Mit ‘Maud Nelissen’ getaggte Artikel

Festivaleröffnung Pordenone 2009

Sonntag, 04. Oktober 2009

Wie üblich begrüßte der Festivalleiter David Robinson die An­wesenden mit seinem “Welcome Home” und stellte danach fest, das es dieses Jahr mal wieder das beste bisherige Programm gibt, mit den besten Musikern. Zusätzlich begrüßte er besondere Gäste. Zu Jean Darling meinte er nur sie sei ja eigentlich kein Gast, sondern fester Bestandteil des Festivals (Am Dienstag gibt es eine eigene Veranstaltung “An Audience with Jean Darling“). Außerdem wurde Maud Lindner, die Tochter von Max Lindner willkommen geheißen.

Nach Begrüßungsreden von Vertretern der Region Friaul/Julisch-Venetien, Stadt und Provinz Pordenone stellte David Robinson abschließend Leatrice Gilbert Fountain, Tochter von John Gilbert (Star im folgenden Film Merry Widow) und und Leatrice Joy (Star in The Ten Commandments, am Montag vorgeführt). Leatrice Gilbert Fountain sprach dann einige einführende Worte und freute sich, das so viele Menschen das Werk ihres Vaters bewunderten.

Der Film “Merry Widow” handelt in einem fiktiven osteuropäischen (?) Königreich , dessen Thronerbe ziemlich arrogant daherkommt, während der in der Thronreihenfolge zweite ein sympathisch und leichtlebiger Bonvivant ist. Beide verlieben sich in eine Tänzerin, am Ende heiratet aber sie aus Vernunftsgründen keiner der beiden, stattdessen heiratet sie den reichsten Mann des Reiches. Dieser stirbt dann rechtzeitig in der Hochzeitsnacht und als reiche Erbin ist sie auch standesgemäß für eine Hochzeit mit einem Prinzen – aber sie will nicht wegen des Geldes sondern als Persönlichkeit geehelicht werden. Wie zu erwarten gibt es ein Happy End mit Ehe und Thron für den sympathischen Prinzen.

Der Film wird begleitet vom Orchestra Mitteleuropa unter der Leitung vom Maud Nelissen. Es ist immer wieder beeindruckend was eine Live-Orchestermusik aus einem Film machen kann. Streckenweise wurden Originalpassagen aus Lehàrs Werk verwendet. Insgesamt schön begleitet, aber leider gab es auch stumme Passagen, bei denen ich mir doch etwas Übergangsmusik wünschte. Einen dramaturgischen Effekt konnte ich in den Musikpausen jedenfalls nicht erkennen. Später hörte ich es munkeln, das der Film zu langsam abgespielt wurde, ob es aber deshalb die Pausen gab blieb unklar.

Nach dem “Opening Event” gibt es noch eine französische Komödie, begleitet von dem Pianisten Gabriel Thibaudeau. Ein Lebemann wird gegen seinen Willen in eine Ehe gezwungen und fühlt sich dort gefesselt. Während einer Flucht begeht ein Freund von ihm Selbstmord und die Leiche wird als seine identifiziert. Er nutzt die Gelegenheit bei seiner eigenen Beerdigung dabei zu sein und muss feststellen, das seine Ehefrau die einzige ist, die ihn vermisst. Am Ende erkennt er was er an seiner Frau hat – Happy End. Ein Film deren Message heute überholt wirkt – aber musikalisch schön begleitet.

Bilder folgen demnächst auf Stummfilm.info.

Berlinale 2008 mit Stummfilmprogramm

Donnerstag, 03. Januar 2008

Auf der Berlinale 2008 vom 7.-17- Februar 2008 werden wieder einige Stummfilme gezeigt.

Darunter gleich viermal Buñuels Un chien andalou (Ein andalusischer Hund, Frankreich 1929). Jedesmal mit einer anderen Stummfilmnegleitung.

Am 9.2.2008 wird der Film zusammen mit einem weiteren Meisterwerk des surrealistischen Films, Jean Epsteins La chute de la maison Usher (Der Untergang des Hauses Usher, Frankreich 1928) gezeigt, bei dem Buñuel als Regieassistent mitarbeitete. Beide Filme werden von den niederländischen Musikern Maud Nelissen, Merima Kljuco und Frido ter Beek begleitet.

Am 17.2.2008 begleitet die spanische Grup Instrumental BCN216 gleich dreimal nacheinander Buñuels Debütfilm, jedesmal mit einer anderen Filmbegleitung:

  • Clonic Mutations des katalanischen Musikers Sergio López, eine klangliche „Entmystifizierung“ von Buñuels Klassiker voll schwarzem Humor,
  • Szénario von Mauricio Kagel, eine Filmkomposition von 1981/82,
  • Las siete vidas de un gato von Martín Matalón, eine freie Assoziation von Bild und Klang.

Neben dem andalusischen Hund gibt es noch weitere Stummfilme.

Aus der Pressemitteilung der Berlinale:

Die Retrospektive stellt außerhalb des Buñuel-Programms vier neu restaurierte Stummfilme als Specials vor: Carl Theodor Dreyers Die Gezeichneten (Deutschland 1921) zeigt eindringlich antisemitische Pogrome und revolutionäre Bewegungen im Russland des frühen 20. Jahrhunderts (Restaurierung Danish Film Institute). Für Robert Reinerts Nerven (Deutschland 1919) findet der Kameramann Helmar Lerski beklemmende Bilder für die vom Ersten Weltkrieg traumatisierten Protagonisten (Restaurierung Filmmuseum München). Die Restaurierung von Schatten der Weltstadt (Willi Wolff, Deutschland 1925) durch die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung macht einen der wenigen erhaltenen Filme mit Ellen Richter, Star des deutschen Sensations- und Abenteuerkinos und Produzentin, wieder zugänglich. Ein weiterer fast vergessener Stummfilmstar, Betty Compson, hat einen großen Auftritt als Belle of Broadway (Harry O. Hoyt, USA 1926) in einem von Sony/Columbia aufwändig restaurierten Film. Maud Nelissen und Joachim Bärenz begleiten die Filme am Klavier.

Nach der Berlinale geht das Programm auf Reisen: Kooperationspartner sind das Österreichische Filmmuseum Wien, das sie im Anschluss präsentiert, und das Filmmuseum München, das die Filme ab März 2008 zeigt. Im Fernsehen begleitet 3sat die Retrospektive ab dem 7. Februar mit der Filmreihe „Der Zauber des Surrealen. Luis Buñuel und die Folgen“.

Stummfilme beim Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund

Mittwoch, 11. April 2007

Nächste Woche startet am 17. April in Dortmund das Internationale Frauenfilmfestival 2007.

Schwerpunkt des diesjährigen Festivals ist Musik/Sound/Rhythmus, im Programm werden auch einige Stummfilme gezeigt.

Besonders interessant dürfte ein Vortrag von der niederländischen Stummfilmbegleiterin Maud Nelissen sein, in dem Sie über die Kunst der musikalischen Filmbegleitung spricht.

Das gesamte Stummfilmprogramm des Frauenfestivals gibt es bei Stummfilm.info, das Gesamtprogramm auf der offiziellen Festivalsite.