Mit ‘Sacile’ getaggte Artikel

Bonner Sommerkino 2008

Freitag, 11. Juli 2008

Das 24. Bonner Sommerkino das vom 14. – 24. August 2008 stattfindet hat vor wenigen Tagen sein Programm veröffentlicht. Im Arkadenhof der Universität Bonn wird ein abwechslungsreiches Programm geboten. Im Rheinisches Landesmuseum gibt es begleitende Vorträge. Einer dieser Vorträge ist mein persönlicher Tipp zum diesjährigen Stummfilmtagen:

Am Sonntag dem 17. August 2008 hält Neil Brand um 17 Uhr einen Vortrag unter dem Titel Film Music Improvisation. Ich hatte schon einmal in Sacile (2002?) die Gelegenheit diesen (oder zumindest einen ähnlichen ;) ) Vortrag zu hören. Neil Brand erzählte, wie er als Musiker an die Vertonung von Stummfilmen geht, das ganze von Film- und Musikbeispielen garniert. Höhepunkt war am Ende ein Stummfilm, den er garantiert noch nie sah. Und diesen Film begleitete er dann live und erzählte dabei dann, warum er jetzt diese Musik spielt. Es war wirklich spannend, wie flexibel er auf den Wandel im Film einging (Ah ein Western …. hmmm, wohl doch nicht, scheint eine Gesellschaftskomödie zu sein…).

Sehr schön auch die Umfragen im Publikum zum weiteren Verlauf des Films. Filmausschnitte wurden gezeigt, gestoppt und dann kam die Umfrage: “Liebt er sie? Liebt sie ihn? Glaubt er, das sie ihn liebt? Küsst er sie gleich? Wie reagiert sie?..” — Es war spannend, wie unterschiedlich die Erwartungen des Publikums war. Und der Musiker hat die Schwierigkeit, das er mit seiner Musik nicht zuviel verraten darf.

Ich kann den Vortrag nur empfehlen, man sollte allerdings englisch können.

Weitere Informationen zum Programm gibt es bei Stummfilm.info oder natürlich auf der Internetsite des Festivals.

Pordenone 2007 – Ein Rückblick

Sonntag, 21. Oktober 2007

Jetzt ist es eine Woche her, seit ich aus Pordenone zurück bin. Welche Eindrücke habe ich mitgenommen? Ich sah jede Menge Stummfilme mit guter Musik, und oft mit hervorragender Musik. Ich schätze, dass ich etwa 1/3 der angebotenen Filme gesehen habe. Mit Jean Darling konnte man wieder einen Menschen erleben, der über seine persönlichen Erfahrungen aus der Stummfilmzeit berichten konnte. Schade das die ebenfalls angekündige Diana Serry Carry (Baby Peggy) aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend war, aber sie lies ausrichten, das sie nächstes Jahr wieder kommen will.

Wie jedes Jahr machte ich die Erfahrung, das es komplett unnötig ist Bücher mitzunehmen um Leerlauf zu überbrücken. Es gibt soviel zu sehen, es gibt kein Leerlauf. Und wenn, dann setzt man sich lieber mal ins Café oder Restaurant und läßt es sich gutgehen.

Ich startete dieses Jahr erstmals den Versuch eines Livebloggings vom Festival. Es gestaltete sich schwieriger als ich erwartet habe. Zum einen gab es technische Gründe (der Internetzugang war manchmal etwas schwierig), vor allem gab es etwas Probleme die Zeit zum schreiben zu finden. Insgesamt glaube ich nicht, das ich das so wiederhole. Bei Bioscope gab es auch eine Live-Bericht vom Tag 1 bis zum Tag 5 des Festivals. Nächstes Jahr, sofern ich dann wieder in Pordenone bin, werde ich es wohl ebenso machen. Schade fand ich, dass ich erst zuhause feststellte, das die Bioscope-Macher auch in Pordenone sind, dabei haben sie es frühzeitig angekündigt. Man hätte sich ja mal treffen können.

Nach acht Jahren fand das Festival nicht in Sacile, sondern in Pordenone statt, für mich war es das erste Mal in Pordenone. Es ist ganz angenehm, wenn man mal schnell ins Hotel kann für eine kurze Entspannung. Genutzt habe ich diese Möglichkeit aber kaum. Nur abends war es sehr praktisch gleich ins Bett gehen zu können und nicht erst mit dem Bus zum Hotel fahren zu müssen. Insgesamt war die Atmosphäre in Pordenone nicht so familiär. In Sacile war die Stadt vom Festival geprägt, selbst Bäcker und Schuhgeschäfte dekorierten für das Festival. Sacile empfand ich gemütlicher, die Cafés reizten mehr zum verweilen. Pordenone ist größer, das ist Festival ist sichtbar, aber nicht prägend.

Das Programm dieses Jahr kam mir kleiner als in Sacile vor, wobei es glaube ich eher ein subjektiver Blick war. In Sacile waren die zwei Veranstaltungsorte an zwei Enden der Stadt, in Pordenone an zwei Enden eines Gebäudes. Zugleich war das Programmheft kompakter und zeitlich sortiert. Die Programme in Sacile waren in einer Tabelle und man konnte Terminüberschneidungen leicht erkennen.

Insgesamt wieder ein schönes und interessantes Festival. Wer einen Blick in das komplette Programm werfen will, kann sich das Programm (180KB, 11 Seiten) und das Programmheft (ca. 3MB, 84 Doppelseiten) als PDF downloaden.

Nächstes Jahr findet das Festival in Pordenone vom 4.-11. Oktober 2008 statt. Und ich werde mich bemühen in näherer Zukunft auf Stummfilm.info eine Zusammenfassung des Giornate del Cinema Muto 2007 mit einigen Fotos zu erstellen.