Mit ‘Sherlock Holmes’ getaggte Artikel

Dienstag in Pordenone: Keine Masterclass und keine Jean Darling, dafür nette Komödien

Mittwoch, 07. Oktober 2009

Der Dienstag hatte für mich eine etwas unglückliche Verteilung der Veranstaltungen mit einigen Überschneidungen an Terminen die mich interessiert hätten. Ich habe mich mit Bedauern dazu entschlossen die Masterclass und das ‘Treffen mit Jean Darling’ (An Audience with Jean Darling) ausfallen zu lassen.

Gestartet ist der Tag für mich mit einem kurzen japanischen Film ‘Kurotegumi Sukeroku’ – ein kurzer 16-Minüter über einen Samurai der sich gegen eine Ronin-Bande stellt.

Danach begleitet Phil Carli den österreichischen Film ‘Eine versunkene Welt’ (1922, Alexander Korda). Der Film beginnt nach einem bekannten Schema. Erbprinz verliebt sich in Tänzerin, die Eltern verbieten eine Hochzeit und schicken den Sohn als Kapitän zur Marine. In der Zwischenzeit wird der Tänzerin das Leben schwer gemacht. Sie flieht zu ihrem Geliebten, der aus Trotz einen Skandal provoziert und die Tänzerin heiratet. Dann macht er aus seiner Privatjacht ein Frachtschiff und erklärt der Besatzung das er als Gleicher unter Gleichen alle am Gewinn beteiligt. In der Folge gibt es einige Probleme, da die Besatzung ihren eigenen Willen entwickelt, der Prinz aber eigentlich immer noch gerne bestimmen möchte was geschieht, sich aber immer dem Willen der Besatzung beugt (wobei mir zumindest unklar ist, was der Wille der Besatzung ist, eigentlich kommen immer drei der Besatzung und behaupten sie würden die Besatzung vertreten). Neben dieser politischen Komponente ist die Tänzerin über ihr Leben als Doch-Nicht-Prinzessin-Gewordene enttäuscht. Insgesamt eine Geschichte mit einigen Schwächen.

Nach der versunkenen Welt kommen dann noch zwei knapp 3/4-stündigen Filme mit Pola Negri und Francesca Bertini. (Wenn das Herz in Hass erglüht begleitet von John Sweeney/Amore senza Stima begleitet von Antonio Coppola). Bei mir hinterließen beide Filme ganz im Gegensatz zum folgenden Film keinen bleibenden Eindruck.

Parallel zur ‘Audience with Jean Darling’ begleitete Stephen Horne den deutschen Film ‘Die Kleine vom Varieté’ (1926). Die Tägliche Rundschau schrieb 1926 zu dem Film: “Messer blitzen, Revolver krachen, es regnet Küsse und hagelt Ohrfeigen.” Und sie hatten recht, Ossi Oswalda wirbelt im Film und es entwickelt sich eine amüsante Geschichte rund um die Partnerwahl und Verwandte die sich gerne bei der Wahl einmischen.

Nach der Komödie gab es in der Sherlock-Holmes Reihe noch zwei Filme, begleitet von Philip Carli. Der Film ‘The Sign of four’ (GB, 1923) beeindruckte vor allem durch eine wilde Verfolgungsjagt über und unter den Brücken von London.

Am frühen Abend gab es dann zumindest für mich den Abschlussfilm: ‘Dom na trubnoi ‘ (The House on Trubnaya Square, UdSSR 1928). Eine schöne Komödie über eine junge Frau, die vom Land in die Stadt geht und als Haushaltshilfe ausgenutzt wird. Aber sie hat Glück, sie wird Mitglied in der Gewerkschaft und bekommt ihre Rechte erklärt. Gefallen hat mir die Darstellerin der Frau (Vera Maretskaia) die wunderbar eine ländliche Einfalt darstellt ohne lächerlich zu wirken. Musikalisch begleitete Günter Buchwald den Film.

Pordenone am Sonntag I

Montag, 05. Oktober 2009

Am Sonntag habe ich erst mal ausgeschlafen und habe die ersten Filmreihe ausfallen lassen. Weiter ging es für mich mit einem netten Achtminüter über einen Pfadfinder, der sich als cleverer Ban­diten­fänger erweist. Danach folgte eine Folge eines Fu-Manchu-Krimis. Viele der Kniffe aus späteren Reihen finden sich schon dort (Stühle, die sich als Fallen erweisen, Falltüren, Geheimtüren,…).
Danach folgt mit “Der Hund von Baskerville” schließlich ein etwas längerer Sherlock-Holmes Film. Das ganze begleitet von John Sweeney am Klavier.

Nach den Filmen besuche ich das Collegium und höre mir eine Diskussion zu “Film Repatration” an (eigener Beitrag folgt dazu).

Am Nachmittag folgt “La vie merveilleuse de Bernadette”, eine religiöser Film über die heilige Bernadette und ein Mädchen, das in Lourdes wundersam geheilt wird. Der Film ist etwa so furchtbar wie die beschreibung erahnen lässt, nur das schöne Klavierspiel von Gabriel Thibaudeau macht die Vorstellung erträglich.