Gestern sendete das ZDF im Heute-Journal einen Beitrag zu dem Metropolis-Fund. Das ZDF wollte diesen Beitrag nicht in ihrer ZDF-Mediathek veröffentlichen, aber inzwischen hat der Beitrag seinen Weg nach Youtube gefunden:
Der Deutschlandfunk hat inzwischen ein Interview mit Rainer Rother, dem Leiter der Deutschen Kinemathek, zu den aufgetauchten verschollenen Szenen aus “Metropolis” als veröffentlicht (MP3 oder ogg-Format) (ca. 4 min). So wie es aussieht ist es keine vollständige Kopie, aber die fehlenden Teile kann man aus anderen Kopien vervollständigen. Im Gesamten besteht also jetzt die Chance Metropolis in seiner Originalfassung zusammenzustellen - ich bin mal gespannt wie lange es dauert.
Im Zeitmagazin hat es viele Szenenfotos, einige Szenen sind mit Fotosequenzen dargestellt. Einiges davon hat es inzwischen auch im Internet. In Buenes Aires gab es bereits eine Präsentation für die Presse, bei der einige der neuen Ausschnitte gezeigt wurden. Bei NitrateVille hat Radiotelefonia inzwischen einen Bericht über die Präsentation veröffentlicht (englisch).
Wie es aussieht soll es schon 2009 die erste DVD-Veröffentlichung der neuen Szenen geben:
… The good news is that they [Kino International] have officially confirmed that the newly-discovered footage from Fritz Lang’s original version of Metropolis..WILL be a part of the forthcoming special edition Blu-ray Disc release in 2009. What’s more, the new special edition will be released on standard DVD format as well on the same day
Wie berichtetwird entdeckte Paula Félix-Didier, die Museumsleiterin des Museo del Cine in Buenos Aires die Metropoliskopie, die 1928 nach Argentinien kam. Der Verdacht, das der Film bisher fehlende Szenen enthält kam vom Leiter der Filmabteilung des Museums für Lateinamerikanische Kunst:
Er hatte von dem Leiter eines Cineclubs gehört, der sich vor Jahren darüber gewundert hatte, wie lange die Vorführung dieses Films dauerte. Gemeinsam untersuchten Paula Félix-Didier und ihr Exmann den Film in ihrem Archiv – und entdeckten die vermissten Szenen.
Die ersten Berichte von Metropolis-Exporten lesen sich sehr spannend - ich bin mal gespannt, wann man die ersten Szenen sehen kann.
Das Zeitmagazin hat Fotos veröffentlicht, leider scheint es aktuell einen Fehler in der Darstellung zu haben. Morgen soll mehr über diesen Krimi der Filmgeschichte im ZEITmagazin erscheinen. Praktisch das ich gerade ein Probeabo laufen habe
Bei meinem Stummfilm war ich fast versucht wieder Metropolis zu wählen (18. Mai im Eulenspiegel Filmtheater, Essen), diesmal mit Dominik Gerhard an der Wurlitzer-Kinoorgel. Aber da Metropolis in letzter Zeit so oft von mir gewählt wurde, nehme ich doch eine anderen Veranstaltung.
Ein weiterer Kandidat wäre Windjammer und Janmaaten am kommenden Sonntag. Aber da der Film übernächste Woche nochzweimal gezeigt wird nehme ich ihn nicht als Stummfilm dieser Woche.
Mein Stummfilm wird diesmal Fritz Langs Frau im Mond in den Opelvillen in Rüsselsheim. Die Science-Fiction-Erzählung ist der letzte Stummfilm des Regisseurs und mich interessiert der Vergleich zu Metropolis. Außerdem wäre es doch auch interessant zu sehen, wie sich die Raumfahrt seit Mélies Die Reise zum Mond im Stummfilm weiterentwickelte.
Wie schon berichtet begleitet Antonia Bras Metropolis mit einer Neuvertonung. Seine Internetseite metropolis-live.de ist jetzt überarbeitet und bietet Informationen über ihn und seine Musik.
Der nächste Termin ist auch schon bekannt: 18. Oktober, 20:00 und 23:00 in Stuttgart im Römerkastell, weitere Termine werden wohl noch folgen. Ein Besuch der Veranstaltung lohnt sich!
Der Club Bastion ist ein ehrenamtlich arbeitender kulturell-literarisch-politischer club e. V. in den Gewölben der Bastion, einem Festungsbau von ca. 1500. Man betritt den Club und landet durch einen Gang in einem Raum mit zwei Ebenen. Auf der unteren Ebene ist eine kleine Bühne, davor sind Stühle aufgereiht. Auf der Bühne ist eine kleine Leinwand aufgestellt, im Raum steht ein 16mm Projektor. Auf der oberen Ebene hat es mehrer aufsteigende Reihen mit Sitzen, die alle eine gute Sicht in Richtung Leinwand haben (wenn man nicht gerade das Pech hat einen Teil des Geländers im Blick zu haben).
Der Film wurde in zwei 45 Minuten Teilen gezeigt. Im Vergleich zu der Fassung in Sindelfingen hatte ich vielfach den Eindruck da fehlt was. So war es auch nicht verwunderlich, als in der Pause noch kurz eine Erläuterung der folgenden Handlung kam, weil die fehlenden Teile die Geschichte unverständlich machen. Der Film basiert auf einer Rekonstruktion aus den 50-60er Jahren mit Zensurschnitten der britischen Zensur.
Die Musik begeisterte mich nicht so sehr wie die Vorführung in Sindelfingen. Gerade am Anfang wirkte das Klavier zu sanft für den Film. In der zweiten Hälfte passte die Musik besser, dafür war der Film schlechter. Ich hatte den Eindruck, das Metropolis nicht so gut zum Klavierspiel von Harry Kulzer passt, ich würde ihn aber gerne mal zu einem Lubitschfilm hören.
Wie ich bereits schrieb war ich vergangengene Samstag im Pavillon in Sindelfingen und durfte mir Metropolis mit einer Live-Vertonung von Antonio Bras ansehen.
Das Pavillon wird von der IG Kultur Sindelfingen / Böblingen e.V. betrieben und liegt am Rande Sindelfingens, ca. 500m vom Busbahnhof entfernt. Nachdem ich das Pavillon fand, was nicht wirklich ein Problem war, fühlte ich mich gleich heimisch - eine klassisches KuKoZe (Kultur- und Kommunikationszentrum), vor circa 20 Jahren gegründet. Man wird an einer provisorischen Kasse nett begrüßt und kommt in einen Vorraum mit Bar an dem man von vermutlich ehrenamtlichen Thekenpersonal etwas zu Trinken und knabbern erhalten kann. Nachdem der Saal geöffnet wird kommt man in einen Raum an dessen einer Wand eine Leinwand aufgestellt wurde, davor in Reihen angeordnete Stühle, am Rand ein Mischpult für Antonio Bras. Gut war die Idee, die Vorführung von der Bühne weg zu machen, so konnte man Stühle auf die erhöhte Bühne stellen und hatte so von hinten eine bessere Sicht zur Leinwand.
Im Vorfeld war ich der Vorführung kritisch eingestellt - ich mag kein Techno und laute Musik eigentlich auch nicht. Als der Film startete war ich aber positiv überrascht. Die Musik - eher elektronische Musik als Techno - fügte sich hervorragend in die Filmszenen ein. Anfangs war ich noch etwas irritiert - ist das Metropolis wie ich es in Erinnerung habe? Oder ist das ein moderner Vorspann für die Vorführung? Aber es ist Metropolis, und ich entdecke in dem Klassiker Elemente die man aus modernen Videoclips auch kennt.
Antonio Bras setzt bei seiner Live-Performance eine Kombination unterschiedlicher Musiktechniken ein. Musik verschiedener Stile werden angespielt, verfremdet und mit elektronischen Klängen und Kompositionen überlagert. Es gibt Klangteppiche, die pointiert Betonungen zum Film setzen. Insgesamt war ich begeistert, insbesonders vom Anfang. Gegen Ende war ich entweder von der Musik gesättigt (die wie gesagt nicht ganz mein Geschmack ist) oder die Stühle zeigten Wirkung und ich hoffte auf ein Ende. Die Pause war jedenfalls notwendig zur Erholung des Sitzfleisches. Etwas ärgerlich war die Videoprojektion, insbesonders der Pixelfehler im rechten oberen Abschnitt, der mir den ganzen Film ins Auge fiel.
Die Vorstellung ist der Beginn einer Tournee von Antonio Bras, nähere Informationen und Tourneedaten finden sich demnächst unter metropolis-live.de.
Stattdessen wähle ich Berlin - Die Sinfonie der Großstadt als Stummfilm der Woche. Dort besteht kommende Woche ebenfalls die Möglichkeit zwei Begleitungen zu vergleichen - auch wenn sie etwas weiter auseinander liegen.
31. Juli 2008, Burg Esslingen:
Metropolis, Stummfilm von Fritz Lang (Deutschland 1926), Aufführung der Originalmusik in einer Bearbeitung für zwei Klaviere, Ausführende: Pierre Oser und Frank Strobel
Und jetzt bekam ich eine Ankündigung der Uraufführung einer Metropolis-Live-Vertonung von Antonio Bras am 12. April 2008 im Pavillon in Sindelfingen. Antonio Bras setzt bei seiner DJing-Live-Performance eine Kombination unterschiedlicher Musiktechniken ein. Musik verschiedener Stile wird angespielt, verfremdet und mit live erzeugten elektronischen Klängen und Kompositionen überlagert.
Mal schauen wieviele Metropolis-Vorstellungen ich demnächst besuchen werde
Mein virtueller Wanderpokal Stummfilm der Woche geht diesmal nach Augsburg in das Kulturhaus Abraxas und Harry Kulzer der dort am 9.2.2008 Metropolis begleitet.
Seit 2006 tourt Harry Kulzer mit seiner Neuvertonung von Metropolis durch Deutschland. Die Kritiken lesen sich ganz gut und vielleicht kommt er ja auch mal in meine Reichweite.