Mit ‘Giornate del cinema muto’ getaggte Artikel

Kommenden Samstag Festivalstart in Pordenone

Donnerstag, 01. Oktober 2009

Diesen Samstag ist es wieder soweit, in Pordenone startet das Giornate del cinema muto. Trotz widriger Umstände habe ich es auch dieses Jahr wieder geschafft mir die Zeit zu nehmen und werde im nord­italienischen Herbst Stummfilme genießen.

Und im Gegensatz zu letztem Jahr habe ich es diesmal geschafft mir schon vorab mal das Programm anzusehen und vor allem vorher zu schauen, wo eigentlich das Festivalbüro dieses Jahr sitzt ;-)

Wie ich feststellte hat Touve Ratovondrahety seine letztjährigen Erfahrungen umgesetzt und übernimmt dieses Jahr bei mehreren Filmen die musikalische Begleitung. Mal schauen, ob er wie letztes Jahr versprochen auch einen ordentlichen Film bekommt.

Die Masterclass findet auch dieses Jahr wieder statt, ich werde dort wohl des öfteren vorbeischauen und prüfen was ich dort über Stumm­film­begleitung erfahren kann (auch wenn es immer pro­ble­ma­tisch ist, weil man dann anfängt die Musik zu analysieren statt schlicht zu genießen).

Das Kollegium werde ich zumindest am Montag einmal besuchen. Thema ist From Grain to Pixel: Digital Technology and the Film Archive.

Gespannt bin ich auf den Samstag, 10. Oktober. Dort wird Ukulelescope gezeigt, begleitet vom Ukulele Orchestra of Great Britain. Eigentlich kenne ich die Ukulele nur als etwas nerviges Instrument zu hawaiianischer Musik, aber ich vermute sie wird mir im Zusammenhang mit dem Stummfilm gefallen.

Mal schauen ob ich dieses Jahr Zeit und Gelegenheit finde zeitnah im Blog ein paar Festivalberichte einzustellen.

Und was mir am Rande auffiel: Das Festival hat inzwischen eine eigene Website: www.giornatedelcinemamuto.it. Bisher war mir nur www.cinetecadelfriuli.org/gcm/ bekannt.

Russische Meisterleistung: Alexander Shiryaev

Dienstag, 21. Oktober 2008

Nachdem der Abschluss meines diesjährigen Pordenoneberichts noch etwas warten läßt und ich sowieso nicht viel zu den Filmen von Alexander Shiryaev zu berichten habe, freut es mich, das mir das Neue Deutschland die Arbeit in diesem Punkt abnimmt.

Mit dem Titel Russische Meisterleistung – Das Kinofestival Le giornate del cinema muto, Pordenone stellt die “Sozialistische Tageszeitung” den russischen Solotänzer, Ballettmeister, Tanzlehrer, Choreograf – und Filmpionier – Alexander Shiryaev vor.

Pordenone 2007 – Ein Rückblick

Sonntag, 21. Oktober 2007

Jetzt ist es eine Woche her, seit ich aus Pordenone zurück bin. Welche Eindrücke habe ich mitgenommen? Ich sah jede Menge Stummfilme mit guter Musik, und oft mit hervorragender Musik. Ich schätze, dass ich etwa 1/3 der angebotenen Filme gesehen habe. Mit Jean Darling konnte man wieder einen Menschen erleben, der über seine persönlichen Erfahrungen aus der Stummfilmzeit berichten konnte. Schade das die ebenfalls angekündige Diana Serry Carry (Baby Peggy) aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend war, aber sie lies ausrichten, das sie nächstes Jahr wieder kommen will.

Wie jedes Jahr machte ich die Erfahrung, das es komplett unnötig ist Bücher mitzunehmen um Leerlauf zu überbrücken. Es gibt soviel zu sehen, es gibt kein Leerlauf. Und wenn, dann setzt man sich lieber mal ins Café oder Restaurant und läßt es sich gutgehen.

Ich startete dieses Jahr erstmals den Versuch eines Livebloggings vom Festival. Es gestaltete sich schwieriger als ich erwartet habe. Zum einen gab es technische Gründe (der Internetzugang war manchmal etwas schwierig), vor allem gab es etwas Probleme die Zeit zum schreiben zu finden. Insgesamt glaube ich nicht, das ich das so wiederhole. Bei Bioscope gab es auch eine Live-Bericht vom Tag 1 bis zum Tag 5 des Festivals. Nächstes Jahr, sofern ich dann wieder in Pordenone bin, werde ich es wohl ebenso machen. Schade fand ich, dass ich erst zuhause feststellte, das die Bioscope-Macher auch in Pordenone sind, dabei haben sie es frühzeitig angekündigt. Man hätte sich ja mal treffen können.

Nach acht Jahren fand das Festival nicht in Sacile, sondern in Pordenone statt, für mich war es das erste Mal in Pordenone. Es ist ganz angenehm, wenn man mal schnell ins Hotel kann für eine kurze Entspannung. Genutzt habe ich diese Möglichkeit aber kaum. Nur abends war es sehr praktisch gleich ins Bett gehen zu können und nicht erst mit dem Bus zum Hotel fahren zu müssen. Insgesamt war die Atmosphäre in Pordenone nicht so familiär. In Sacile war die Stadt vom Festival geprägt, selbst Bäcker und Schuhgeschäfte dekorierten für das Festival. Sacile empfand ich gemütlicher, die Cafés reizten mehr zum verweilen. Pordenone ist größer, das ist Festival ist sichtbar, aber nicht prägend.

Das Programm dieses Jahr kam mir kleiner als in Sacile vor, wobei es glaube ich eher ein subjektiver Blick war. In Sacile waren die zwei Veranstaltungsorte an zwei Enden der Stadt, in Pordenone an zwei Enden eines Gebäudes. Zugleich war das Programmheft kompakter und zeitlich sortiert. Die Programme in Sacile waren in einer Tabelle und man konnte Terminüberschneidungen leicht erkennen.

Insgesamt wieder ein schönes und interessantes Festival. Wer einen Blick in das komplette Programm werfen will, kann sich das Programm (180KB, 11 Seiten) und das Programmheft (ca. 3MB, 84 Doppelseiten) als PDF downloaden.

Nächstes Jahr findet das Festival in Pordenone vom 4.-11. Oktober 2008 statt. Und ich werde mich bemühen in näherer Zukunft auf Stummfilm.info eine Zusammenfassung des Giornate del Cinema Muto 2007 mit einigen Fotos zu erstellen.

Pordenone: Sponsored Films im Collegium

Dienstag, 09. Oktober 2007

Parallel zum Filmprogramm gibt es auf dem Giornate noch weitere Angebote. Eines davon ist das Collegium. Der Name war ursprünglich Collegium Sacilense, einem mittelalterlichen Ereignis der Stadtgeschichte Saciles. Für das Collegium erhalten zwölf junge Menschen eine Förderung und können das Festival besuchen. Im Rahmen von Dialogen erarbeiten Sie sich ein Thema, das nur im Rahmen dieses Festivals aufgearbeitet werden kann, die Ergebnisse werden dann später veröffentlicht.

Diese Dialoge kann jeder besuchen. Ich war auf einem Dialog mit Rick Prelinger zum Thema Silent Sponsored Films (vielleicht am besten mit Industriefilme zu übersetzen, Filme von Firmen zur imagewerbung bezahlt werden).

Prelinger verglich sponsored films mit den heutigen Firmen-Websites, die ebeno zur Selbstdarstellung von Firmen dienen. Spannend an den Industriefilmen sind vielfach die Drehorte. Es werden die Firmensitze der beauftragenden Firmen gezeigt, nicht nur Orte wo Filmfirmen sitzen.
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Pordenone: 60. Jahre Niederländische Filmmuseum

Dienstag, 09. Oktober 2007

Das http://www.filmmuseum.nl/ feiert dieses Jahr sein 60. Jubiläum. Aus diesem Anlass wird in Pordenone eine Annie Bos-Reihe gezeigt.

Es wurden drei kurze und ein langer Film (Blind) mit der Asta Nielsen Hollands gezeigt. Nette kleine Filme, die man nicht unbedingt gesehen haben muss. Begleitet wurde die Filme von Mauro Colombis am Klavier, zu Blind sang Paola Mora die Lieder von Annie Bos.

Pordenone: Baruch

Dienstag, 09. Oktober 2007

Heute morgen bekam ich einen interessanten Film zu sehen: Das alte Gesetz (Baruch) (Deutschland, 1923). Der Film handelt von dem Sohn eines Rabbis, der gerne Schauspieler werden will, damit aber in Konflikt mit den traditionellen jüdischen Riten, und damit auch seinem Vater, kommt.

Gefallen hat mir die Darstellung des Schtetl. Die Leute waren einfach normale Menschen, es gab keine Überzeichnungen des jüdischen Lebens. Statt zur Kirche ging man halt zur Synagoge.

Begleitet wurde der Film von Donald Sosin und Günter Buchwald. Die Klezmer-Anklänge hielten sich zum Glück in Grenzen, so das die Musik schön zu den Szenen harmonierte.

Weniger gefallen hat mir diesmal mein Sitz. Die hinteren Reihen sind nicht so zu empfehlen, das Rein-Raus von Zuschauern ist doch sehr ablenkend.

René Clair auf dem Giornate

Montag, 08. Oktober 2007

Im Abendprogramm kommen zwei Filme aus der Reihe René Clair.

In Paris schläft wartet ein Nachtwächter auf der dritten Plattform auf dem Eiffelturm erfolglos auf seine Ablösung. Als er schließlich nach unten steigt, muß er feststellen, das die Stadt so gut wie leer ist, die wenigen Menschen die es noch gibt schlafen alle und lassen sich nicht wecken. Schließlich stößt er auf eine Gruppe Reisender, die gerade nach Paris flogen. Es folgt schließlich eine amüsante Reise durch das schlafende Paris bis sich schießlich das Rätsel löst.

L’Octuor de FranceDanach folgt mit Séraphin ou les jambes nues eine nette Komödie um eine beschmutzte und deshalb ausgezogene Hose.

Beide Filme sind genial von L’Octuor de France begleitet.

Jean Darling und die kleinen Strolche

Montag, 08. Oktober 2007

Am nachmittag gibt es vier Filme der kleinen Strolche (Our Gang) zu sehen, einer davon ein Tonfilm. (Praktisch so eine Baby-Waschanlage).

Jean DarlingDanach kommt Jean Darling, eine der Darstellerinnen der Strolche auf die Bühne. Erst geht der Vorhang zu, dann wird ein Stuhl vor den Vorhang gestellt, dann wird der Stuhl reingeholt, dann geht der Vorhang auf und Jean Darling begrüßt uns.

Jean Darling mit David RobinsonDavid Robinson (Festivaldirektor) bedauert es, das er für Jean Darling nicht mit den Ohren wackeln kann (eine Anspielung auf einen der vorherigen Filme) aber Jean Darling nimmt es ihm nicht krumm.

Danach singt Sie noch drei Lieder, davon eines auf italienisch weil wir ja in Italien sind.

Erzählt hat sie nicht viel, aber es ist noch ein Interview mit Ihr angekündigt, es ist nur noch nicht klar wann und wo es genau stattfinden soll.

Pordenone: Montag Vormittag mit gesponorten Filmen

Montag, 08. Oktober 2007

Erste Film Buddenbrocks lasse ich ausfallen, der Tag startet für mich mit zwei Ladislav Starewitch-Filmen, gefolgt von mehreren von gesponsorten Filmen.

Nach einem kurzen Werbespot für Zigaretten (1897) gibt es etwas längere Filme, in denen die USA als Einwanderungsland gelobt wird, ein Informationsfilm über den Hakenwurm, bzw. die Hakenwurmkrankheit (Ankylostomiasis) und ein Film über das kaufhaus Hutzler als Arbeitgeber.

Begleitet werden die Filme von Gabriel Thibaubeau.

Danach kommt mit Masters Hand ein Werbefilm über die Autoproduktion von 1936. Der Film kommt mit eigener Tonspur, die zumindest mich nach der Hälfte nur noch störte. Mit dem Fortgang der Autoproduktion wurde die Musik aufgeregter und steigerte sich immer weiter. Etwas mehr Ruhe hätte dem Film gutgetan.

Pordenone: Spätfilm am Sonntag

Sonntag, 07. Oktober 2007

Der späte Abend startet mit einem Stummfilm des 21. Jahrhunderts. Im Film Rent Party (USA, 2006) quält Donald Sosin als Klavierspieler ein Pärchen mit trauriger Klaviermusik. Begleitet wird der Film live von – Donald Sosin.

Danach folgt The Stolen Voice, den Donald Sosin nicht nur am Klavier, sondern auch gesanglich und an den passenden Stellen hustend, begleitet.