Mit ‘Filmarchiv’ getaggte Artikel

Collegium: Film Repatriation

Dienstag, 06. Oktober 2009

Hier noch der versprochene Artikel zum Collegium-Thema Film Re­patriation. Unter dem Thema “Film Repatriation” wird ein Ko­opera­tions­projekt der ‘National Film Preservation Foundation’ (NFPF), australischer und US-amerikanischer Film­archive vorgestellt.

Australien besitzt Filmkopien amerikanischer Filme, für deren Erhalt keine Finanzmittel vorliegen, da sie aus australischer Sicht nicht so wichtig sind. Aus amerikanischer Sicht können aber filmhistorisch bedeutsame Werke enthalten sein. Die NPFP vermittelte hier und stellte Finanzmittel bereit um die Filme für die Zukunft zu sichern.

In einer Vorbereitungsphase stellte das australische Archiv eine Übersicht über die Filme, die US-Archive identifizierten dann für sie wichtige Filme. Die Filme wurden nach Amsterdam zu Haghefilm gebracht und dort restauriert, kopiert und digitalisiert. Die Nitratoriginal gingen wieder zurück nach Australien, die im Restaurierungsprozess entstandenen Negative und Filmabzüge wurden auf Archive in den USA und in Australien gebracht. Das ganze wurde als win-win-win-Situation beschrieben. Australien behält seine Original, hat sie aber erst mal wieder in einem gesicherten Zustand. Zusätzlich gibt es Abzüge die vorgeführt werden können. Die US-Archive bekommen neue Negative und ebenfalls Filmkopien.

Das Ganze wurde als ein neues Verfahren vorgestellt, bisher war eine Zurückführung in des Originalland meist ein Verlagern der Originale, bei denen das “schenkende” Archiv meist eine Filmkopie der Restaurierung erhielt. Aber das Original war weg. Von dem hier vorgestellten Konzept der Kooperation erwarten sich die Archive Positives für den Erhalt der Filme, da ein Archiv seine Originale behalten kann, auch wenn es von einem anderen Archiv restauriert wird. Insgesamt wurde festgestellt, das sich die Archive nur kooperativ zeigen müssen, dann ist eine zufriedenstellende Zusammerarbeit gut möglich. Leider gibt es aber viele Beispiele, bei denen Archive Filme lieber versteckt halten bis sie unrettbar verloren sind, statt Kooperationen zu suchen.

Viele der Probleme liegen in verschiedenen Auffassungen zur Aufgabe nationaler Filmarchive vergraben. Sollen sie nationale Filme, bzw. Filme mit nationaler Beteiligung aufbewahren und sichern (eigene Filmschatz) oder soll archiviert werden, was im Lande verfügbar ist und damit sichern, was der zeitgenössischen Bevölkerung bekannt war, also auch ausländische Produktionen. Ein Randproblem zeigt sich auch bei internationalen Co-Produktionen. Niemand fühlte sich zuständig diese Filme zu sichern, dafür sollen die anderen beteiligten Nationen ihre Archive zur Verfügung stellen.

Die neue Art der Kooperation soll diese Problematik entschärfen, da kein Archiv befürchten muss seine Schätze zu verlieren. Es wurde der Vergleich gemacht mit dem Fund eines Leonardo da Vinci-Gemäldes. Niemand würde da Bild nach Italien geben, da es dort gemalt wurde. Aber bei Filmen war es bisher üblich die Filme wegzugeben und nur eine Kopie zurück zu erhalten.

Sechs der in diesem Projekt restaurierten Filme sind im Internet verfügbar, bei zweien ist die rechtliche Situation nicht ganz geklärt. Mehr über die Filme und das Projekt kann man bei http://www.filmpreservation.org/projects/filmconnection.html nachlesen, ich hoffe ich komme nach Pordenone noch dazu einen Nachtrag zu schreiben.

www.europafilmtreasures.eu

Sonntag, 15. Juni 2008

Unter der Internetadresse http://www.europafilmtreasures.eu/de/ kann man sich verschiedene Schätze europäischer Filmarchive ansehen, darunter hat es auch einige Stummfilmschätze.

Um Stummfilme zu finden kann man unter dem Punkt Suche nach Ton die Punkte Stumm oder vertonter Stummfilm wählen.

Ganz amüsant: Um einen Film aus dem Genre “erotisch”, wie z.B. Das Sandbad oder Baden verboten anzusehen sollte man nicht auf den englichen Seiten sein. Dort muß man unter 18 sein, um die Filme zu sehen.
Alterskontrolle englisch

Auf den deutschen Seiten muß man mindestens 18 sein, dafür aber auf französisch antworten.
Alterksontrolle

Aber ich nehme mal an, diese Kinderkrankheiten werden demnächst korregiert sein. :)

Stummfilme vernichtet…

Donnerstag, 05. Juni 2008

Die Wolfhager Kreisbildstelle vernichtete kürzlich weit mehr als 1000 Filme, darunter auch gut 150 Stummfilme.

Nötig war die vernichtung, da es für die alten Filmstreifen keinen Platz und auch keinen Bedarf mehr gab.

Die Lehrer mieden die schwer zu bedienenden und reparaturanfälligen Filmprojektoren. Videos und DVDs, deren Inhalte per Beamer groß an die Wand geworfen werden, sind im Unterricht inzwischen Standard.

Ich kann ja gut verstehen, das die Kreisbildstelle diese Altlast loswerden wollte. Und böses kann man Ihnen auch nicht unterstellen, so heißt es in der Pressemeldung ja auch:

Listen mit allen Wolfhager Filmtiteln seien den Schulen im Landkreis zugeschickt worden mit dem Angebot, sich Filmrollen als Dauerleihgabe zu sichern. Wegen geltender Verleih- und Veröffentlichungsrechte sei ein Verschenken oder Verkaufen ausgeschlossen gewesen.

Ich kann ja auch akzeptieren wenn der Medienstellenleiter sagt:

Medienstellenleiter Schwabe sieht das Ganze leiden­schafts­los: “Wir sind ein Dienstleistungsunternehmen und kein Museum. Unsere Hauptaufgabe ist Fortbildung und die Versorgung von Schulen mit Medien.”

Aber warum wurde es nicht für nötig befunden einfach mal ein Filmarchiv zu fragen, ob die da Auf­bewahrens­wertes finden? Zumal es zumindest nach dem ehemaligen Leiter Wolfgang Hasper einiges spannendes zur Geschichte des Unterrichtsfilms enthielt.

Europäisches Online-Filmarchiv

Dienstag, 12. Februar 2008

Wie Reuter meldet soll es im April ein europaweites Video-on-demand-System starten, das Inhalte aus 37 Filmarchiven kostenlos zur Verfügung stellt.

Die Filme werden von den Archiven vorgeschlagen, eine Jury aus Filmhistorikern entscheidet auf Baisi von historischem Interesse und künstlerischen Kriterien. Die Filme werden als Stream angeboten, Downloads werden nicht möglich sein.

Ich bin mal gespannt was raus kommt und in welcher Qualität die Filme zu sehen sein werden. Mit Streaming habe ich bisher eher schlechte Erfahrungen. Und bis es soweit empfehle ich einen Blick auf archive.org, dort hat es auch einige Stummfilmschätze zu heben (und wie schonmal angekündigt, da bereite ich was vor).

Analoge und digitale Filmrestaurierung im Collegium

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Am nachmittag geht es zu meinem zweiten Collegium-Besuch, diesmal zum Thema Analog and Digital Film Preservation in the “Age of Access”. Es wurden zwei Restaurierungsprojekte vorgestellt, einmal analog, einmal digital. Auf die Frage warum mal eine analoge, mal eine digitale Restaurierung verwendet wurde, kam als Hauptgrund das Ursprungsmaterial hervor. Als besondere Gründe für eine digitale Restaurierung wurde eine notwendige Satbilisierung des Bildes und eine andlung von 28mm auf 35mm genannt, die bei einer analogen Restaurierung nicht oder nur sehr schwer möglich gewesen wäre.
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Lost-Films.eu

Donnerstag, 27. September 2007

Wie die Stiftung Deutsche Kinemathek mitteilt, wollen sie einige verschollenen Filme in einer internationalen Kooperationen und via Internet wieder verfügbar machen.

Aus der Pressemitteilung:

Ziel ist es, gemeinsam mit anderen europäischen Kinematheken und Archiven eine Auswahl solcher verschollenen Filme anhand von Fotos, Plakaten, Drehbüchern und weiteren noch existierenden Materialien im World Wide Web zu rekonstruieren. Soweit vorhanden, werden auch Fragmente dieser Filme auf der Homepage www.lost-films.eu zu sehen sein.

Aktuell findet sich unter lost-films.eu/ ein Wiki mit A ngabe der Ziele des Projektes. Nach Jahren sortiert hat es schon eine Vielzahl von Filmen gelistet. Außer Titel, Produktionsjahr und Regisseur fand ich noch keine weiteren Angaben. Aber das Projekt startet ja auch erst.

Ich freu mich schon und bin gespannt auf die ersten Ergebnisse.