Heute besuchte ich erstmals die schon die ganze Woche stattfindende Masterclass. Zwei Pianisten bekommen in Pordenone die Gelegenheit bei Experten des Fachs die Stummfilmbegleitung zu erlernen. Jeden Tag kann man bei einer etwa zweistündigen Sitzung dabei sein und sehen, wie Pianisten lernen Stummfilme zu begleiten. Dieses Jahr bekommen Nakia Masumura (USA) und Roman Zavada (Kanada) diese Gelegeneit.
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Mit ‘Pordenone’ getaggte Artikel
Pordenone Masterclasses 2007
Freitag, 12. Oktober 2007Pordenone: René Clairs italienischer Strohhut
Donnerstag, 11. Oktober 2007Zum Abend gibt es wieder einen netten Film zu sehen, Un Capeau de Paille d’Italie (Der italienische Strohhut?) von René Clair.
Zuvor werden aber noch Daniela Currò und Vincent Pirozzi für deren gelungene Restaurierungen zweier Filme gelobt. Kaleidoscope (Daniela Currò) ist ein Farbfilm von 1925 der als Experimente von den Kodakstudios erzeugt wurden. Dabei wurden die Szenen gleichzeitig mit zwei Filtern aufgenommen und beim entwickeln wieder zweiseitig auf den Films aufgetragen. Problematisch war u.a. das suchen nach den richtigen Farbkombinationen. The Voice invisible/Making a record (Vincent Pirozzi) ist eine Dokumentation über die Entstehung von Schallplatten und über die ersten Funkübetragungen. Die Restaurierung erfolgte digital, da man den Film stabilisieren mußte und weil das Original von 28mm auf 35mm vergrößert wurde.
René Clairs Film Un Capeau de Paille d’Italie war wieder eine gut gelungene, leichte Komödie, die von Phil Carli begleitet wurde. Es ist doch unglaublich, wieviel Ärger ein von einem Pferd angefressener Strohhut am Tag seiner Hochzeit verursachen kann.
Pordenone: Collegium Reel Emergencies
Donnerstag, 11. Oktober 2007Am Nachmittag war ich nochmal auf einem Collegium-Gespräch, Thema war diesmal Reel Emergencies: The Thomson Foundation and FIAF Projects
Séverine Wemaere von der Thomson Foundation for Film & TV Heritage berichtete von einem Projekt in Kambodscha um dortige Filme zu erhalten. Kambodscha ist ein Land ohne Geschichte, Geschichtsbübcher, sofern überhaupt vorhanden, enden vielfach im 15Jh, manchmal reichen sie bis in die Kolonial/Nachkolonialzeit. Aber die letzten 35 Jahre fehlen in der kambodschanischen Geschichtsschreibung. Das Projekt versucht Filmmaterial aus dieser Zeit zu erhalten und für spätere Auswertungen zu archivieren.
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Pordenone: 60. Jahre Niederländische Filmmuseum
Dienstag, 09. Oktober 2007Das http://www.filmmuseum.nl/ feiert dieses Jahr sein 60. Jubiläum. Aus diesem Anlass wird in Pordenone eine Annie Bos-Reihe gezeigt.
Es wurden drei kurze und ein langer Film (Blind) mit der Asta Nielsen Hollands gezeigt. Nette kleine Filme, die man nicht unbedingt gesehen haben muss. Begleitet wurde die Filme von Mauro Colombis am Klavier, zu Blind sang Paola Mora die Lieder von Annie Bos.
Pordenone: Baruch
Dienstag, 09. Oktober 2007Heute morgen bekam ich einen interessanten Film zu sehen: Das alte Gesetz (Baruch) (Deutschland, 1923). Der Film handelt von dem Sohn eines Rabbis, der gerne Schauspieler werden will, damit aber in Konflikt mit den traditionellen jüdischen Riten, und damit auch seinem Vater, kommt.
Gefallen hat mir die Darstellung des Schtetl. Die Leute waren einfach normale Menschen, es gab keine Überzeichnungen des jüdischen Lebens. Statt zur Kirche ging man halt zur Synagoge.
Begleitet wurde der Film von Donald Sosin und Günter Buchwald. Die Klezmer-Anklänge hielten sich zum Glück in Grenzen, so das die Musik schön zu den Szenen harmonierte.
Weniger gefallen hat mir diesmal mein Sitz. Die hinteren Reihen sind nicht so zu empfehlen, das Rein-Raus von Zuschauern ist doch sehr ablenkend.
René Clair auf dem Giornate
Montag, 08. Oktober 2007Im Abendprogramm kommen zwei Filme aus der Reihe René Clair.
In Paris schläft wartet ein Nachtwächter auf der dritten Plattform auf dem Eiffelturm erfolglos auf seine Ablösung. Als er schließlich nach unten steigt, muß er feststellen, das die Stadt so gut wie leer ist, die wenigen Menschen die es noch gibt schlafen alle und lassen sich nicht wecken. Schließlich stößt er auf eine Gruppe Reisender, die gerade nach Paris flogen. Es folgt schließlich eine amüsante Reise durch das schlafende Paris bis sich schießlich das Rätsel löst.
Danach folgt mit Séraphin ou les jambes nues eine nette Komödie um eine beschmutzte und deshalb ausgezogene Hose.
Beide Filme sind genial von L’Octuor de France begleitet.
Jean Darling und die kleinen Strolche
Montag, 08. Oktober 2007Am nachmittag gibt es vier Filme der kleinen Strolche (Our Gang) zu sehen, einer davon ein Tonfilm. (Praktisch so eine Baby-Waschanlage).
Danach kommt Jean Darling, eine der Darstellerinnen der Strolche auf die Bühne. Erst geht der Vorhang zu, dann wird ein Stuhl vor den Vorhang gestellt, dann wird der Stuhl reingeholt, dann geht der Vorhang auf und Jean Darling begrüßt uns.
David Robinson (Festivaldirektor) bedauert es, das er für Jean Darling nicht mit den Ohren wackeln kann (eine Anspielung auf einen der vorherigen Filme) aber Jean Darling nimmt es ihm nicht krumm.
Danach singt Sie noch drei Lieder, davon eines auf italienisch weil wir ja in Italien sind.
Erzählt hat sie nicht viel, aber es ist noch ein Interview mit Ihr angekündigt, es ist nur noch nicht klar wann und wo es genau stattfinden soll.
Pordenone: Spätfilm am Sonntag
Sonntag, 07. Oktober 2007Der späte Abend startet mit einem Stummfilm des 21. Jahrhunderts. Im Film Rent Party (USA, 2006) quält Donald Sosin als Klavierspieler ein Pärchen mit trauriger Klaviermusik. Begleitet wird der Film live von – Donald Sosin.
Danach folgt The Stolen Voice, den Donald Sosin nicht nur am Klavier, sondern auch gesanglich und an den passenden Stellen hustend, begleitet.
Pordenone: The Cook/Pass the Gravy
Sonntag, 07. Oktober 2007Zur Entspannung in eine sehr volle Veranstaltung. Gezeigt wird The Cook mit Roscoe Arbuckle und Buster Keaton, gefolgt von Pass the Gravy, beide Filme von dem Orchestra della Scuola Media Centro Storica di Pordenone begleitet. ![]()
Das Theater ist sehr voll, es hat viele Pordenoner mit Kindern im Theater. Beide Filme sind nette Slapstick-Komödien. Wer mal nach einer etwas anderen Kleopatra-Szene sucht wird mit Roscoe Arbuckle fündig und wer mal sehen will, wie man am besten Hühner nachmacht sollte sich Pass the Gravy nicht entgehen lassen.
Begleitet werden die Filme von einem Schulorchester, das nach der Vorstellung großen Applaus bekommt – und das nicht nur von Eltern und Geschwistern.
Pordenone: Treasures III, Starewitchs Insekten und Rivalen
Sonntag, 07. Oktober 2007Heute morgen hat es im Gegensatz zu gestern Sonne, schade nur, das man gleich zum ersten Film ins Dunkle geht. Gezeigt werden Filme aus der neu erscheinenden DVD-Sammlung Treasures III.
Darunter der erste Mafiafilm (?) The Black Hand und ein anderer, von Gewerkschaften unterstützen Film (Labor’s reward, 1925). Wäre mal eine Idee für deutsche Gewerkschaften: Firmen mit Tarifverträgen bekommen das Recht auf ihre Produkte ein Label Gewerkschaftsprodukt zu machen. Und jeder Arbeiter schaut, das nur Produkte mit diesem Label gekauft werden
Ein weiterer Film der Reihe ist der wohl erste Film, der zur Aufführung in Schulen gedacht war. Es handelt sich bei Cost of Carelessness um ein Film zur Verkehrserziehung. Dabei wird eindrücklich vor Autos und Straßenbahnen gewarnt und wie man aufpassen muß. Spannend das es schon damals darum nicht darum ging den Verkehr kindersicher zu machen, sondern die Kinder Verkehrssicher. Auch spannend, das auf die Gefahren der Starßenbahnen und Autos so eingegangen wurde, obwohl damals noch weit mehr Unfälle mit Pferdewagen passierten als mit motorisierten Fahrzeugen. Aber schenbar hat man sich auch damals schon mit üblichen Verlustraten im Verkehr abgefunden, war bloß erstaunt, das es mit dem motorisierten Verkehr nicht besser wurde.
Begleitet sind die Filme von John Sweeney.
Danach folgen drei Filme von Ladislav Starewitch (Animationsfilme mit Insekten, faszinierende Arbeiten, denen man ihren Aufwand ansieht) und mit Rivalen (Harry Piel, 1923) ein längerer Film. Die Filme sind von Gabriel Thibaudeau begleitet.
Nach einer kurzen Mittagspause kommt noch Entr’acte von René Clair. Hätte man das Programm besser gelesen, hätte man gemerkt, das der Film selbst nur 25 Minuten lang ist und davor ein Vortrag folgt. Schade, das man es nicht gelesen hat und sich deshalb kein Empfangsgerät für die Übersetzung ausgeliehen hat. (Zwischentitel und Vorträge werden alle nach italienisch und englisch übersetzt. Die Übersetzung kann man mit kleinen Em pfangsgeräten und Kopfhörer anhören.) Der Film war zumindest interessant und von Barbara Rizzi und Antinio Nimis mit der Originalmusik von Erik Satie begleitet.