Archiv für die Kategorie ‘Filmgeschichte’

Wie im Youtube-Zeitalter Filme verloren gehen

Dienstag, 08. Januar 2008

Bei Welt.de gibt es einen aktuellen Artikel Von Hanns-Georg Rodek mit dem Titel Wie im Youtube-Zeitalter Filme verloren gehen. Der Artikel befasst sich mit der Pflicht bei Büchern eine Kopie an die Deutsche Bibliothek zu liefern und dem Fehlen dieser Pflicht bei Filmen. Es wird dabei auch auf die Konsequenzen dieser fehlenden Pflicht eingegangen, die man als Stummfilmfan ja leider häufiger mitbekommt.

Hoffen wir mal, das es in Zukunft auch für Filme eine Archivpflicht gibt. Für die Stummfilme ist es ja vielfach zu spät, aber unsere Enkel werden es uns vielleicht danken, wenn wir Ihnen ein gut sortiertes Archiv unserer Film hinterlassen. Wobei es in Zukunft wohl eine fortschreitende Digitalisierung und damit immer weniger Filmkopien geben wird. Und gerade diese Digitalisierung birgt viele Risiken. Kann man das Dateiformat auch in Zukunft lesen? Gibt es technische Hürden, z.B. Einschränkungen aufgrund einer digitalen Rechteverwaltung, oder hat es sogar eingebaute Verfallszeiten? Über Probleme der digitalen Langzeitarchivierung informiert u.a. das deutsche Kompetenznetzwerk zur digitalen Langzeitarchivierung.

Wenn Archivpflicht, dann bitte auch für digital gespeicherte Filme und das bitte in einem offenen Format, bei der man auch in Zukunft hoffen kann, das man es noch lesen kann.

Stummfilm-Pianist Willy Sommerfeld gestorben

Mittwoch, 02. Januar 2008

Ein trauriger Jahresbeginn für Stummfilmliebhaber: Wie u.a. der Spiegel berichtet verstarb der Stummfilm-Pianist Willy Sommerfeld am 19. Dezember im Alter von 103 Jahren.

Neuverfilmung von Metropolis?

Sonntag, 09. Dezember 2007

Morgen scheint für Stummfilmliebhaber Der Spiegel Pflichtlektüre zu sein. In der morgen erscheinenden Ausgabe hat es einen Artikel mit dem Titel Neuverfilmung von Fritz Langs Klassiker “Metropolis” (etwa Seite 158).

Wortvogel hat schon die ersten Anmerkungen dazu. Wobei ich ihm in einem Punkt vehement widersprechen muß:

Als Stummfilm fehlt ihm eine ganz wichtige Ebene, um heute noch zu funktionieren: der Ton. Die Geräusche der Mega-Stadt, das Stampfen der Maschinen, die betörende Ruhe in der Welt der Reichen – all das fehlte bisher.

Stummfilmfans wissen: Stummfilm ist nicht stumm, Stummfilm ist begleitet. Und eine gute Begleitmusik kann die Geräusche und Töne perfekt darstellen — kann. Leider gibt es auch viel schlechtes und gerade so ein Meisterwerk hat darunter zu leiden, das sich viele daran versuchen – und gerne scheitern.

Eine Neuverfilmung? Warum nicht. Aber bitte mit eigenen Profil. Kein Nachverfilmen, womöglich noch mit Stummfilm-Sequenzen. Nehmt die Handlung, nehmt die Bilder, aber macht was eigenes draus.

Mal schauen was der Spiegel dazu schreibt.

Bioscope Festival der verlorenen Filme

Freitag, 07. Dezember 2007

Unter dem Titel The Bioscope Festival of Lost Films ist für den 14.-18. Januar 2008 ein Blog-Filmfestival bei Bioscope geplant.

Fünf Tage lang wird jeden Tag ein Film vorgestellt, von dem es in keinem Archiv dieser Welt eine Kopie gibt. Dazu gibt es begleitende Informationen und Interviews.

Ein Programm des Festival gibt es noch nicht und wird es auch nicht vorab geben. Das dürfte das erste Filmfestival sein, das hofft, das es sein Programm in letzter Minute ändern muß. :)

Russische Stummfilme im Über-Setzer-Logbuch

Montag, 12. November 2007

Ich bin gerade über eine den Blog Über-Setzer-Logbuch gestolpert. Seit Oktober hat es dort eine Serie „Russischer Film“ mit einem kleinen Streifzug durch die russische Filmgeschichte.

Die Serie beginnt mit einem Artikel zur Geburt des russischen Films, gefolgt von einem Artikel zur Pionierzeit (1908–1914) und der Blütezeit im ersten Weltkrieg. Dazu hat es verschiedene Artikel zu einzelnen Filmen und Regisseuren. Angereichert sind die Artikel durch Hintergrundtexte.

Ein Hinweis zum Kommentar von gz bei der Ankündigung der Reihe: Ich fand die Beiträge interessant, und ich könnte mir vorstellen, das sich jetzt noch ein paar weitere Leser finden ;)

Und wer jetzt Interesse an russischen Stummfilmen bekommen hat, im Münchner Filmmuseum läuft noch bis 27. November 2007 die Filmreihe Sowjetische Stummfilme.

Stummfilm der Woche 44/2007: Der Zug in Fahrt!

Montag, 29. Oktober 2007

Bei der Wahl zu meinem Stummfilm dieser Woche stutzte ich denn doch. Am 31.10.2007 gibt es gleich dreimal Nosferatu. Ok, ich hab’s gemerkt, Halloween naht.

Aber mein Stummfilm der Woche gibt es schon am Dienstag in Hamburg im Kino Metropolis. Es handelt sich dabei mal wieder nicht um einen Film, sondern um einen Vortrag von Thomas Tode zum Thema Sowjetische Agit- und Kinozüge der 20-30er Jahre. Es werden dabei viele seltene Filmausschnitte gezeigt.

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Josef von Sternberg – The Case of Lena Smith

Freitag, 26. Oktober 2007


Unter dem Titel Josef von Sternbergs Erbe stellt Andreas Busche in der taz ein Buch von Alexander Horwath und Michael Omasta zu dem verschwundenen Stummfilm “Josef von Sternberg – The Case of Lena Smith” (Eine Nacht im Prater) vor.

Der 1929 veröffentlichte Film wurde damals vom Publikum kaum beachtet, da gerade der Tonfilm eingeführt wurde. Heute gilt Josef von Sternberg – The Case of Lena Smith als einer der bedeutendsten verlorenen Filme der Filmgeschichte. 2003 wurde in einem Altwarenladen in der Mandschurei ein vierminütiges Fragment des Films gefunden, der Film an sich ist aber wohl vernichtet.

Mehr zu dem Thema im taz-Artikel, einem älteren Artikel in der NZZ oder natürlich in dem Buch. Bei Amazon ist das Buch zur Zeit leider nicht verfügbar, aber man kann ja mal prüfen, ob der Buchhändler um die Ecke besser ist ;) .

Bilder zum Film, bzw. dem Buch finden sich beim Österreichischen Filmmuseum

Pordenone: Winsor McCay, His Life and Art

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Im Rahmen der Jonathan Dennis Lecture berichtete John Canemaker über das Leben und Werk von Winsor McCay.

Winsor McCay war erfolgreicher Comiczeichner (Litte Nemo) und drehte, oder besser zeichnete, mit die ersten Animationsfilme. Neben einer Beschreibung gab es auch einige Filme mit Winsor McCay zu sehen.

Meist war es dasselbe Schema. Winsor McCay trifft sich mit bekannten und schließt eine Wette ab, das er zu einem Thema eine Animation machen kann.

Die Idee für die Erstellung von Gerdie the Dinosaur kam Winsor McCay angeblich bei einem Museumsbesuch. Im Anschluss wird dann die Produktion gezeigt, es werden Stapelweise Papier und Fässerweise Tinte (die großen Holzfässer zum rollen, nicht kleine Tintenfässchen) zur Produktion besorgt und losgezeichnet. Einige der Zeichungen gibt es noch und erzielen bei Auktionen bis zu 4000 Euro.

Eindruckvoll auch die Animation zum Untergang der Lusitania.

Lost-Films.eu

Donnerstag, 27. September 2007

Wie die Stiftung Deutsche Kinemathek mitteilt, wollen sie einige verschollenen Filme in einer internationalen Kooperationen und via Internet wieder verfügbar machen.

Aus der Pressemitteilung:

Ziel ist es, gemeinsam mit anderen europäischen Kinematheken und Archiven eine Auswahl solcher verschollenen Filme anhand von Fotos, Plakaten, Drehbüchern und weiteren noch existierenden Materialien im World Wide Web zu rekonstruieren. Soweit vorhanden, werden auch Fragmente dieser Filme auf der Homepage www.lost-films.eu zu sehen sein.

Aktuell findet sich unter lost-films.eu/ ein Wiki mit A ngabe der Ziele des Projektes. Nach Jahren sortiert hat es schon eine Vielzahl von Filmen gelistet. Außer Titel, Produktionsjahr und Regisseur fand ich noch keine weiteren Angaben. Aber das Projekt startet ja auch erst.

Ich freu mich schon und bin gespannt auf die ersten Ergebnisse.

‘Call for Papers’ für die fünfte Frauen und Stummfilm-Konferenz

Freitag, 14. September 2007

In Stockholm findet vom 11.-13. Juni 2008 die Fifth International Women and the Silent Screen Conference statt.

Neben der Aufführung von Filmen gibt es Vorträge und wissenschaftliche Diskussionen zu dem Thema ‘Frauen und die ersten vier Jahrzehnte des Films’.

Wer mit einem Vortrag teilnehmen will hat bis zum 15. Dezember Zeit eine Kurzfassung einzusenden. Näheres gibt es auf der Konferenzsite.