Archiv für die Kategorie ‘Pordenone’

In Pordenone angekommen

Samstag, 03. Oktober 2009

Dieses Jahr bin ich schon vor Festivalbeginn angereist und hatte die Möglichkeit in aller Ruhe zu frühstücken und dann gemütlich zur Registrierung zu laufen. Wie jeden Samstag hat es einen Wochen­markt, denn ich auf dem Weg zum Festivalbüro in aller Ruhe anschauen konnte. In den Vorjahren blieb dazu keine Zeit, weil es ja auch Filme zum anschauen gab.

Das Festivalbüro liegt dieses Jahr im Convento di San Francesco, dort wo die letzten Jahre die FilmFair stattfand. Die FilmFair fällt diese Jahr wegen wirtschaftlicher Probleme aus. Die Registrierung ging wie jedes Mal ohne Probleme vor sich, nach Zahlung der Re­gistrierungs­gebühr bekommt man sein Willkommenspaket mit Fe­sti­val­programm und 200-seitigem Programmheft, danach dann noch die Karten für die Eröffnungsveranstaltung besorgen.

Sowohl das Programm (pdf, 1.2MB und als Webseite) als auch das Programmheft (pdf, 3MB) stehen auch im Internet bereit.

Um 14:30 geht es mit dem ersten Film los. Naja, eine nicht so berauschende moralisierende Geschichte über einen zum Ver­brechen getriebenen Offizier. Jahre später holt ihn aber sein Verbrechen wieder ein. Einen Extra-Lacher bekam die auf einer Insel in Lebensgefahr schwebende (bereits erwachsene) Tochter des Offiziers, als sie ber das ca. 20 cm tiefe Wasser gerettet wurde, das sie alleine nicht überwinden konnte – sie wäre ja nass geworden. (Programmheft, Seite 71)

Um 16:00 folgt mit “The Four Just Men” ein Film der mir besser gefiel, was natürlich auch daran liegt, das er im Gegensatz zum vorherigen Film vollständig war. Vier “Gerechte” fordern einen Industriellen auf für seine Arbeiter bessere Arbeitsbedingungen einzuführen, ansonsten würden sie ihn ermorden. Im weiteren versucht die Polizei die Tat zu verhindern und die Gerechten zu fassen. Insgesamt eine runde Geschichte, schön begleitet von Donald Sosin. (Programmheft, Seite 163).

Danach gehe ich nochmal zum Festivalbüro und teste die angebotene Internetverbindung. Wie man an diesem Posting sehen kann funktioniert es ;-) .
Die ersten Fotos und Berichte des Festivals gibt es demnächst auch auf Stummfilm.info.

Kommenden Samstag Festivalstart in Pordenone

Donnerstag, 01. Oktober 2009

Diesen Samstag ist es wieder soweit, in Pordenone startet das Giornate del cinema muto. Trotz widriger Umstände habe ich es auch dieses Jahr wieder geschafft mir die Zeit zu nehmen und werde im nord­italienischen Herbst Stummfilme genießen.

Und im Gegensatz zu letztem Jahr habe ich es diesmal geschafft mir schon vorab mal das Programm anzusehen und vor allem vorher zu schauen, wo eigentlich das Festivalbüro dieses Jahr sitzt ;-)

Wie ich feststellte hat Touve Ratovondrahety seine letztjährigen Erfahrungen umgesetzt und übernimmt dieses Jahr bei mehreren Filmen die musikalische Begleitung. Mal schauen, ob er wie letztes Jahr versprochen auch einen ordentlichen Film bekommt.

Die Masterclass findet auch dieses Jahr wieder statt, ich werde dort wohl des öfteren vorbeischauen und prüfen was ich dort über Stumm­film­begleitung erfahren kann (auch wenn es immer pro­ble­ma­tisch ist, weil man dann anfängt die Musik zu analysieren statt schlicht zu genießen).

Das Kollegium werde ich zumindest am Montag einmal besuchen. Thema ist From Grain to Pixel: Digital Technology and the Film Archive.

Gespannt bin ich auf den Samstag, 10. Oktober. Dort wird Ukulelescope gezeigt, begleitet vom Ukulele Orchestra of Great Britain. Eigentlich kenne ich die Ukulele nur als etwas nerviges Instrument zu hawaiianischer Musik, aber ich vermute sie wird mir im Zusammenhang mit dem Stummfilm gefallen.

Mal schauen ob ich dieses Jahr Zeit und Gelegenheit finde zeitnah im Blog ein paar Festivalberichte einzustellen.

Und was mir am Rande auffiel: Das Festival hat inzwischen eine eigene Website: www.giornatedelcinemamuto.it. Bisher war mir nur www.cinetecadelfriuli.org/gcm/ bekannt.

Russische Meisterleistung: Alexander Shiryaev

Dienstag, 21. Oktober 2008

Nachdem der Abschluss meines diesjährigen Pordenoneberichts noch etwas warten läßt und ich sowieso nicht viel zu den Filmen von Alexander Shiryaev zu berichten habe, freut es mich, das mir das Neue Deutschland die Arbeit in diesem Punkt abnimmt.

Mit dem Titel Russische Meisterleistung – Das Kinofestival Le giornate del cinema muto, Pordenone stellt die “Sozialistische Tageszeitung” den russischen Solotänzer, Ballettmeister, Tanzlehrer, Choreograf – und Filmpionier – Alexander Shiryaev vor.

Pordenone 2008 – erste Bericht

Donnerstag, 09. Oktober 2008

Wie schon leicht angedeutet bin ich dieses Jahr wieder in Pordenone und ich habe etwas Zeit gefunden einen kleinen Bericht auf Stummfilm.info abzulegen.
Man möge einen etwas holprigen Stil verzeihen, die Zeit reicht nicht zum Korrekturlesen ;-)

Pordenone 2007 – Ein Rückblick

Sonntag, 21. Oktober 2007

Jetzt ist es eine Woche her, seit ich aus Pordenone zurück bin. Welche Eindrücke habe ich mitgenommen? Ich sah jede Menge Stummfilme mit guter Musik, und oft mit hervorragender Musik. Ich schätze, dass ich etwa 1/3 der angebotenen Filme gesehen habe. Mit Jean Darling konnte man wieder einen Menschen erleben, der über seine persönlichen Erfahrungen aus der Stummfilmzeit berichten konnte. Schade das die ebenfalls angekündige Diana Serry Carry (Baby Peggy) aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend war, aber sie lies ausrichten, das sie nächstes Jahr wieder kommen will.

Wie jedes Jahr machte ich die Erfahrung, das es komplett unnötig ist Bücher mitzunehmen um Leerlauf zu überbrücken. Es gibt soviel zu sehen, es gibt kein Leerlauf. Und wenn, dann setzt man sich lieber mal ins Café oder Restaurant und läßt es sich gutgehen.

Ich startete dieses Jahr erstmals den Versuch eines Livebloggings vom Festival. Es gestaltete sich schwieriger als ich erwartet habe. Zum einen gab es technische Gründe (der Internetzugang war manchmal etwas schwierig), vor allem gab es etwas Probleme die Zeit zum schreiben zu finden. Insgesamt glaube ich nicht, das ich das so wiederhole. Bei Bioscope gab es auch eine Live-Bericht vom Tag 1 bis zum Tag 5 des Festivals. Nächstes Jahr, sofern ich dann wieder in Pordenone bin, werde ich es wohl ebenso machen. Schade fand ich, dass ich erst zuhause feststellte, das die Bioscope-Macher auch in Pordenone sind, dabei haben sie es frühzeitig angekündigt. Man hätte sich ja mal treffen können.

Nach acht Jahren fand das Festival nicht in Sacile, sondern in Pordenone statt, für mich war es das erste Mal in Pordenone. Es ist ganz angenehm, wenn man mal schnell ins Hotel kann für eine kurze Entspannung. Genutzt habe ich diese Möglichkeit aber kaum. Nur abends war es sehr praktisch gleich ins Bett gehen zu können und nicht erst mit dem Bus zum Hotel fahren zu müssen. Insgesamt war die Atmosphäre in Pordenone nicht so familiär. In Sacile war die Stadt vom Festival geprägt, selbst Bäcker und Schuhgeschäfte dekorierten für das Festival. Sacile empfand ich gemütlicher, die Cafés reizten mehr zum verweilen. Pordenone ist größer, das ist Festival ist sichtbar, aber nicht prägend.

Das Programm dieses Jahr kam mir kleiner als in Sacile vor, wobei es glaube ich eher ein subjektiver Blick war. In Sacile waren die zwei Veranstaltungsorte an zwei Enden der Stadt, in Pordenone an zwei Enden eines Gebäudes. Zugleich war das Programmheft kompakter und zeitlich sortiert. Die Programme in Sacile waren in einer Tabelle und man konnte Terminüberschneidungen leicht erkennen.

Insgesamt wieder ein schönes und interessantes Festival. Wer einen Blick in das komplette Programm werfen will, kann sich das Programm (180KB, 11 Seiten) und das Programmheft (ca. 3MB, 84 Doppelseiten) als PDF downloaden.

Nächstes Jahr findet das Festival in Pordenone vom 4.-11. Oktober 2008 statt. Und ich werde mich bemühen in näherer Zukunft auf Stummfilm.info eine Zusammenfassung des Giornate del Cinema Muto 2007 mit einigen Fotos zu erstellen.

Pordenone: Abschlußveranstaltung mit Pandoras Box

Sonntag, 14. Oktober 2007

Zum Abschluß gibt es noch einmal ein Film vom Orchestra Sinfonica del Friuli Giulia begleitet, diesmal ist es Pandoras Box.


Die Reden vorab werden kurz gehalten, da der Abend lang zu werden scheint. Aber es bleibt genügend Zeit um John Canemaker und Madeline Fitzgerald Matz den Jean Mitry Award zu überreichen. Die Zwei werden dafür für ihre Arbeit für den Stummfilm gewürdigt. Besonders hervorgehoben wurde der Preis für Madeline Fitzgerald Matz, da es eher ungewöhnlich ist, das eine Bibliothekarin so gewürdigt wird.

Danach folgte der Film Pandoras Box, mit einer Komposition von Paul Lewis . Er dirigiert selbst das Orchestra Sinfonica del Friuli Giulia. Louise Brooks beeindruckte mich zum wiederholten mal, die Musik war toll. Aber die Länge des Films nahm mich nach der doch anstrengenden Woche doch etwas mit.

Pordenone: Farmer aus Texas

Samstag, 13. Oktober 2007

Die Nachmittagsvorstellungen gibt es diesmal nicht im Teatro Verdi, sondern in einem einem Kino, dem Cinemazero. Im Teatro Verdi findet die Generalprobe für die Abschlußveranstaltung statt.

Gezeigt wird Cowboy Count, ein deutscher Film von 1925. Eine texanische Ranchertochter heiratet einen schwedischen Grafen und bekommt einen Sohn. Als ihr Vater stirbt, freut sich der Graf über die Erbschaft, wird aber enttäuscht, alles soll der Sohn erben, wenn er erwachsen ist. Die Ranchertochter will sich trennen, befürchtet aber, das sie ihren Sohn nicht mitnehmen kann. Kurzerhand wird dem Grafen ein falsches Kind untergeschoben ohne das er es merkt. Als es dann soweit ist, das die Erbschaft verteilt werden soll gibt es ein entsprechende Chaos.

Der Film wird von Roman Zavada, einem der Schüler der Masterclass begleitet. Ich sag nur: Gut gemacht!

Pordenone: Isn’t Live wunderfull

Samstag, 13. Oktober 2007

Der Samstag startet für mich mal wieder mit einen Griffith-Film, wieder hervorragend von Günther Buchwald begleitet.

Isn’t Live wunderfull spielt in Berlin in der Nachkriegszeit und während der Weltwirtschaftskrise. Beim Schauen des Films mußte ich mir immer wieder vor Augen halten, das da die Nachwirkungen des ersten Weltkrieges gezeigt werden und nicht die des zweiten. Das sich schon nach dem ersten Weltkrieg die Grenzen Deutschlands nach Westen verschoben und es Vertrieben gab, war mir schon aus dem Geschichtsunterricht bekannt. Aber das es auch schon damals so ein großes Problem mit Ostflüchtlingen gab, war mir so unbekannt.

Wie gewohnt bei Griffith ist die Handlung wieder äußerts melodramatisch und am Ende wird alles gut. Aber immerhin hat es sich in diesem Film mit Nationalismus zurückgehalten. Insgesamt ein sehenswerter Film.

Pordenone: Chicago mit dem Prima Vista Social Club

Freitag, 12. Oktober 2007

Am Abend gibt es mal wieder eine hervorragende Begleitmusik zum Film Chicago (1927), diesmal vom Prima Vista Social Club mit Neil Brand (Klavier), Günther Buchwald (Geige), Romano Todasco (Bass), Dennis Biason (Gitarre), Matthias Danneck (Schlagzeug). Verstärkt wird die Gruppe für diesen Film von Stefan Oberländer am Saxofon.

Der Film selbst ist amüsant und spielt naheligenderweise in Chicago. Er nimmt die Presse, insbesonders die Boulevardpresse aufs Korn. Und was macht es schon, wenn man jemand umbringt, Hauptsache die Presse macht einen zur schönsten Mörderin.

Pordenone: Gespräch mit Jean Darling

Freitag, 12. Oktober 2007

Am Nachmittag gibt es ein Gespräch mit Jean Darling. Sie sitzt zusammen mit David Wyatt auf der Bühne im Ridotto del Verdi, einer kleineren Bühne des Theaters in Pordenone.

Es ist faszinierend wie lebhaft und agil sie über ihre Zeit in Hollywood und besonders ihrer Zeit mit den kleinen Strolchen berichtet. Spannend auch ihre Anekdoten und Geschichtchen über Roscoe Arbuckle, Stan Laurel, Greta Garbo, Gary Cooper, Clarke Gable…
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