Die Scherenschnittkünstlerin zog 1980 nach Dettenhausen in der Nähe Tübingens und verstarb dort am 19. Juni 1981. Ihr Nachlass bildet die Grundlage für die Tübinger Ausstellung.
Die Ausstellung “Die Welt in Licht und Schatten. Lotte Reiniger: Scherenschnitt, Schattentheater, Silhouettenfilm” ist täglich außer montags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, Eintritt: 2,50 Euro ermäßigt 1,50 Euro.
Einen Artikel Erzählen mit der Schere zu der Künstlerin und der Ausstellung gibt es von der Eßlinger Zeitung. Eine weitere Ausstellung zu Lotte Reinigers Arbeiten befindet sich im Filmmuseum Düsseldorf.
Die Ostthüringer Zeitung berichtet über eine Austellung des Jenaer Kunstverein zu einem Drehbuch aus den 20ern, das vermutlich nie umgesetzt wurde und jetzt als Animationsfilm in der Bauhaus-Uni in Weimar gedreht werden soll.
Das undatierte Werk fand sich im Nachlass des Künstlers [Walter Dexel] und wurde bislang noch nie ausgestellt. Der maschinengeschriebene Text auf Durchschlagpapier lässt darauf schließen, dass das Skript an Filmproduzenten geschickt werden sollte, eine Bestätigung dafür findet sich in den Archiven jedoch nicht. Die Illustrationen der utopischen Marsreise zeigen eine noch unbekannte Seite im Oevre des Konstruktivisten Dexel.
Morgen findet dazu die Vernissage um 19 Uhr statt, die Finissage ist für den 18. September, 19.30 Uhr vorgesehen, jeweils in der Galerie des Jenaer Kunstvereins. Mehr zur Ausstellung findet sich auf der Internetseite des Jenaer Kunstverein.
Gerade erhielt ich einen Newsletter von Stephan v. Bothmer mit einer erschreckenden Programmänderung, zumindest der Grund ist erschreckend.
Leider muss ich mitteilen, dass die einzige in Deutschland erhältliche Kopie von “Wings” bei kürzlich einer Aufführung zerstört wurde. Wir zeigen stattdessen den Actionthriller “Submarine” vom Meister Frank Capra…
Weiter teilt er mit:
Dieses Unglück ermuntert mich immer wieder zu mahnen: Unser Filmerbe vergammelt in unseren Archiven. Die verfügbaren Mittel reichen zur Sicherung nicht aus! Viele Filmschätze gehen und sind schon unwiederbringlich verloren. Ich versuche mich mit meinen Mitteln für dieses Erbe einzusetzen: Indem wir die Schätze aus den Archiven holen und wieder einem großen Publikum zu Bewusstsein bringen. Mehr Aufmerksamkeit – mehr Einsicht – mehr Mittel.
Zwei weitere Beispiele: Im Jahr 2005 habe ich auf dem Filmfest Hamburg “Varieté” begleitet. Die Filmkopie wurde dabei vollkommen zerstört. Bisher ist keine neue ausleihbare Kopie erstellt worden (weil die Murnaustiftung an einer neuen Restaurierung arbeitet und kein Geld in die alte Fassung stecken möchte, was ja verständlich ist). Seitdem ist Varieté praktisch nicht mehr aufführbar. Die neue Restaurierung ist nicht in näherer Sicht.
Ein britischer Filmwissenschaftler suchte in zahlreichen Archiven weltweit Überbleibsel von Filmen eines bestimmten Regisseurs zusammen. Einige konnte er in einem Deutschen Archiv sicher stellen. Die Recherche dauerte zwei Jahre. Als er nach Deutschland zurück kehrte, waren die Filmaufnahmen vernichtet worden: zur Sicherung ausländischer Filme stünden keine Mittel mehr bereit. Das waren leider die letzten Kopien, die es von diesen Szenen auf der Welt gab. Wir können nur hoffen, dass ausländische Archiven mit unserem Filmerbe nicht so umgehen. Sonst wären ja auch die jüngst entdeckten Metropolisszenen in Buenos Aires für immer verloren.
Vielleicht sollte man den Begriff Filmarchiv in Zukunft vermeiden und stattdessen Kulturbank sagen, und Filme sind zukünftig ein Kulturinvestitionsgut. Dann gäbe es vielleicht ein paar Milliarden aus dem Finanzmarktstabilisierungsfond zur Rettung der Bank?
Wie jetztinvielenZeitungenund Medien berichtet wird, hat die Restaurierung jetzt begonnen. In enger Zusammenarbeit von Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, der Stiftung Deutsche Kinemathek, dem Bundesarchiv-Filmarchiv, dem Filmmuseum München, dem Deutschen Filminstitut, Enno Patalas und anderen Partnern soll die Restaurierung durchgeführt werden.
Ziel soll eine vollständige Fassung für Festival- und Kinopublikum, Fernsehen und DVD sein. Ich bin mal gespannt bis wann es soweit ist und die Öffentlichkeit die Gelegenheit bekommt den Film komplett zu sehen.
Bereits im Dezember wurde nach 2007 für den 5.-9. Januar 2009 ein weiteres Festival der verlorenen Filme angekündigt. Scheinbar ging es dem Blogbetreiber zum Jahreswechsel wie mir, einer der fünf angekündigten Filme entfiel mit der Begründung your programmer is leading a busy life at the moment and both time and energy have run out (der Blogbetreiber hat gerade fiel zu tun und hatte keine Zeit und Energie mehr).
Aber es wurden immerhin vier Filme vorgestellt, von denen keine bekannte Kopie mehr existiert. Folgende Filme wurden vorgestellt:
Nachdem der Abschluss meines diesjährigen Pordenoneberichts noch etwas warten läßt und ich sowieso nicht viel zu den Filmen von Alexander Shiryaev zu berichten habe, freut es mich, das mir das Neue Deutschland die Arbeit in diesem Punkt abnimmt.
Das Auto, das durch alle Stummfilme tuckert, hat das Gesicht der USA verändert, der industriellen Produktion – und damit der ganzen Welt.
WOZ: Im Film «Big Business» aus dem Jahr 1929 geraten Stan Laurel und Oliver Hardy als Christbaumverkäufer über einen Hausbesitzer in Rage, der keinen Baum kaufen will. Sie beginnen, dessen Haus Stück um Stück zu demolieren – während dieser dasselbe mit Stans und Ollies Auto tut. Es ist ein Model T von Ford. Wofür steht es in diesem Film?
Ich kannte das Auto bisher auch nur als Massenprodukt, aber das es in den End-Zwanzigern ein Symbol für Unmodernität und vielleicht Armut war ist mir auch etwas neues.
Und wer jetzt Lust auf Laurel und Hardys Film bekommen hat, der Film ist im Internet verfügbar:
Als ich meinen Beitrag zum Weltdokumentenerbe schrieb, war ich mir ziemlich sicher schon einmal eine Online-Version des Films The Story of the Kelly Gang gesehen zu haben – nur leider fand ich nichts mehr.
Filmemacher, die heute schon digital produzieren, bedeutet das paradoxerweise, dass sie ihre Produktionen auf Film „ausbelichten“ müssen, um in den Genuss der Archivierung zu kommen.
Für die digitale Sicherung gilt:
Sie ist zu unsicher und zehnmal so teuer wie die Speicherung auf 35mm-Polyester-Film, der außerdem bis zu 700 Jahre intakt bleibt.
Nur zum Thema Sicherheit: Der Erhalt der Daten ist eine Sache, das interpretieren eine andere. Was nützt es, wenn man die Bitfolgen noch lesen kann, aber das Format nicht mehr kennt. Es hält sich das Gerücht, das die NASA noch Bänder der Mondflüge hat, aber nicht mehr interpretieren kann, weil das Datenformat unbekannt ist.
Und das ganze wird noch komplizierter – die Medienindustrie arbeitet an einer digitale Rechteverwaltung, deren Ziel es salopp gesagt ist, den Zugang zu den Dateninhalten zu erschweren. Wer garantiert, das jemand in hundert Jahren noch einen Zugangsschlüssel hat?
Die brandenburgischen Nachbarorte Woltersdorf und Rüdersdorf waren Anfang des letzten Jahrhunderts ein beliebter Drehort für Stummfilme. Jeanette Bederke hat in der Berliner Morgenpost hat einen Artikel darüber veröffentlicht.