Oktober 21st, 2008
Nachdem der Abschluss meines diesjährigen Pordenoneberichts noch etwas warten läßt und ich sowieso nicht viel zu den Filmen von Alexander Shiryaev zu berichten habe, freut es mich, das mir das Neue Deutschland die Arbeit in diesem Punkt abnimmt.
Mit dem Titel Russische Meisterleistung - Das Kinofestival Le giornate del cinema muto, Pordenone stellt die “Sozialistische Tageszeitung” den russischen Solotänzer, Ballettmeister, Tanzlehrer, Choreograf - und Filmpionier - Alexander Shiryaev vor.
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Oktober 9th, 2008
Wie schon leicht angedeutet bin ich dieses Jahr wieder in Pordenone und ich habe etwas Zeit gefunden einen kleinen Bericht auf Stummfilm.info abzulegen.
Man möge einen etwas holprigen Stil verzeihen, die Zeit reicht nicht zum Korrekturlesen
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Oktober 21st, 2007
Jetzt ist es eine Woche her, seit ich aus Pordenone zurück bin. Welche Eindrücke habe ich mitgenommen? Ich sah jede Menge Stummfilme mit guter Musik, und oft mit hervorragender Musik. Ich schätze, dass ich etwa 1/3 der angebotenen Filme gesehen habe. Mit Jean Darling konnte man wieder einen Menschen erleben, der über seine persönlichen Erfahrungen aus der Stummfilmzeit berichten konnte. Schade das die ebenfalls angekündige Diana Serry Carry (Baby Peggy) aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend war, aber sie lies ausrichten, das sie nächstes Jahr wieder kommen will.
Wie jedes Jahr machte ich die Erfahrung, das es komplett unnötig ist Bücher mitzunehmen um Leerlauf zu überbrücken. Es gibt soviel zu sehen, es gibt kein Leerlauf. Und wenn, dann setzt man sich lieber mal ins Café oder Restaurant und läßt es sich gutgehen.
Ich startete dieses Jahr erstmals den Versuch eines Livebloggings vom Festival. Es gestaltete sich schwieriger als ich erwartet habe. Zum einen gab es technische Gründe (der Internetzugang war manchmal etwas schwierig), vor allem gab es etwas Probleme die Zeit zum schreiben zu finden. Insgesamt glaube ich nicht, das ich das so wiederhole. Bei Bioscope gab es auch eine Live-Bericht vom Tag 1 bis zum Tag 5 des Festivals. Nächstes Jahr, sofern ich dann wieder in Pordenone bin, werde ich es wohl ebenso machen. Schade fand ich, dass ich erst zuhause feststellte, das die Bioscope-Macher auch in Pordenone sind, dabei haben sie es frühzeitig angekündigt. Man hätte sich ja mal treffen können.
Nach acht Jahren fand das Festival nicht in Sacile, sondern in Pordenone statt, für mich war es das erste Mal in Pordenone. Es ist ganz angenehm, wenn man mal schnell ins Hotel kann für eine kurze Entspannung. Genutzt habe ich diese Möglichkeit aber kaum. Nur abends war es sehr praktisch gleich ins Bett gehen zu können und nicht erst mit dem Bus zum Hotel fahren zu müssen. Insgesamt war die Atmosphäre in Pordenone nicht so familiär. In Sacile war die Stadt vom Festival geprägt, selbst Bäcker und Schuhgeschäfte dekorierten für das Festival. Sacile empfand ich gemütlicher, die Cafés reizten mehr zum verweilen. Pordenone ist größer, das ist Festival ist sichtbar, aber nicht prägend.
Das Programm dieses Jahr kam mir kleiner als in Sacile vor, wobei es glaube ich eher ein subjektiver Blick war. In Sacile waren die zwei Veranstaltungsorte an zwei Enden der Stadt, in Pordenone an zwei Enden eines Gebäudes. Zugleich war das Programmheft kompakter und zeitlich sortiert. Die Programme in Sacile waren in einer Tabelle und man konnte Terminüberschneidungen leicht erkennen.
Insgesamt wieder ein schönes und interessantes Festival. Wer einen Blick in das komplette Programm werfen will, kann sich das Programm (180KB, 11 Seiten) und das Programmheft (ca. 3MB, 84 Doppelseiten) als PDF downloaden.
Nächstes Jahr findet das Festival in Pordenone vom 4.-11. Oktober 2008 statt. Und ich werde mich bemühen in näherer Zukunft auf Stummfilm.info eine Zusammenfassung des Giornate del Cinema Muto 2007 mit einigen Fotos zu erstellen.
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Oktober 13th, 2007
Die Nachmittagsvorstellungen gibt es diesmal nicht im Teatro Verdi, sondern in einem einem Kino, dem Cinemazero. Im Teatro Verdi findet die Generalprobe für die Abschlußveranstaltung statt.
Gezeigt wird Cowboy Count, ein deutscher Film von 1925. Eine texanische Ranchertochter heiratet einen schwedischen Grafen und bekommt einen Sohn. Als ihr Vater stirbt, freut sich der Graf über die Erbschaft, wird aber enttäuscht, alles soll der Sohn erben, wenn er erwachsen ist. Die Ranchertochter will sich trennen, befürchtet aber, das sie ihren Sohn nicht mitnehmen kann. Kurzerhand wird dem Grafen ein falsches Kind untergeschoben ohne das er es merkt. Als es dann soweit ist, das die Erbschaft verteilt werden soll gibt es ein entsprechende Chaos.
Der Film wird von Roman Zavada, einem der Schüler der Masterclass begleitet. Ich sag nur: Gut gemacht!
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Oktober 13th, 2007
Der Samstag startet für mich mal wieder mit einen Griffith-Film, wieder hervorragend von Günther Buchwald begleitet.
Isn’t Live wunderfull spielt in Berlin in der Nachkriegszeit und während der Weltwirtschaftskrise. Beim Schauen des Films mußte ich mir immer wieder vor Augen halten, das da die Nachwirkungen des ersten Weltkrieges gezeigt werden und nicht die des zweiten. Das sich schon nach dem ersten Weltkrieg die Grenzen Deutschlands nach Westen verschoben und es Vertrieben gab, war mir schon aus dem Geschichtsunterricht bekannt. Aber das es auch schon damals so ein großes Problem mit Ostflüchtlingen gab, war mir so unbekannt.
Wie gewohnt bei Griffith ist die Handlung wieder äußerts melodramatisch und am Ende wird alles gut. Aber immerhin hat es sich in diesem Film mit Nationalismus zurückgehalten. Insgesamt ein sehenswerter Film.
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Oktober 12th, 2007
Am Abend gibt es mal wieder eine hervorragende Begleitmusik zum Film Chicago (1927), diesmal vom Prima Vista Social Club mit Neil Brand (Klavier), Günther Buchwald (Geige), Romano Todasco (Bass), Dennis Biason (Gitarre), Matthias Danneck (Schlagzeug). Verstärkt wird die Gruppe für diesen Film von Stefan Oberländer am Saxofon.
Der Film selbst ist amüsant und spielt naheligenderweise in Chicago. Er nimmt die Presse, insbesonders die Boulevardpresse aufs Korn. Und was macht es schon, wenn man jemand umbringt, Hauptsache die Presse macht einen zur schönsten Mörderin.
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Oktober 12th, 2007
Am Nachmittag gibt es ein Gespräch mit Jean Darling. Sie sitzt zusammen mit David Wyatt auf der Bühne im Ridotto del Verdi, einer kleineren Bühne des Theaters in Pordenone.
Es ist faszinierend wie lebhaft und agil sie über ihre Zeit in Hollywood und besonders ihrer Zeit mit den kleinen Strolchen berichtet. Spannend auch ihre Anekdoten und Geschichtchen über Roscoe Arbuckle, Stan Laurel, Greta Garbo, Gary Cooper, Clarke Gable…
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Oktober 12th, 2007
Heute besuchte ich erstmals die schon die ganze Woche stattfindende Masterclass. Zwei Pianisten bekommen in Pordenone die Gelegenheit bei Experten des Fachs die Stummfilmbegleitung zu erlernen. Jeden Tag kann man bei einer etwa zweistündigen Sitzung dabei sein und sehen, wie Pianisten lernen Stummfilme zu begleiten. Dieses Jahr bekommen Nakia Masumura (USA) und Roman Zavada (Kanada) diese Gelegeneit.
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Oktober 11th, 2007
Zum Abend gibt es wieder einen netten Film zu sehen, Un Capeau de Paille d’Italie (Der italienische Strohhut?) von René Clair.
Zuvor werden aber noch Daniela Currò und Vincent Pirozzi für deren gelungene Restaurierungen zweier Filme gelobt. Kaleidoscope (Daniela Currò) ist ein Farbfilm von 1925 der als Experimente von den Kodakstudios erzeugt wurden. Dabei wurden die Szenen gleichzeitig mit zwei Filtern aufgenommen und beim entwickeln wieder zweiseitig auf den Films aufgetragen. Problematisch war u.a. das suchen nach den richtigen Farbkombinationen. The Voice invisible/Making a record (Vincent Pirozzi) ist eine Dokumentation über die Entstehung von Schallplatten und über die ersten Funkübetragungen. Die Restaurierung erfolgte digital, da man den Film stabilisieren mußte und weil das Original von 28mm auf 35mm vergrößert wurde.
René Clairs Film Un Capeau de Paille d’Italie war wieder eine gut gelungene, leichte Komödie, die von Phil Carli begleitet wurde. Es ist doch unglaublich, wieviel Ärger ein von einem Pferd angefressener Strohhut am Tag seiner Hochzeit verursachen kann.
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Oktober 11th, 2007
Am Nachmittag war ich nochmal auf einem Collegium-Gespräch, Thema war diesmal Reel Emergencies: The Thomson Foundation and FIAF Projects
Séverine Wemaere von der Thomson Foundation for Film & TV Heritage berichtete von einem Projekt in Kambodscha um dortige Filme zu erhalten. Kambodscha ist ein Land ohne Geschichte, Geschichtsbübcher, sofern überhaupt vorhanden, enden vielfach im 15Jh, manchmal reichen sie bis in die Kolonial/Nachkolonialzeit. Aber die letzten 35 Jahre fehlen in der kambodschanischen Geschichtsschreibung. Das Projekt versucht Filmmaterial aus dieser Zeit zu erhalten und für spätere Auswertungen zu archivieren.
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