Pordenone am Sonntag II

Am späten Nachmittag gibt es dann wieder wie letztes Jahr eine Vorführung mit musikalischer Begleitung durch zwei Klassen einer Musikschule aus der Gegend. Entsprechend war das Kino auch mit eher Festivaluntypischem Publikum gefüllt – Eltern und Geschwister der Musikanten sind anwesend und das Kinderlachen wird die Stimmung doch etwas auflockern.

Gezeigt werden zwei Comedys mit Charlie Chaplin und Buster Keaton. Das ganze startet mit dem Chaplin-Film ‘A night in the show’. Die Begleitmusik wiederholt häufig identische Motive und ich habe nicht den Eindruck das es wirklich auf den Film abgestimmt ist.

Der anschließende Keaton-Film (The Playhouse) gefiel mir schon besser. Buster Keaton geht ins Theater zu Keaton-Vorstellung. Keaton spielt jede Rolle, jeder Zuschauer ist Buster Keaton, von jung bis alt, ob Frau oder Mann. Ganz nett, als ein Zuschauer (Keaton) das Programm liest und in der Besetzung immer Buster Keaton vorkommt. Die Musik erschien mir abgestimmter und mir fielen keine sich wiederholenden Themen unangenehm auf.

In der Abendvorstellung wird ‘The Eagle’ gezeigt. Kurz zusammengefasst: Zorro in Rußland. Ein russischer Offizier weigert sich der Geliebte der Zarin zu werden und flieht in seine alte Heimat in der seine Familie inzwischen ihren Besitz durch Betrug verloren hat. Der Held will Rache nehmen und tritt als Zorro-maskierter Rächer auf. Wie zu erwarten verliebt er sich natürlich in die hübsche Tochter

Das ganze auf 160 Minuten gezogen und mit einem Soundtrack von Carl Davis. Und prompt gab es zweimal Probleme mit der Technik und es gab Tonausfälle. An sich ein ganz netter Film und eine tolle Vertonung, aber mir wäre es simples Klavier lieber gewesen als die Musik aus der Konserve. Gegen ein Live-Orchester hätte ich natürlich auch nichts gehabt ;)

Nach ‘The Eagle’ gab es dann noch was fürs Herz. ‘Daddy’ ist ein herzzerreißender Film mit Jackie Coogan, der einen Jungen spielt, dessen Mutter verstarb und deren Großeltern von ihrer Farm auf eine Armenhof vertrieben wurden. Um Geld zu verdienen geht der kleine Junge in die Stadt, trifft dort einen alten Violinlehrer der ihn aufnimmt. Wie es der Zufall will, war es der ehemalige Lehrer von dem Vaters des Jungen. Und der weltbekannte Vater kommt gerade zufällig in die Stadt…

Eine Schmonzette, wunderbar begleitet von Phil Carli am Klavier und Günther Buchwald an der Violine – schnüff.

Mir schmerzt danach erst mal der Rücken und ich gebe auf, den letzten Film an diesem Abend lasse ich ausfallen.

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