Aufgrund des Frühlings etwas kurz, verspätet und garantiert lückenhaft: Eine kleine Presseschau zum Thema Stummfilm.
Der Kuss der russischen Lehrerin
(sueddeutsche.de, 24.03.2009)
Das Münchner Filmmuseum zeigt eine neue Reihe sowjetischer Stummfilme
Kulturspiegel: Sechs Jahrzehnte der Jugoslawischen Kinotheke
(Milena Gluvacevic, Radio Serbia, 03.04.2009)
Mit einem reichen und vielfältigen Programm wird die Jugoslawische Kinotheke, eines der größten Filmarchive der Welt, in diesem Jahr sechs Jahrzehnte des Bestehens feiern. Das Jubiläum wird am 6. Juni feierlich begangen – am Tag der ersten Filmprojektion in Belgrad und auf dem Balkan.
…
Die Jugoslawische Kinotheke nimmt den ersten Platz in der Welt ein, wenn vom Prozentsatz der aufbewahrten Filme bis 1914 die Rede ist, die 70% ausmachen. In anderen Ländern beträgt dieser Satz nur etwa 10%. Im Jubiläumsjahr wird die Kinotheke auch einige DVD-Ausgaben veröffentlichen, mit Werken, die die serbische Kinematografiegeschichte gekennzeichnet haben. Präsentationen der Kinotheke anlässlich des 60. Jahrestags werden auch bei den größten Festivals des stummen Films in Pordenone und Bologna gezeigt.
…
Sichtbares Zeichen des Aufbruchs für Filmkultur
(Frankfurt.live, 04.04.2009)
Bericht zur Eröffnung des Deutschen Filmhauses und des Murnau-Filmtheaters und
der Ausstellung „Schätze deutscher Filmgeschichte“ bis zum 31. Mai.
9. Darmstädter Residenzfestspiele
(da-imnetz.de, 01.05.2009)
Die Eröffnungsveranstaltung am 24. Juli wird vom Berliner Stummfilm-Pianisten Stephan-Carsten Graf von Bothmer gestaltet, der zum Klassiker „Faust – Eine deutsche Volkssage“ von Friedrich Wilhelm Murnau exklusiv für Darmstadt eine neue Musik komponiert hat
Rückkehr aus der Gruft
(Marianne Kierspel, Kölner Stadtanzeiger, 04.05.2009)
Über einen Filmabend in der Pauluskirche:
Ein Erzähler und vier Musiker umrahmten Jean Epsteins Stummfilm „Untergang des Hauses Usher“.
Auf der Empore unterlegten vier Spieler dem Film Klänge zwischen Musik und Geräusch. Becker (Orgel, Cembalo), Ulrike Leydel (Flöte), Matthias Hudelmayer (Cello) und Volkmar Müller (Sounds) schienen spontan zu Bildern von Sturm und Schrecken zu improvisieren. Auch machten sie Reales hörbar, Schritte, das Ticken der Uhr, Pferdegetrappel. Am Altar trat Jens Zimmer als Erzähler mit Zylinder auf. Er las kurze Abschnitte aus der Poe-Übersetzung von Arno Schmitt (Schmitt schreibt „Ascher“).
Der Film packt, auch wenn er frei mit Poes fantastischen Motiven umgeht. Nachher dankte ein Besucher für den Filmabend und befand: „Ihre Musik hat die Bilder vertieft.“ Das zu überprüfen, wäre einmal interessant: Was leisten Schwarzweißbilder, wenn man sie nicht fürs Ohr verdoppelt? Welche Spannung schaffen Stummfilme ohne akustische Nachhilfe?