, wäre einmal interessant: Was leisten Schwarzweißbilder, wenn man sie nicht fürs Ohr verdoppelt? Welche Spannung schaffen Stummfilme ohne akustische Nachhilfe?