Gerade bei NitrateVille entdeckt: Auf der Internetseite altscore.com werden alternative Musikbegleitungen zu Stummfilm-DVDs angeboten.
Wenn man eine DVD kauft, hat es in der Regel nur eine Musikbegleitung dazu. Auf altscore.com kann man einen von Ben Model gespielten alternativen Soundtrack kaufen. Dazu muß man eine MP3-Datei downloaden und anschliessend synchron zur DVD starten.
Die Musik verwendet keine “Soundeffekte” (kein Bumm wenn jemand fällt…), so macht es nichts aus, wenn die Musik nicht sekundengenau synchron läuft. Aber vermutlich bekommt man Probleme, wenn man eine DVD hat die eine andere Restaurierung genutzt hat und evtl. Szenen fehlen oder zusätzlich verwendet werden.
Bislang hat es noch wenige DVDs und uns in Deutschland wird es wohl noch nicht so viel nützen, wenn US-DVDs vertont werden. Aber eine tolle Idee. Vielleicht finden sich ja weitere Nachahmer.
Im englischsprachigen Silent Movie Blog gab es kürzlich einen Beitrag That Old Gang of Mine mit wunderbaren Bildern mit den kleinen Strolchen. Darunter auch ein Bild mit Jean Darling, die letztes Jahr in Pordenone war. Ganz süß ist ja das Bild mit Spanky McFarland und Darla Hood auf den Armen von Stan Laurel und Laurel Hardy.
Und wer jetzt gleich Lust bekommt, einen Film der kleinen Strolche zu sehen:
Bei Archive.org gibt es den Film Dogs of War von 1923 zum ansehen:
Unter der Internetadresse www.archive.org findet man ein 1996 gegründetes gemeinnütziges Projekt, das sich der Langzeitarchivierung digitaler Daten in frei zugänglicher Form zur Aufgabe gemacht hat. Und da inzwischen viele Stummfilme ihr Copyright verloren haben, finden sich in dem Internetarchiv unter den über 100.000 Filmen auch einige Stummfilme.
Ich habe das Archiv in letzter Zeit nach Stummfilmen durchsucht und habe mir eine Liste mit Stummfilmen gemacht. Einige Titel habe ich genauer angesehen und auf Stummfilm.info > Bezugsquellen > Titel zusammengestellt. Wer einen Film nach Stichworten sucht, der wird evtl. mit Stummfilm.info > Bezugsquellen > Stichworte glücklicher. Eine Übersicht nach Schauspielern und Regisseuren ist in Vorbereitung.
Die Filme kann man Online ansehen oder in verschiedenen Datenformaten und -größen auf den eigenen PC laden. Die Qualität ist sehr unterschiedlich, aber zumindest die Bildqualität ist in aller Regel ok, zumindest auf kleinen Monitoren ;-). ‘Kinotauglich’ sind sie eher nicht. Die Vertonungen sind in der Qualität sehr schwankend. Zwischen nicht vorhanden über ‘irgendeine Musik’ bis hin zu gute und passende Begleitmusik lässt sich alles finden.
Und einen Vorteil haben alle die Filme: Sie können laut Archive.org frei genutzt werden! (Und jetzt bräuchte man die juristische Beratung, ob das in Deutschland auch gilt.)
Wie Reuter meldet soll es im April ein europaweites Video-on-demand-System starten, das Inhalte aus 37 Filmarchiven kostenlos zur Verfügung stellt.
Die Filme werden von den Archiven vorgeschlagen, eine Jury aus Filmhistorikern entscheidet auf Baisi von historischem Interesse und künstlerischen Kriterien. Die Filme werden als Stream angeboten, Downloads werden nicht möglich sein.
Ich bin mal gespannt was raus kommt und in welcher Qualität die Filme zu sehen sein werden. Mit Streaming habe ich bisher eher schlechte Erfahrungen. Und bis es soweit empfehle ich einen Blick auf archive.org, dort hat es auch einige Stummfilmschätze zu heben (und wie schonmal angekündigt, da bereite ich was vor).
Wie die Stiftung Deutsche Kinemathekmitteilt, wollen sie einige verschollenen Filme in einer internationalen Kooperationen und via Internet wieder verfügbar machen.
Aus der Pressemitteilung:
Ziel ist es, gemeinsam mit anderen europäischen Kinematheken und Archiven eine Auswahl solcher verschollenen Filme anhand von Fotos, Plakaten, Drehbüchern und weiteren noch existierenden Materialien im World Wide Web zu rekonstruieren. Soweit vorhanden, werden auch Fragmente dieser Filme auf der Homepage www.lost-films.eu zu sehen sein.
Aktuell findet sich unter lost-films.eu/ ein Wiki mit A ngabe der Ziele des Projektes. Nach Jahren sortiert hat es schon eine Vielzahl von Filmen gelistet. Außer Titel, Produktionsjahr und Regisseur fand ich noch keine weiteren Angaben. Aber das Projekt startet ja auch erst.
Ich freu mich schon und bin gespannt auf die ersten Ergebnisse.
Daß erfolgreiche Theaterstücke verfilmt werden, gibt es ja öfters. Jetzt zeigt das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen, daß Stummfilme auf der Bühne aufgeführt werden können. Das Theater feiert gerade die Premiere von Das Cabinet des Dr. Caligari in einer Puppentheaterfassung von Rike Reiniger nach dem Stummfilm-Drehbuch von Carl Mayer und Hans Janowitz.
Wer die Veranstaltung nicht besuchen kann, der kann sich bei Archive.org zumindest eine Heimkino-Version des Films downloaden.