Mit ‘Archiv’ getaggte Artikel

700 Jahre Archiv Sicherheit auf Film versus 400 GByte digitale Daten-Disc

Freitag, 25. Juli 2008

Der Berliner Arbeitskreis Film e.V hat kürzlich einen Blogbeitrag Initiative gegen Verlust des kulturellen Erbes veröffentlicht, indem sie kurz beschreiben, warum digitale Daten (noch) ungeeignet sind um Filme sicher zu archivieren. Eine Konsequenz ist:

Filmemacher, die heute schon digital produzieren, bedeutet das paradoxerweise, dass sie ihre Produktionen auf Film „ausbelichten“ müssen, um in den Genuss der Archivierung zu kommen.

Für die digitale Sicherung gilt:

Sie ist zu unsicher und zehnmal so teuer wie die Speicherung auf 35mm-Polyester-Film, der außerdem bis zu 700 Jahre intakt bleibt.

Nur zum Thema Sicherheit: Der Erhalt der Daten ist eine Sache, das interpretieren eine andere. Was nützt es, wenn man die Bitfolgen noch lesen kann, aber das Format nicht mehr kennt. Es hält sich das Gerücht, das die NASA noch Bänder der Mondflüge hat, aber nicht mehr interpretieren kann, weil das Datenformat unbekannt ist.

Und das ganze wird noch komplizierter – die Medienindustrie arbeitet an einer digitale Rechteverwaltung, deren Ziel es salopp gesagt ist, den Zugang zu den Dateninhalten zu erschweren. Wer garantiert, das jemand in hundert Jahren noch einen Zugangsschlüssel hat?

Vermisste Szenen aus „Metropolis“ wiederentdeckt

Mittwoch, 02. Juli 2008

Wie berichtet wird entdeckte Paula Félix-Didier, die Museumsleiterin des Museo del Cine in Buenos Aires die Metropoliskopie, die 1928 nach Argentinien kam. Der Verdacht, das der Film bisher fehlende Szenen enthält kam vom Leiter der Filmabteilung des Museums für Lateinamerikanische Kunst:

Er hatte von dem Leiter eines Cineclubs gehört, der sich vor Jahren darüber gewundert hatte, wie lange die Vorführung dieses Films dauerte. Gemeinsam untersuchten Paula Félix-Didier und ihr Exmann den Film in ihrem Archiv – und entdeckten die vermissten Szenen.

Die ersten Berichte von Metropolis-Exporten lesen sich sehr spannend – ich bin mal gespannt, wann man die ersten Szenen sehen kann.

Das Zeitmagazin hat Fotos veröffentlicht, leider scheint es aktuell einen Fehler in der Darstellung zu haben. Morgen soll mehr über diesen Krimi der Filmgeschichte im ZEITmagazin erscheinen. Praktisch das ich gerade ein Probeabo laufen habe ;)

Der Kulturausschuss macht sich Gedanken über bessere Archivierung

Montag, 23. Juni 2008

Nachdem der Erhalt des Filmerbes in letzer Zeit verstärkt Aufmerksamkeit bekommt, hat sich jetzt auch der Kulturausschuss des deutschen Bundestages mit dem Thema beschäftigt.

Mehr dazu in einem Artikel von Sandra Ketterer in DasParlament 26/2008.

www.europafilmtreasures.eu

Sonntag, 15. Juni 2008

Unter der Internetadresse http://www.europafilmtreasures.eu/de/ kann man sich verschiedene Schätze europäischer Filmarchive ansehen, darunter hat es auch einige Stummfilmschätze.

Um Stummfilme zu finden kann man unter dem Punkt Suche nach Ton die Punkte Stumm oder vertonter Stummfilm wählen.

Ganz amüsant: Um einen Film aus dem Genre “erotisch”, wie z.B. Das Sandbad oder Baden verboten anzusehen sollte man nicht auf den englichen Seiten sein. Dort muß man unter 18 sein, um die Filme zu sehen.
Alterskontrolle englisch

Auf den deutschen Seiten muß man mindestens 18 sein, dafür aber auf französisch antworten.
Alterksontrolle

Aber ich nehme mal an, diese Kinderkrankheiten werden demnächst korregiert sein. :)

Über die Freuden der Archivbenutzung

Samstag, 07. Juni 2008

Angst vor Archiven? Alles halb so schlimm – Bibliotheken sind unangenehmer.


Gefunden bei yovisto.com

Stummfilme vernichtet…

Donnerstag, 05. Juni 2008

Die Wolfhager Kreisbildstelle vernichtete kürzlich weit mehr als 1000 Filme, darunter auch gut 150 Stummfilme.

Nötig war die vernichtung, da es für die alten Filmstreifen keinen Platz und auch keinen Bedarf mehr gab.

Die Lehrer mieden die schwer zu bedienenden und reparaturanfälligen Filmprojektoren. Videos und DVDs, deren Inhalte per Beamer groß an die Wand geworfen werden, sind im Unterricht inzwischen Standard.

Ich kann ja gut verstehen, das die Kreisbildstelle diese Altlast loswerden wollte. Und böses kann man Ihnen auch nicht unterstellen, so heißt es in der Pressemeldung ja auch:

Listen mit allen Wolfhager Filmtiteln seien den Schulen im Landkreis zugeschickt worden mit dem Angebot, sich Filmrollen als Dauerleihgabe zu sichern. Wegen geltender Verleih- und Veröffentlichungsrechte sei ein Verschenken oder Verkaufen ausgeschlossen gewesen.

Ich kann ja auch akzeptieren wenn der Medienstellenleiter sagt:

Medienstellenleiter Schwabe sieht das Ganze leiden­schafts­los: “Wir sind ein Dienstleistungsunternehmen und kein Museum. Unsere Hauptaufgabe ist Fortbildung und die Versorgung von Schulen mit Medien.”

Aber warum wurde es nicht für nötig befunden einfach mal ein Filmarchiv zu fragen, ob die da Auf­bewahrens­wertes finden? Zumal es zumindest nach dem ehemaligen Leiter Wolfgang Hasper einiges spannendes zur Geschichte des Unterrichtsfilms enthielt.

The silent Treatment – Online mit Inhalt

Dienstag, 06. Mai 2008

Nachdem seit Februar die Internetsite des zweimonatlich als PDF versendeten Newsletter The Silent Treatment online ist, hat es jetzt neben allgemeinen Informationen zum Newsletter auch alle Ausgaben aus 2007.

Mehr unter http://www.tstnews.net/

Arte-KurzSchluss: Porträt – Serge Bromberg

Donnerstag, 03. April 2008

Gerade habe ich zufällig auf ARTE in das Kurzfilm-Magazin “KurzSchluss – Das Magazin #373” gezappt und das Ende eines Porträt von Serge Bromberg gesehen – Ich habe wohl was verpasst. Aus der Ankündigung von Arte:

Serge Bromberg ist zusammen mit Eric Lang Gründer von Lobster Films, einem französischen Privatarchiv, das inzwischen eine der bedeutendsten Stummfilmsammlungen Europas beherbergt. Besonderes Augenmerk legt man bei Lobster Films auf die Erhaltung und Restaurierung des Nitrofilmerbes. Hier ist es Bromberg gelungen, teilweise spektakuläre Funde – etwa zu Filmen von Georges Méliès – auf Flohmärkten und bei privaten Sammlern zu tätigen. Seine DVD-Reihe “Retour de flammes”, die Kurzfilme aus den ersten Jahrzehnten des Kinos vereint, ist gerade 15 Jahre alt geworden. “KurzSchluss – Das Magazin” nimmt dieses schöne Jubiläum als Anlass, Serge Bromberg nach den 15 wichtigsten Gründen zu fragen, die seine Leidenschaft am Leben halten.

Selbst mit dem kleinen Ausschnitt den ich sehen konnte, war es eine Freude Serge Bromberg zu sehen und seine Begeisterung für Stummfilm zu spüren.

Leider gibt es keine Wiederholungen, im Archiv von Arte hat es auch noch nichts. Vielleicht bekomme ich ja noch Gelegenheit die Sendung im Internet zu sehen.

Eine kleine Übersicht zu Stummfilmen auf Archive.org

Samstag, 08. März 2008

Unter der Internetadresse www.archive.org findet man ein 1996 gegründetes gemein­nütziges Projekt, das sich der Lang­zeit­archivierung digitaler Daten in frei zugänglicher Form zur Aufgabe gemacht hat. Und da in­zwischen viele Stummfilme ihr Copyright verloren haben, finden sich in dem Internetarchiv unter den über 100.000 Filmen auch einige Stummfilme.

Ich habe das Archiv in letzter Zeit nach Stummfilmen durchsucht und habe mir eine Liste mit Stummfilmen gemacht. Einige Titel habe ich genauer angesehen und auf Stummfilm.info > Bezugsquellen > Titel zusammen­gestellt. Wer einen Film nach Stichworten sucht, der wird evtl. mit Stummfilm.info > Bezugsquellen > Stichworte glücklicher. Eine Über­sicht nach Schauspielern und Regisseuren ist in Vorbereitung.

Die Filme kann man Online ansehen oder in verschiedenen Daten­formaten und -größen auf den eigenen PC laden. Die Qualität ist sehr unterschiedlich, aber zumindest die Bildqualität ist in aller Regel ok, zumindest auf kleinen Monitoren ;-) . ‘Kinotauglich’ sind sie eher nicht. Die Vertonungen sind in der Qualität sehr schwankend. Zwischen nicht vorhanden über ‘irgendeine Musik’ bis hin zu gute und passende Begleitmusik lässt sich alles finden.

Und einen Vorteil haben alle die Filme: Sie können laut Archive.org frei genutzt werden! (Und jetzt bräuchte man die juristische Beratung, ob das in Deutschland auch gilt.)

Und wenn sich jetzt jemand wundert, warum die Liste der Filme so kurz ist, es gibt noch eine kleine Liste von Filmen auf Archive.org, die ich mir noch ansehen will. Und die Liste ist auch noch lange nicht komplett…

Europäisches Online-Filmarchiv

Dienstag, 12. Februar 2008

Wie Reuter meldet soll es im April ein europaweites Video-on-demand-System starten, das Inhalte aus 37 Filmarchiven kostenlos zur Verfügung stellt.

Die Filme werden von den Archiven vorgeschlagen, eine Jury aus Filmhistorikern entscheidet auf Baisi von historischem Interesse und künstlerischen Kriterien. Die Filme werden als Stream angeboten, Downloads werden nicht möglich sein.

Ich bin mal gespannt was raus kommt und in welcher Qualität die Filme zu sehen sein werden. Mit Streaming habe ich bisher eher schlechte Erfahrungen. Und bis es soweit empfehle ich einen Blick auf archive.org, dort hat es auch einige Stummfilmschätze zu heben (und wie schonmal angekündigt, da bereite ich was vor).