Archiv für die Kategorie ‘Berichte’

Fußball-EM-Finale

Dienstag, 01. Juli 2008

Wie schon einmal angekündigt begleitete Stephan von Bothmer das EM-Finale an der Orgel.

In der taz ist dazu ein Artikel Traurig, aber schön erschienen.

Nett ist ja die Idee für jedes Tor eine Kerze anzuzünden. So kann man immer den aktuellen Satnd sehen. Und es darf keine Elfmeter geben, sonst müssen wir Teelichter aufbauen.. Na, davor blieben wir ja verschont ;)

Gerhard Gruber Tour 2008 in Australien/Neuseeland/Japan

Sonntag, 27. April 2008

Gerhard Gruber, der österreichische Stummfilmpianist ist von seiner Australien- und Neuseelandtournee mit den Festivals in Rotorua und in Hobart (Tasmanien). Unter der Internetadresse http://australien-neuseeland2008.blogspot.com hat er Bilder seiner Reise veröffentlicht. Zu sehen sind Landschaftsbilder und Bilder verschieder Beteiligter der Stummfilmfestivals.

Bilder seiner Japantournee vom März finden sich unter http://2008-tokyo.blogspot.com/

Metropolis mit Harry Kulzer im Club Bastion in Kirchheim

Samstag, 26. April 2008

Wie schon mehrfach angekündigt war ich vergangenen Freitag in einer weiteren Metropolis-Vorführung. Diesmal war ich im Club Bastion in Kirch­heim/Teck und konnte Harry Kulzers Musikbegleitung zum Film besuchen.

Der Club Bastion ist ein ehrenamtlich arbeitender kulturell-literarisch-politischer club e. V. in den Gewölben der Bastion, einem Festungsbau von ca. 1500. Man betritt den Club und landet durch einen Gang in einem Raum mit zwei Ebenen. Auf der unteren Ebene ist eine kleine Bühne, davor sind Stühle aufgereiht. Auf der Bühne ist eine kleine Leinwand aufgestellt, im Raum steht ein 16mm Projektor. Auf der oberen Ebene hat es mehrer aufsteigende Reihen mit Sitzen, die alle eine gute Sicht in Richtung Leinwand haben (wenn man nicht gerade das Pech hat einen Teil des Geländers im Blick zu haben).

Der Film wurde in zwei 45 Minuten Teilen gezeigt. Im Vergleich zu der Fassung in Sindelfingen hatte ich vielfach den Eindruck da fehlt was. So war es auch nicht verwunderlich, als in der Pause noch kurz eine Erläuterung der folgenden Handlung kam, weil die fehlenden Teile die Ge­schich­te unverständlich machen. Der Film basiert auf einer Re­kon­struk­tion aus den 50-60er Jahren mit Zensurschnitten der britischen Zensur.

Die Musik begeisterte mich nicht so sehr wie die Vorführung in Sindelfingen. Gerade am Anfang wirkte das Klavier zu sanft für den Film. In der zweiten Hälfte passte die Musik besser, dafür war der Film schlechter. Ich hatte den Eindruck, das Metropolis nicht so gut zum Klavierspiel von Harry Kulzer passt, ich würde ihn aber gerne mal zu einem Lubitschfilm hören.

Jetzt heißt es drei Monate warten und ich kann die dritte Metropolis­auf­führung auf dem Kino auf der Burg in Esslingen berichten.

Metropolis mit Antonio Bras im Pavillon in Sindelfingen

Freitag, 18. April 2008

Wie ich bereits schrieb war ich vergangengene Samstag im Pavillon in Sindelfingen und durfte mir Metropolis mit einer Live-Vertonung von Antonio Bras ansehen.

Das Pavillon wird von der IG Kultur Sindelfingen / Böblingen e.V. betrieben und liegt am Rande Sindelfingens, ca. 500m vom Busbahnhof entfernt. Nachdem ich das Pavillon fand, was nicht wirklich ein Problem war, fühlte ich mich gleich heimisch – eine klassisches KuKoZe (Kultur- und Kommunikationszentrum), vor circa 20 Jahren gegründet. Man wird an einer provisorischen Kasse nett begrüßt und kommt in einen Vor­raum mit Bar an dem man von vermutlich ehrenamtlichen Theken­personal etwas zu Trinken und knabbern erhalten kann. Nachdem der Saal geöffnet wird kommt man in einen Raum an dessen einer Wand eine Leinwand aufgestellt wurde, davor in Reihen angeordnete Stühle, am Rand ein Mischpult für Antonio Bras. Gut war die Idee, die Vorführung von der Bühne weg zu machen, so konnte man Stühle auf die erhöhte Bühne stellen und hatte so von hinten eine bessere Sicht zur Leinwand.

Im Vorfeld war ich der Vorführung kritisch eingestellt – ich mag kein Tech­no und laute Musik eigentlich auch nicht. Als der Film startete war ich aber positiv überrascht. Die Musik – eher elek­tro­nische Musik als Techno – fügte sich hervor­ragend in die Filmszenen ein. Anfangs war ich noch etwas irritiert – ist das Metropolis wie ich es in Erinnerung habe? Oder ist das ein moderner Vor­spann für die Vorführung? Aber es ist Metropolis, und ich entdecke in dem Klassiker Elemente die man aus modernen Videoclips auch kennt.

Antonio Bras setzt bei seiner Live-Performance eine Kombination unterschiedlicher Musiktechniken ein. Musik verschiedener Stile werden angespielt, verfremdet und mit elektronischen Klängen und Kom­po­si­tionen überlagert. Es gibt Klang­teppiche, die pointiert Betonungen zum Film setzen. Insgesamt war ich begeistert, insbesonders vom Anfang. Gegen Ende war ich entweder von der Musik gesättigt (die wie gesagt nicht ganz mein Geschmack ist) oder die Stühle zeigten Wirkung und ich hoffte auf ein Ende. Die Pause war jedenfalls notwendig zur Erholung des Sitzfleisches. Etwas ärgerlich war die Videoprojektion, insbesonders der Pixelfehler im rechten oberen Abschnitt, der mir den ganzen Film ins Auge fiel.

Die Vorstellung ist der Beginn einer Tournee von Antonio Bras, nähere Informationen und Tourneedaten finden sich demnächst unter metropolis-live.de.

Herr der Ringe als Quasi-Stummfilm

Freitag, 28. März 2008

Jörg Langer berichtet heute in seinem Blog über eine Quasi-Stummfilm­veranstaltung mit dem Herr der Ringe – Die Gefährten in einer Live-Orchester-Version im Münchner Gasteig. Der Film wurde neben den Dialogen und Soundeffekte mit einer Live-Musikbegleitung gezeigt.

Die Besetzung war ziemlich umfangreich. Laut Veranstalter sind es mit Solisten, UniversitätsChor München und die Münchner Symphoniker unter der Leitung von Ludwig Wicki über 180 Mitwirkende. Jörg Langer berichtet dazu:

Das Orchester war vollbesetzt (auch mit Exoten wie einer Hackbrett-Spielerin), zwischen Orchester und Großleinwand stapelten sich in vier Reihen rund 120 Chormitglieder. Da Herr der Ringe sehr auf Gesänge setzt (meist auf Elbisch, aber auch mal in der Dunklen Sprache oder auf — hmmm — Englisch), reichte das noch nicht, sodass auf der linken Seite der Bühne ein kompletter Zuschauerblock mit weiteren rund 70 Sängern und Sängerinnen aus einem Knaben- und Kinderchor bestückt war. Insgesamt habe ich gut 240 Akteure gezählt, es können auch ein wenig mehr gewesen sein.

Eine schöne Kritik von Jörg Langer die einen neidisch macht, das man nicht dabei war.

Von Landschaften und Partituren – Ein Interview mit Gerhard Gruber

Donnerstag, 06. März 2008

Gerhard Gruber hatte im Februar in Padua einen Auftritt bei der Impara l’Arte 2008. Marco Bellano interviewte ihn dort, das Interview wurde bereits am 22. Februar bei nonsolocinema.com auf italienisch veröffentlicht.

Hier die deutsche Übersetzung des Interviews:
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Nachtrag zu den Erlanger StummFilmMusikTagen 2008

Donnerstag, 07. Februar 2008

Vor jetzt zwei Wochen fuhr ich zu den Erlanger Stummfilmtage 2008 und eigentlich wollte ich ganz schnell einen Bericht im Blog veröffentlichen. Naja, das ganz schnell klappte nicht ganz und so richtig Zeit habe ich gerade auch keine.

Also auf die schnelle und in aller Kürze: Es war wieder mal ein schönes Festival mit der Möglichkeit gute Filme und bessere Musik zu sehen, bzw. zu hören. Auf Stummfilm.info habe ich inzwischen einen Bericht mit ein paar Fotos veröffentlicht.

Der müde Tod in Stuttgart

Sonntag, 13. Januar 2008

Wie angekündigt lief vergangenen Sonntag in Stuttgart Der müde Tod. Jetzt die versprochene Bericht.

Zum Ort Markuskirche StuttgartDer Film wurde in der Markuskirche gezeigt. Der Kirchenraum ist in einem Tonnengewölbe, die Projektionsfläche ist vor dem Altar aufgezogen. Im hinteren Bereich steht der Projektor, was zumindest für meinen Sitzplatz bedeutete, während des Films immer die Projektorgeräusche zu hören.Projektor (Selber schuld, wäre ich früher gekommen, hätte ich mir einen besseren Platz suchen können).

Zur Veranstaltung Die Veranstaltung startet mit einer kleinen Einführung zu der Veranstaltung im Rahmen des Jubliäumsprogramm 2006/2008 – 100 Jahre Markuskirche Stuttgart. Der Kirchenbau dauerte von 1906-1908, somit wurde das Jubiläum auch zwei Jahre gefeiert. Eigentlich wollte man einen Stummfilm aus diesen Jahren zeigen, fand aber keinen geeigneten abendfüllenden Film. Statt dessen wurde Der müde Tod von 1921 gezeigt. Da die Veranstaltung zum einen teuer, zugleich für die Besucher aber kostenlos ist, wird angekündigt, das am Ende um eine Spende gebeten wird. Es wird der Wunsch geäußert es möge viel rascheln. Für die aus technischen Gründen notwendige Pause wird ein kleines Buffet im Hinterraum angekündigt.

Die Aufführung Im Vorfeld wurde mitgeteilt, das die Projektionisten den ganzen Tag versuchten die Leinwand optimal und vollständig für den Film zu nutzen. Leider mißlang es etwas, der linke Rand des Films ist leider abgeschnitten, von einzelnen Zwischentiteln fehlen links bis zu drei Buchstaben. Erfreulich ist der gute Besuch, die Kirche ist gut gefüllt. Die Reihen sind gefüllt ohne überfüllt zu sein.

Zum Film Ich habe den Film schon einmal gesehen und hatte ihn vage als eher schlecht in Erinnerung. Aber es scheint sich damals eher der falsche Ort für diesen Film gewesen zu sein, für Open Air und laue Sommernächte scheint der Film weniger geeignet. In einer Kirche und zu Orgelmusik passt er deutlich besser, ich war vom Film positiv überrascht. Die Rahmenhandlung des Films handelte in einem Ort, in dem ein Fremder neben dem Friedhof ein Grundstück kaufte. Es zeigt sich, das es der Tod ist, der dort seine Arbeit erledigt. Alse er den Verlobten einer Frau zu sich nimmt, versucht diese ihn zu retten, weil Liebe stärker als der Tod ist. Der Tod versucht sie davon zu überzeugen, das es unmöglich ist, gibt ihr aber eine Chance. In drei Episoden bekommt sie die Gelegenheit ein Leben zu retten, scheitert aber jedesmal. Bei diesen drei Episoden bekommt man den Eindruch, sie entstanden unter der Aufgabenstellung Wie kriegen wir möglichst unterschiedliche Kulissen und Kostüme in einem Film unter?. So wird man ins Italien (Venedig?) der Renaissance, nach Arabien und nach China geführt. Am Ende scheitert die Frau, wird aber im Tod doch mit ihrem Bräutigam vereint.

Einige der Szenen kamen mir bekannt vor, es scheint mir, das der Film Die Abenteuer des Prinzen Achmed diesem Film einige Anlehnungen genommen hat.

Zur Musik Als der Film startet bin ich erst mal etwas erstaunt, die Orgel von vorne zu hören, aber das ist eine der Besonderheiten der Markuskirche: Die Orgel ist hinter dem Altar.

Der Organist kann an dem Film den Abwechslungsreichtum seines Instruments zeigen, die verschiedenen Episoden bieten eine gute Gelegenheit verschiedene Musikstile zu verwenden. Insgesamt war es solide gespielte und zum Film passende Musik. Streckenweise hätte ich etwas mehr experementierfreude gewünscht, aber mir gefiel es auch so.

Pordenone: Chicago mit dem Prima Vista Social Club

Freitag, 12. Oktober 2007

Am Abend gibt es mal wieder eine hervorragende Begleitmusik zum Film Chicago (1927), diesmal vom Prima Vista Social Club mit Neil Brand (Klavier), Günther Buchwald (Geige), Romano Todasco (Bass), Dennis Biason (Gitarre), Matthias Danneck (Schlagzeug). Verstärkt wird die Gruppe für diesen Film von Stefan Oberländer am Saxofon.

Der Film selbst ist amüsant und spielt naheligenderweise in Chicago. Er nimmt die Presse, insbesonders die Boulevardpresse aufs Korn. Und was macht es schon, wenn man jemand umbringt, Hauptsache die Presse macht einen zur schönsten Mörderin.

Pordenone: Collegium Reel Emergencies

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Am Nachmittag war ich nochmal auf einem Collegium-Gespräch, Thema war diesmal Reel Emergencies: The Thomson Foundation and FIAF Projects

Séverine Wemaere von der Thomson Foundation for Film & TV Heritage berichtete von einem Projekt in Kambodscha um dortige Filme zu erhalten. Kambodscha ist ein Land ohne Geschichte, Geschichtsbübcher, sofern überhaupt vorhanden, enden vielfach im 15Jh, manchmal reichen sie bis in die Kolonial/Nachkolonialzeit. Aber die letzten 35 Jahre fehlen in der kambodschanischen Geschichtsschreibung. Das Projekt versucht Filmmaterial aus dieser Zeit zu erhalten und für spätere Auswertungen zu archivieren.
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