Oktober 21st, 2007
Jetzt ist es eine Woche her, seit ich aus Pordenone zurück bin. Welche Eindrücke habe ich mitgenommen? Ich sah jede Menge Stummfilme mit guter Musik, und oft mit hervorragender Musik. Ich schätze, dass ich etwa 1/3 der angebotenen Filme gesehen habe. Mit Jean Darling konnte man wieder einen Menschen erleben, der über seine persönlichen Erfahrungen aus der Stummfilmzeit berichten konnte. Schade das die ebenfalls angekündige Diana Serry Carry (Baby Peggy) aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend war, aber sie lies ausrichten, das sie nächstes Jahr wieder kommen will.
Wie jedes Jahr machte ich die Erfahrung, das es komplett unnötig ist Bücher mitzunehmen um Leerlauf zu überbrücken. Es gibt soviel zu sehen, es gibt kein Leerlauf. Und wenn, dann setzt man sich lieber mal ins Café oder Restaurant und läßt es sich gutgehen.
Ich startete dieses Jahr erstmals den Versuch eines Livebloggings vom Festival. Es gestaltete sich schwieriger als ich erwartet habe. Zum einen gab es technische Gründe (der Internetzugang war manchmal etwas schwierig), vor allem gab es etwas Probleme die Zeit zum schreiben zu finden. Insgesamt glaube ich nicht, das ich das so wiederhole. Bei Bioscope gab es auch eine Live-Bericht vom Tag 1 bis zum Tag 5 des Festivals. Nächstes Jahr, sofern ich dann wieder in Pordenone bin, werde ich es wohl ebenso machen. Schade fand ich, dass ich erst zuhause feststellte, das die Bioscope-Macher auch in Pordenone sind, dabei haben sie es frühzeitig angekündigt. Man hätte sich ja mal treffen können.
Nach acht Jahren fand das Festival nicht in Sacile, sondern in Pordenone statt, für mich war es das erste Mal in Pordenone. Es ist ganz angenehm, wenn man mal schnell ins Hotel kann für eine kurze Entspannung. Genutzt habe ich diese Möglichkeit aber kaum. Nur abends war es sehr praktisch gleich ins Bett gehen zu können und nicht erst mit dem Bus zum Hotel fahren zu müssen. Insgesamt war die Atmosphäre in Pordenone nicht so familiär. In Sacile war die Stadt vom Festival geprägt, selbst Bäcker und Schuhgeschäfte dekorierten für das Festival. Sacile empfand ich gemütlicher, die Cafés reizten mehr zum verweilen. Pordenone ist größer, das ist Festival ist sichtbar, aber nicht prägend.
Das Programm dieses Jahr kam mir kleiner als in Sacile vor, wobei es glaube ich eher ein subjektiver Blick war. In Sacile waren die zwei Veranstaltungsorte an zwei Enden der Stadt, in Pordenone an zwei Enden eines Gebäudes. Zugleich war das Programmheft kompakter und zeitlich sortiert. Die Programme in Sacile waren in einer Tabelle und man konnte Terminüberschneidungen leicht erkennen.
Insgesamt wieder ein schönes und interessantes Festival. Wer einen Blick in das komplette Programm werfen will, kann sich das Programm (180KB, 11 Seiten) und das Programmheft (ca. 3MB, 84 Doppelseiten) als PDF downloaden.
Nächstes Jahr findet das Festival in Pordenone vom 4.-11. Oktober 2008 statt. Und ich werde mich bemühen in näherer Zukunft auf Stummfilm.info eine Zusammenfassung des Giornate del Cinema Muto 2007 mit einigen Fotos zu erstellen.
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Oktober 6th, 2007
Am Samstag geht es am frühen Nachmittag mit den ersten Filmen beim Giornate del Cinema Muto los. Das Festival startet mit Die Hose (Deutschland 1927, Hans Behrend) begleitet von Phil Carli. Was lernt man in dem Film? Anständige Frauen brauchen nicht schön sein. Insgesamt eine nette Komödie um einen ordentlichen Beamten, dem es äußerst peinlich ist, als seine Frau eine Unterhose (eher ein Unterrock) verliert, der aber nicht bemerkt, wie in der Folge mehrere Männer sehr um seine Frau bemüht sind. Genial die Szene am Schreibtisch, an dem der Beamte nichts macht. Nichts, bis Punkt zwölf. Da packt er sein Vesperbrot aus ißt es und macht - nichts.
Danach folgt Dream Street (USA 1921, Griffith), begleitet von Gabriel Thibaudeau. Viel Action, viel Dramatik, Griffith halt (hab ich schonmal geschrieben, das ich Griffith nicht mag?)
Nach den zwei Filmen wird es zeitlich eng wenn man noch kurz etwas bloggen will (WLAN sei dank) und vor der eigentlichen Eröffnung mit Orphans of the Storm (USA 1921, Griffith) etwas essen will. Es reicht mir gerade so.
Es gibt zur Eröffnung ein paar kurze Eröffnungsreden. Das Teatro Comunale Giuseppe Verdi wird gelobt, Sacile, dem Gastgeber der letzten acht Jahre, wird nochmals gedankt, Festivaldirektor David Robinson bekommt noch eine Medaille überreicht. Danach spricht David Robinson seine traditionellen zwei Worte Welcome Home und begüßt uns alle in SacilePordenone (kleiner Versprecher).
Danach wird der Eröffungsfilm Orphans of the Storm von D.W.Griffith gezeigt (1921). Der Film aus der Zeit der französischen Revolution enthält in über zwei Stunden viel Dramatik und Pathos. Ein echter Griffith (hab ich schonmal geschrieben, das ich Griffith nicht mag?).
Die Begleitmusik wurde 2001 von John Lanchbery komponiert und hervorragend durch das Orchestra Sinfonica del Friuli Giulia, geleitet durch Timothy Brock, gespielt. Ein Genuss!
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Oktober 6th, 2007
Nachdem ich gestern nach einem kurzen Tag in Venedig mit der Bahn weiter nach Pordenone fuhr (4.40€ für etwas über 1 Stunde Fahrt (Bummelzug 1 1/2h), solche Preise hätte ich auch gerne in Deutschland), im Hotel mit Namen gegrüßt wurde (Hab ich was angestellt, das die mich noch kennen? -
Nein, glaub nicht, war einfach schon oft genug da) bin ich heute zum Festivalbüro. Es befindet sich im Palazzo Badini, direkt an der zentralen Piazza Cavour, ca. 200m von dem Teatro Comunale Giuseppe Verdi.
Normalerweise gab es immer zwei Schlangen bei der Registrierung. Eine lange am ”normalen” Registrierungsschalter und eine kurze bei den ”Donors”, das sind Festivalbesucher die freiwillig mehr als den normalen Festivalbeitrag zahlen und dafür garantierte Plätze bei der Eröffnungs- und Abschlussveranstaltung erhalten. Dieses Jahr gab es nur eine Schlange — Bei den Donors.
Keine Köfferchen
Ohhh, schade. Keine Köfferchen. Die letzten Jahre gab es zum Transport des doch umfangreichen Informationsmaterial (Programmheft mit über 150 Seiten, Zeitplan, diverse Flyer…) ein kleines Köfferchen aus Kunststoff-Wellpappe. Dieses Jahr gibt es eine (stabile) Stofftasche.
So, jetzt noch kurz nachfragen wegen Internetverbindung - sollte klappen. Mal schauen, bis wann ich den ersten Blogbeitrag posten kann.
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Oktober 6th, 2007
Ein kleines Vorwort zu den Festivalberichten: Sollte der Eindruck entstehen, ich bin nur zum Spass auf diesem Festival und um es mir gutgehen zu lassen, so ist dieser Eindruck richtig.
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