Lang ist es her, vor dem Siegeszug der Halbleiter wurden Elektronenröhren zum Bau von Elektrogeräten verwendet. Auch heute gibt es noch Überzeugte, die auf Röhren schwören. Das geht soweit, das es sogar Leute gibt, die sich ihre Röhren selbst produzieren.
Claude Paillard, ein französischer Radiobastler hat ein Video über den Selbstbau einer Elektronenröhre gemacht. Das Ganze kommt ohne Kommentar aus, mit Klaviermusik und Zwischentiteln hat man einen interessanten Stummfilm.
Ein durchaus sehenswerter Film, auch wenn die gelegentlichen Schneide- und Brennergeräusche manchmal etwas stören.
Die Scherenschnittkünstlerin zog 1980 nach Dettenhausen in der Nähe Tübingens und verstarb dort am 19. Juni 1981. Ihr Nachlass bildet die Grundlage für die Tübinger Ausstellung.
Die Ausstellung “Die Welt in Licht und Schatten. Lotte Reiniger: Scherenschnitt, Schattentheater, Silhouettenfilm” ist täglich außer montags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, Eintritt: 2,50 Euro ermäßigt 1,50 Euro.
Einen Artikel Erzählen mit der Schere zu der Künstlerin und der Ausstellung gibt es von der Eßlinger Zeitung. Eine weitere Ausstellung zu Lotte Reinigers Arbeiten befindet sich im Filmmuseum Düsseldorf.
Wer mal etwas abschreckendes sehen will, was passieren kann wenn das bisherige Standardformat von 4:3 auf 16:9 umgestellt wird, der sollte mal im Stummfilmforum vorbeisehen. In dem Beitrag Eisenstein: “Das Alte und das Neue” werden Beispiele gezeigt, die 3sat einen Eisenstein-Film “oben und unten gekürzt” hat.
Kaum zu glauben, aber Karl Lagerfeld hat einen Stummfilm gedreht.
Im Rahmen von Chanel´s Paris-Moskau Pre-Fall Prêt-á-Porter Kollektion zeigt Monsieur Lagerfeld seinen ersten Stummfilm im Le Ranelagh. „Die Menschheit ist längst wieder bereit für Stummfilme, wenn man bedenkt wie viele Stunden vor dem Internet verbracht werden“, ist sich Karl Lagerfeld sicher. Er habe Stummfilme auf jeden Fall immer geliebt.
Ich verstehe jetzt ehrlich gesagt nicht ganz, was Stummfilmbereitschaft mit dem Internet zu tun hat, aber schön das es einen weiteren Prominenten hat, der sich als Stummfilmfan outet.
Jessie von lesmads.de hat auch schon ein paar Szenenfotos des Films über die Modeschöpferin Coco Chanel ins Netz gestellt.
Das Auto, das durch alle Stummfilme tuckert, hat das Gesicht der USA verändert, der industriellen Produktion – und damit der ganzen Welt.
WOZ: Im Film «Big Business» aus dem Jahr 1929 geraten Stan Laurel und Oliver Hardy als Christbaumverkäufer über einen Hausbesitzer in Rage, der keinen Baum kaufen will. Sie beginnen, dessen Haus Stück um Stück zu demolieren – während dieser dasselbe mit Stans und Ollies Auto tut. Es ist ein Model T von Ford. Wofür steht es in diesem Film?
Ich kannte das Auto bisher auch nur als Massenprodukt, aber das es in den End-Zwanzigern ein Symbol für Unmodernität und vielleicht Armut war ist mir auch etwas neues.
Und wer jetzt Lust auf Laurel und Hardys Film bekommen hat, der Film ist im Internet verfügbar:
Durch die kürzlich gefundenen neuen Szenen von Metropolis ist der Film in letzter Zeit viel im Gespräch. Unter anderem findet sich dabei häufig Behauptungen wie von der Unesco wurde es als bislang einziger Film dem Weltdokumentenerbe zugerechnet. (hier Zitat der Eßlinger Zeitung vom 2. August 2008).
Diese Behauptung scheint sich langsam als Urban Legend festzusetzen. Zugegeben, die Aussage stimmte einmal. Metropolis war der erste Film der den Titel Weltdokumentenerbe erhielt, bis 2003 war er auch der einzige Film mit dem Titel.
Aber 2003 wurde der mexikanische, von Luis Buñuel gedrehte, Film ”Die Vergessenen” (Los Olvidados, 1950) als zweiter Film nach Metropolis in die UNESCO-Liste des Weltdokumentenerbes aufgenommen.
2007 wurde mit dem australischen Film ”The Story of the Kelly Gang” (1906) ein zweiter Stummfilm in die Liste aufgenommen. Der Film war ursprünglich 60 Minuten lang und ist damit der erste Spielfilm (”feature film“). Mit dem ebenfalls 2007 aufgenommenen Film The Wizard of Oz sind es bereits vier Filme in der Liste (außer ich habe noch einen übersehen )
Die Fußball-EM steht demnächst an und auch die Stummfilmszene kann sich nicht ganz der Fußballeuphorie erwehren.
Am 1. Juni begleitet Gerhard Gruber in den Breitenseer Lichtspiele (Wien) den Film Die elf Teufel . Der Film ist auch durchaus für Nicht-Fußballfans gut anschaubar, ich selbst konnte den Film 2006 in Erlangen schon einmal sehen und war begeistert. Es war allerdings damals auch eine sehr lustige Veranstaltung. Neben der Musikbegleitung wurden die Spielszenen live von dem Sportreporter Günther Koch eingesprochen. Es war sehr amüsant, zumal man so auch mitbekam, wie die Spielszenen aus verschiedenen Spielen zusammengeschnitten wurden.
Aber der eigentliche Höhepunkt der diesjährigen Fußball-EM findet für Stummfilmfans wohl in Berlin statt. Stephan v. Bothmer begleitet am 13. Juni das Vorrundenspiel Niederlande – Frankreich und am 29. Juni das Finalspiel live an der Orgel.
Im Augarten in Wien findet morgen ab 14 Uhr eine neue Form der Demonstration, die in die Geschichte des 21. Jahrhunderts eingehen werde. Dabei lädt das “Josefinische Erlustigungskomitee” und andere Aktivistengruppen ab 14.00 Uhr zu Wein, Musik und Stummfilmen ein.
Grund der Aktion ist ein Protest gegen den Bau eines Konzertsaales für die Wiener Sängerknaben im Augarten und den damit in Verbindung stehenden Abriss eines barocken Gesindehauses. Mehr Informationen zum Protest hat es bei www.baustopp.at.
Ich bin neugierig, ob sich die Protestform mit Stummfilm bewährt. Vorstellen kann ich es mir gut. Protestfeste gibt es ja häufiger und warum nicht mit Stummfilmen?