Mit ‘Kurzfilmtage’ getaggte Artikel

Stummfilmveranstaltungen in Kalenderwoche 17/2010

Sonntag, 25. April 2010

Heute wieder eine Ankündigung von Stumm­film­terminen, für die kommende Kalenderwoche, diesmal für Woche 17/2010 vom 26. April 2010 bis zum 03. Mai 2010.
Dieses mal hat es wieder wenige Termine, was jetzt vermutlich weniger an der Anzahl Termine liegt, sondern eher daran, das ich keine Zeit zur Terminjagd hatte.

Sämtliche Termine wie immer ohne Gewähr. Insbesonders bei den Startzeiten sollte man vorsichtig sein. Ich habe irgendwo einen kleinen Bug, der mir die Sommerzeit mal berücksichtigt, mal nicht berücksichtigt und manchmal gleich eine doppelte Sommerzeit einfügt.

So, und jetzt zu den Terminen der kommenden Woche:
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Stummfilmprogramm bei den 56. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen

Freitag, 19. März 2010

Die 56. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen vom 29. April – 4. Mai 2010 stehen unter dem Motto Vom Meeresgrund: Das Experiment Film 1898-1918. Gezeigt werden, wie das Thema schon vermuten lässt, auch Stummfilme.

Aus der Ankündigung des Veranstalters:

Ein groß angelegtes Kurzfilmprogramm, das aus der Tiefe der Zeit vor 1918 einen wilden Kurzfilmkontinent hebt, dessen ex­peri­men­teller Reichtum und inhaltliche Vielfalt den Zuschauern ein Kino­erlebnis bieten, das mit der heutigen Kino-Erfahrung wenig zu tun hat. Zehn Filmprogramme, Podiumsdiskussion und spezielle Aktionen für Kinder, täglich vom 30. April bis zum 4. Mai.

Dieses Programm möchte das frühe Kino sichtbar und erlebbar machen als eine vergessene, aber hoch aktuelle Produktion und Aufführungspraxis und eine reale Alternative zu Kino und Museum in ihrer gegenwärtigen Form. Aus der Tiefe der Zeit vor 1918 wird ein wilder Kurzfilmkontinent an die Oberfläche der Gegenwart ge­bracht. Das frühe Kino entwickelte partizipatorische und hybride Formen der Aufführung; in den ersten Jahren ohne jegliche Zu­lassungs­beschränkungen, war es bis um 1910 ein gemeinsamer öffentlicher Ort für alle Altersgruppen und Klassen und das erste weltweite Netz: Zum ersten Mal sahen Menschen in vielen Teilen der Welt zur gleichen Zeit gleiche Darbietungen.

Die einzelnen Programme illustrieren die Vielfalt der Experimente: Von den angewandten Farbverfahren, die vom reinen Farblichtspiel bis zu illuminierten Versailles-Fontänen reichten, über die Ent­deckung der Möglichkeiten von Raum und Bewegung bis zur lust­vollen Demontage der Autoritäten in den zahllosen Filmen über rebellische Dienstboten oder unbestrafte böse Buben und Mädchen. Die innovativen Produktionen des damaligen Weltmarktführers Pathé Frères werden ebenso gewürdigt wie die der Konkurrenten Gaumont, Lux und Star-Film oder der italienischen Konkurrenz mit ihren komischen Serien wie Cretinetti.

Mit “Vom Meeresgrund” führen die Kurzfilmtage ihre Recherche für ein imaginäres Kinomuseum weiter, in dem das Museum durch das Kino neu erfunden wird. Die Festivalsituation erlaubt eine zeit­genössische Programmierung dieser Filme, deren Präsentation damals viel eher einer Form frei zugänglicher Ausstellungskunst ähnelte. So öffnet die Begegnung mit dem frühen Film dem Publikum neue Perspektiven auf das Medium Film, die mit der normalen Kino-Erfahrung wenig zu tun haben.

Die Kuratoren
Mariann Lewinsky hat über japanische Avantgarde promoviert und leitet in Bologna seit 2004 das Projekt A Hundred years Ago. Sie kuratiert Festivals und Ausstellungen, restauriert Filme (u.a. Ella Maillart) und lehrt (Universität Zürich).

Eric de Kuyper ist Experimentalfilmer und Autor. Er entwickelt an inspirierenden Orten Kunstperformances mit frühen Filmen in Kombination mit Musik (Imaginaires en context).