Archiv für die Kategorie ‘Festivals’

Stummfilmveranstaltungen in Kalenderwoche 17/2010

Sonntag, 25. April 2010

Heute wieder eine Ankündigung von Stumm­film­terminen, für die kommende Kalenderwoche, diesmal für Woche 17/2010 vom 26. April 2010 bis zum 03. Mai 2010.
Dieses mal hat es wieder wenige Termine, was jetzt vermutlich weniger an der Anzahl Termine liegt, sondern eher daran, das ich keine Zeit zur Terminjagd hatte.

Sämtliche Termine wie immer ohne Gewähr. Insbesonders bei den Startzeiten sollte man vorsichtig sein. Ich habe irgendwo einen kleinen Bug, der mir die Sommerzeit mal berücksichtigt, mal nicht berücksichtigt und manchmal gleich eine doppelte Sommerzeit einfügt.

So, und jetzt zu den Terminen der kommenden Woche:
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Himmel auf Zeit – die 20er Jahre in Hamburg

Freitag, 09. April 2010

In Hamburg findet seit dem 1. April das Festival Himmel auf Zeit statt.

Das Festival zeigt die spannende Kulturszene der zwanziger Jahre: bedeutende Maler, Schriftsteller, Musiker, Tänzer, Architekten, Regisseure, Fotografen und Schauspieler prägten die Hansestadt.

Mit dabei sind natürlich auch Stummfilme. Bereits am 3.4. lief von Werner Loll begleitete der Film Brüder. Morgen am 10.4. gibt es Die Carmen von St. Pauli mit Klavierbegleitung durch Marie Luise Bolte Am 24.4. gibt es mit Melodie der Welt den ersten lange deutsche Tonfilm, produziert von der Hamburger Reederei Hapag und der Tobis.

Daneben hat es natürlich weitere Veranstaltungen, die den Flair der klassischen Stummfilmzeit wiederbeleben.

Details gibt es im Internet bei http://www.himmelaufzeit.de

Stummfilmfestivalkalender

Dienstag, 09. März 2010

Im Rahmen meiner Aktualisierungen bin ich über meine Festivalliste gegangen und habe einiges aktualisiert. Die PDF-Jahresübersicht enthält neben den Festivals auch noch für (fast) jeden Tag den Verweis auf einen Geburts- oder Todestag eines Stummfilmstars.

Neu angelegt habe ich einen Google-Kalender mit den Festivaldaten und ihn als Seite im Stummfilm-Blog integriert. Der Festivalkalender ist ein Test für eine Terminübersicht in Kalenderform. Leider hat es dort noch einige Probleme, insbesonders mit dem Encoding (Umlaute) und Zeitverschiebungen der Termine (Termine sind eine Stunde verschoben). Ich arbeite dran.

Voix du muet 2010

Sonntag, 28. Februar 2010

Ich bin gerade am Aktualisieren der Stummfilmfestivals für Stumm­film.info.

Da es mir in letzter Zeit häufiger passierte, das ich mir dachte Toll, muß ich mal bloggen und ich dann keine Zeit fand, vorab schon mal eine Info:

In der Schweiz findet vom 18.- 21. März erneut ein Voix du muet-Festival statt. Details zum Festival hat es auf französisch auf der Website des café-théâtre Barnabé.

Deutschsprachige Informationen zu Voix du muet-Festival hat es bei Stumm­film.info. Und mit etwas Glück kommen noch nähere Informationen zum Festival 2010.

Neckarwestern im 23. Stuttgarter Filmwinter

Donnerstag, 14. Januar 2010

Vom 21. – 24. Januar 2010 findet in Stuttgart der 23. Stuttgarter Filmwinter statt. Das “publikumswirksame Forum der Film- und Kunstavantgarde” bietet dabei am 23. Januar auch etwas für Stummfilmfreunde.

Unter dem Motto “Rhapsodie in Blei – Geschossen wird ab Mitternacht” werden Neckarwestern aus Heidelberg gezeigt.

Gezeigt wird Bull Arizona – Der Wüstenadler, ein ca. 50 Minuten langer Film von Phil Jutzi und Horst Krahé (1919). Astrid Beyer führt in den Film und die Geschichte der Westernfilme aus Heidelberg ein.

Stummfilmfestivals 2010

Samstag, 07. November 2009

Gestern fand ich endlich mal Zeit meine Festivalliste mit Stumm­filmfestivals zu aktualisieren. Heraus kam auch eine aktua­li­sierte Übersicht zu den Stummfilmfestivals 2010.

Neben der Liste auf der Website hat es auch einen Über­sicht­kalender als PDF. In der Jahresübersicht sind die mir bislang bekannten Festivals eingetragen, zusätzlich hat es für (fast) alle Tage ein Jahrestag eingetragen. Basis sind die Jahrestage, die auch im Blog am rechten Rand erscheinen.

Berlinale zeigt kompletten Metropolis

Samstag, 31. Oktober 2009

Wie die Berlinale, Spiegel.de und diverse andere berichten, gibt es auf der kommenden Berlinale die Weltpremiere für die restaurierte “Metropolis”-Fassung.

Fritz Langs Originalfassung des Stummfilmklassikers “Metropolis” von 1927 kehrt bei der Berlinale 2010 auf die Kinoleinwand zurück. In einer Galavorstellung am 12. Februar im Friedrichstadtpalast werde die von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung restaurierte Fassung des Films 83 Jahre nach der Uraufführung Premiere feiern, teilte die Berlinale am Donnerstag mit.

20. Film+MusikFest, Bielefeld

Dienstag, 20. Oktober 2009

Eine kurze Erinnerung: In gut zwei Wochen startet in Bielefeld (sofern es Bielefeld gibt) das 20. Film+MusikFest.

Gezeigt werden an sieben Tagen Filme unter dem gemeinsamen Motto “Rivalen”. Gezeigt werden Sunrise, – A song of two Humans (USA/Murnau), Die keusche Susanne (D), Borderline (GB/CH), Express 300 Meilen (Japan), The Marriage Circle (USA, Lubitsch), Speedy (USA, Harald Lloyd) und Dornröschen (D). Musikalisch begleitet werden die Filme von Orchestern und Einzelmusikern.

Eine Kurzübersicht zum Festivalprogramm hat es bei Stummfilm.info, Details finden sich bei der Murnaugesellschaft.

Samstag, Abschlusstag in Pordenone 2009

Samstag, 10. Oktober 2009

Der letzte Tag beim diesjährigen Stummfilmfestival beginnt mit Filmschnipseln des frühen Kinos, begleitet von den zwei Musikern der Masterclass (Miye Yanashita und Cyrus Gabriysch).
Für mich ganz interessant war ‘The Sinking of the Lusitania’ von Winsor McCay. Winsor McCay war in einem der Vorjahre ein Schwerpunkt, aber ich meine den Film gab es damals nur im Rahmen einer Art ‘The making of’ in Ausschnitten zu sehen. Hübsch war auch ‘The Teddy Bears’ mit knuffeligen Bären in den Hauptrollen. Und die Musiker hatten einmal echte Probleme einen 5-Sekunden-Schnipsel zu begleiten. Kaum angefangen, schon war der Schnipsel unerwartet vorbei.

Der Vormittag ging dann mit einem weiteren Glanzwerk weiter. Der dänische Film ‘The Master of the House’ beschrieb eine inzwischen unübliche häusliche Gesamtsituation, in der der Mann einen übelgelaunten Haustyrannen spielt und die Hausfrau sich für Mann und Kinder aufopfert. Als sie kurz vor dem Zusammenbruch steht wird sie von ihrer Mutter und dem ehemaligen Kindermädchen des Mannes zur Erholung geschickt und für den Mann beginnt eine Umerziehung. Als er seine Fehler einsieht kommt sie wieder zurück. Insgesamt amüsant, man sieht aber auch, das der emanzipatorische Ansatz nicht sehr weit geht. Die Tochter hilft immer bereitwillig im Haushalt, während der Sohn auf der Straße spielt und die Geschlechterrollen werden nie in Frage gestellt.

Am Nachmittag gibt es dann erneut einen Block mit Detektivfilmen, danach folgte der Dreyer-Film ‘Die Gezeichneten’, ein Film über die Anzettelung eines Judenprogramms um 1905 in Russland.

Das Programm für den Nachmittag schließt heute etwas früher, am Abend gibt es dann den Film ‘Ukulelescope’ , begleitet vom ‘Ukulele Orchestra of Great Britain’. Das Orchester begleitet eine Auswahl von Kurzfilmen des British Film Institute. Ich freu mich schon!

Freitag in Pordenone: Clowns, Masterclass, Korsika und eine Anklage

Samstag, 10. Oktober 2009

Der Freitag startet mit dem Film ‘Ein Mädel und drei Clowns’ (GB/D, 1928) – ein Stück passend zum Thema häusliche Gewalt im Zirkusumfeld. Eine netter Film mit zu erwartendem Ende – Sie bekommt Ihn und der Bösewicht die Strafe. Ich fragte mich nur warum die Mutter in der Geschichte ihren Mann verlies und die Tochter bei ihm zurücklies. Ok, ohne die damalige Flucht könnte die Tochter Jahre später nicht die Geschichte auslösen die die Basis des Filmes bildet. Begleitet wurde der Film von Günter Buchwald.

Die darauf folgende Masterclass leitet erneut Gabriel Thibaudeau, als Gast hat er eine Bühnendirektorin mit der er etwas über Themenstränge und Dramatik reden will (was er dann aber kaum dazu kommt). Er verrät nochmal einige Tricks aus seiner Trickkiste, zum Beispiel wie Züge klingen (und dabei kurz auf eine Diskussion über die unterschiedlichen Klänge britischer und amerikanischer Züge hinzuweisen). Die ebenfalls anwesende Maud Nelissen (Dirigentin der Eröffnungsveranstaltung) zeigte wie Pferde in der Nacht auf dem Klavier gespielt werden können.

Danach wurden wieder Auszüge aus Filmen gezeigt. Die gleichen Szenen wurden nacheinander von den beiden Masterclass-Musikern begleitet, anschließend spielte Gabriel Thibaudeau die DVD mit der von ihm erzeugten Vertonung ab. Dabei gab es interessante Parallelen, aber auch massive Unterschiede der Vertonungen. Es wurde nochmal darauf hingewiesen, das es keine falsche Begleitung gibt, nur unterschiedliche Interpretationen. Donald Sosin stellte noch eine weitere Idee zu einer Szene vor, meinte aber, dazu muss man vorher schon ein Motiv einführen. Thibaudeau grinste nur und spielte sein Motiv dieser Szene vor.

Am Nachmittag folgen wieder einige Detektivgeschichten in der Sherlock-Reihe, gefolgt von einem britischen Film (’The Wheels of Chance’), den man jederzeit als Werbefilm zum Fahrrad fahren einsetzen könnte. Die zwei Themenstränge eines jungen Stoffverkäuferassistenten der mit dem Rad in den Urlaub fährt und einer jungen Dame die ebenfalls mit dem Rad der heimatlichen Enge, finden zusammen als der Junge ihr seine Hilfe anbietet sie gemeinsam durch die Gegend radeln.

Nach dem britischen Film kommt ein fast zweistündiger französischer Film, der auf Korsika spielt. In ‘L’Île Enchantée’ stoßen der edelmütige Korse und Naturbursche (zwar ein Mörder, aber nur der Tradition gehorchend und auch immer wieder zeigend was für ein guter Mensch er ist und ganz nebenbei auch Arzt) auf die fortschrittliche Ingenieurin die in Korsika versucht ein Kraftwerk zu bauen. So verschieden die Grundhaltungen sind, sie finden doch zusammen – und doch wieder nicht. Viel Drama, gute Musik von Cyrus Gabriysch – aber muss das so lange sein?

Nach dem französischen Film graute mir schon vor dem Abendfilm. ‘J’Accuse’ dauert 192 Minuten – über drei Stunden. Und das Thema 1. Weltkrieg und dessen Grausamkeit versprach jetzt nicht eine bequeme Veranstaltung. Trotz der über drei Stunden und einer nicht unbedingt flotten Handlung – der Film fließt eher gemächlich mit 16 Bildern/Sekunde – fand ich den Film allerdings nicht langatmig. Die Bilder faszinierten und die Musik von Stephen Horn (Piano/Flöte) untermalten den Film wunderbar. Ich langweilte mich im Gegensatz zum Vorfilm nicht.

Die Kopie zu J’Accuse wurde vom niederländischen Filmmuseum neu restauriert und hier in Pordenone erstmals international aufgeführt. Danach geht er weiter und es besteht die gute Chance, das der Film demnächst auf weiteren Festivals gezeigt wird. Absolut sehenswert, aber man darf keine leichte Unterhaltung erwarten.